Wälder schützen! Rodungen verhindern! Osterholz bleibt! – NRW-weite Demo 09.10.2021 // 14 Uhr // Wuppertal HBF Bahnhofsvorplatz

 
Die Firma Oetelshofen will den Osterholzer Wald in Wuppertal und Haan roden lassen, um dort Platz für den Abraum ihrer Kalkwerke zu schaffen. Doch in Zeiten der sich verschärfenden Klimakrise ist das Abholzen eines gesunden Waldes nicht mehr verhandelbar und für uns steht fest: Der Osterholzer Wald muss um jeden Preis erhalten werden!
 
Der Wald ist nun schon seit über zwei Jahren besetzt. Mit Beginn der diesjährigen Rodungssaison am 1. Oktober könnte der Kampf um den Wald in die entscheidende Phase eintreten. Der Firma Oetelshofen liegen alle für die Rodung benötigten Genehmigungen vor. Eine mögliche Räumung der Waldbesetzung und der Beginn der Rodung, Tag X, könnten also schon bald bevorstehen. Es laufen zwar mehrere Klagen und Gespräche am Runden Tisch über mögliche Alternativen zur Rodung, letztendlich hängt der Erhalt des Waldes aber nur noch am guten Willen der Firma Oetelshofen oder dem Gewinnen einer der Klagen. Und darauf sollten wir auf keinen Fall setzen, das hat die Vergangenheit gezeigt. 
 
Was bleibt uns also? Den Preis für eine mögliche Räumung und Rodung des Osterholz möglichst weit nach oben zu treiben!
 
Die Vorbereitungen für Tag X laufen auf Hochtouren. Falls es wirklich zu einer Räumung kommt, wird das keinesfalls ohne vielfältigen Widerstand passieren. Wir wollen aber schon vorher Druck aufbauen und mit einem breiten, spektrenübergreifenden Bündnis auf die Straße gehen. Lasst uns alle zusammen laut, kämpferisch und entschlossen für den Erhalt des Osterholzer Waldes demonstrieren. 
Kommt am 9.10. nach Wuppertal, um mit uns gemeinsam ein Zeichen zu setzen! 
Wälder schützen! Rodungen verhindern! Osterholz bleibt!
 
Da die Firma Oetelshofen schon seit Jahrzehnten Stück für Stück den Osterholz Wald immer weiter dezimiert, findet die Demo auch dann statt, wenn bereits geräumt und gerodet wurde. Denn die Firma soll wissen, dass uns klar ist, dass sie auch zukünftig weiteren Raubbau an der Natur betreiben wird. Und der Widerstand dagegen wird weitergehen!
 
Die Demo wird von einem Klimagerechtigkeitsblock angeführt werden. Kommt am 09.10. um 14 Uhr zum Wuppertaler Hauptbahnhof und lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass die Zerstörung unserer Lebensgrundlage gestoppt wird. 
 
Global denken, lokal handeln! 
 
NRW-weite Demo 09.10.2021 // 14 Uhr // Wuppertal HBF Bahnhofsvorplatz
 
Bündnis Osterholz bleibt
 
Jeder Baum zählt
Dar Jîn/Lebensbaum Wuppertal (Ende Gelände)
Bürgerinitiative Osterholz bleibt!
Enough 14 Info-Kollektiv
Tacheles e.V.
Autonomes Zentrum Wuppertal 
Infoladen Kollektiv
Freie Arbeiter:innen Union (FAU) Bergisch Land
Kultur und Kneipenkollektiv Schmitz‘ Katze
Kurdischer Frauenverein VIYAN Wuppertal
Deutsch Kurdischer Freundschaftsverein Wuppertal
Red and Anarchist Skinheads Wuppertal
Solidaritätsnetzwerk Wuppertal 
Fridays for Future Haan
Fridays for Future Wülfrath
Fridays for Future Wuppertal 
Students for Future Wuppertal
Fortschrott
Kein Mensch ist Illegal Wuppertal 
Wuppertaler Aktionsbündnis gegen TTIP und andere Freihandelsfallen
Basisinitiative Solidarität (BaSo)
Anarchistische Gruppe Dortmund (AGDo)
Hand-in-Hand e. V.
La Perra Alegria
 
Mitunterschreiben? Schick eine Mail: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org
Teile diesen Beitrag

Osterholz Bleibt Waldspaziergang am 05. September 2021: Der Letzte?!

Die Spannung steigt. Wird der Osterholz Wald auf den letzten Metern gerettet, oder aus Profitgier platt gemacht? Die Entscheidung über eine mögliche Teilrodung des Osterholz könnte schon im September fallen. Im Moment laufen mehrere Klagen beim Verwaltungsgericht gegen die Rodungspläne der Kalksteinwerke Oetelshofen. Gleichzeitig finden Gespräche am Runden Tisch der Stadt Wuppertal statt. Es wird hart an Alternativlösungen gearbeitet. Aber Fakt ist, dass die Firma Oetelshofen eine Genehmigung von der Bezirksregierung Düsseldorf hat, d.h. wenn die Klagen oder aber die Gespräche scheitern, kann Oetelshofen ab dem 01. Oktober 2021 den Wald räumen und roden lassen. 

Im Jahr 2021, in dem die Klimakrise in Form von Dürren, Starkregen und anschließenden verheerenden Fluten auch in Wuppertal und Haan-Gruiten spürbar wurde. 
 
Klar ist: Wir brauchen eine Transformation zur Klimagerechtigkeit, auch auf lokaler Ebene. Und ein erster konkreter Schritt auf diesem langen Weg ist die geplante Rodung im Osterholz Wald zu verhindern!
 
Es geht jetzt um alles!
 
Kommt zahlreich zum Waldspaziergang am 05. September! 14:00 Uhr Wanderparkplatz Hermgesberg, 42781 Haan.
 
 


Größere Karte anzeigen

Google Map Link zum Wanderparkplatz Hermgesberg: https://goo.gl/maps/RLDcgvwMJ8KGm4Ms6

Social Media Banner

Auflösung: 830 X 312:

Auflösung 1280 X 470:

Teile diesen Beitrag

Alternativlösung für Rodung Osterholz Wald möglich: Grube Neandertal braucht Abraum

Pressemitteilung Bürgerinitiative Osterholz Bleibt 12. August, 2021

Am 13. August findet in Wuppertal der nächste Runde Tisch über die Zukunft des Osterholzer Waldes statt. Die Bürgerinitiative ‚Osterholz Bleibt‘ arbeitet im Moment an mehreren Alternativlösungen mit denen der Wald gerettet werden soll. Eine dieser Alternativlösungen ist das Verbringen von Abraum in die Grube Neandertal.

Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative, René Schuijlenburg, sagt: „Der Abraum der Kalkwerke Oetelshofen wird in der Grube Neandertal dringend gebraucht. Dort hat es im Mai 2014 einen größeren Felsrutsch gegeben und dieser Bereich ist dringend zu sichern. Die Firma Oetelshofen hat in 2014/2015 unseres Wissens auch schon Abraum an die Grube Neandertal geliefert. Dort wird aber noch viel mehr Abraum benötigt, in etwa die gleiche Menge, für welche die Firma Oetelshofen einen Teil des Osterholzer Waldes roden möchte. Die von Oetelshofen geplanten Rodungen im Osterholzer Wald sind also nicht nur schlecht für das Klima, den Hochwasserschutz und die Umwelt,sondern auch völlig unnötig.“

Laut uns zur Verfügung stehenden Informationen u.a. vom Geologischen Dienst NRW ist diese Alternativlösung durchaus möglich. Die zuständige Zulassungs- und Überwachungsbehörde, der Kreis Mettmann, hat – soweit uns bekannt – trotz der seit 2014 bestehenden nicht unbedeuteten Gefahr noch keine Entscheidung getroffen. Vielleicht fördert der Starkregen im Juli 2021 nun die Entscheidungsfindung beim Kreis Mettmann. Der Bezirksregierung in Düsseldorf liegen seit dem 20. Februar 2020 keine neuen Informationen der Mettmanner Kreisbehörde vor.

Marjolein  Schlüter, Pressesprecherin der Bürgerinitiative sagt: „Sollte die Halde der Kalkwerke Oetelshofen auf Kosten vom Osterholz Wald erweitert werden, fehlt dem Betreiber der Grube Neandertal das für die Böschungssicherung benötigte Material. Es ist ansonsten in einem Umkreis von 10 – 40 Kilometer in den Mengen nicht verfügbar ist. Wir haben also die Situation, dass die Firma Oetelshofen einen Teil eines gesunden Mischwaldes roden möchte für die Lagerung von Abraum, der woanders dringend benötigt wird.“

René Schuijlenburg ergänzt: „Es gibt die Möglichkeit den Abraum mit Elektro-LKW’s zur Grube Neandertal zu transportieren. Die Kalkwerke Oetelshofen behaupten immer wieder sehr nachhaltig zu arbeiten, dann fragt man sich doch warum sie den Abraum auf ihrem Betreibsgelände noch mit Verbrennungsmotoren transportieren. Die Firma eMining produziert z.B. Elektro-Fahrzeuge, die speziell für Kalk und Abraum entwickelt wurden. Für den Transport auf der Straße gibt es auch Elektro-LKW’s. Eine Firma, die fit für die Zukunft sein möchte, muss in Zeiten der Klimakrise in klimaschonende Technologien investieren. Das würde auch Arbeitsplätze sichern. Die Alternativlösung Grube Neandertal würde meiner Meinung nach auch sehr gut in das ‚Circular Valley‘ Projekt der Stadt Wuppertal passen.“

Gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf wurden auch mehrere Klagen eingereicht. Marjolein Schlüter sagt: „Wir arbeiten zur Zeit an der Klagebegründung. Es gibt einige Themen, die aus Sicht des Klimawandels überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Den Abraum als Sicherung des Felsrutschbereichs einzusetzen ist unter vielen Gesichtspunkten die beste Lösung. Erstens muss die Böschung gesichert werden und es ist ökologisch nicht vertretbar hierfür Abraum von weit weg herbeizuschaffen, wenn dieser Abraum in ca 10 km Nähe zur Verfügung steht. Eine Haldenerweiterung ist in diesen Zeiten des Klimawandels genauso unvernünftig, denn dies bedeutet, dass wertvoller Waldboden verschwindet und stattdessen wieder Flächen versiegelt werden. Wir haben bei dem letzten Unwetter erfahren, was das bedeutet. Es gab verheerende Überschwemmungen, etwa an der Düssel in Gruiten-Dorf, weil die Erde nicht in der Lage war das Regenwasser aufzunehmen und zu speichern. Diese Aspekte müssen unbedingt berücksichtigt werden. Es wäre gut, wenn der Kreis Mettmann schnellstmöglich zu einer positiven Entscheidung kommt. Das wäre die perfekte Lösung für die notwendige Böschungssicherung im Steinbruch Neandertal und der Osterholz Wald könnte erhalten bleiben. Letzteres wäre auch im Sinne des Kreises Mettmann, dessen Behörden ja von Anfang der Haldenerweiterung sehr kritisch gegenüber standen“.

Für eine bessere Zukunft der kommenden Generationen wird der politische Wille der beteiligten Akteure entscheidend sein. Was ist ihnen der Grundgesetzartikel 20a, Umweltschutz als Staatsziel, wert? Die Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt“ sieht den Gesprächen am Runden Tisch optimistisch entgegen, da das Vorgespräch eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten erwarten lässt.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Teile diesen Beitrag

Pressemitteilung Osterholz Bleibt 21. Juli 2021

Bürgerinitiative Osterholz Bleibt hofft auf weitere konstruktiven Gespräche zum Erhalt vom Osterholz Wald – Mehrere Klagen gegen Planfeststellungsbeschluss – Scharfe Kritik BUND Velbert am Hintergrundpapier BUND Wuppertal zur Artenvielfalt am Beispiel der Halde Osterholz

Am heutigen 21. Juli fand ein erstes Vorgespräch mit dem Oberbürgermeister Herrn Uwe Schneidewind, Herrn U. Christenn, Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt Wuppertal, Vertreter*innen der Bezirksvertretung Vohwinkel und einigen interessierten Anwohner*innen/Bürger*innen zum Thema Osterholz Wald statt. Ziel der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt ist die Umsetzung von Alternativlösungen, damit der Wald erhalten bleibt.

Marjolein Schlüter, Sprecher*in der BI hat an einem digitalen Meeting mit dem Oberbürgermeister Herrn Uwe Schneidewind, Herrn U. Christenn, Vorsitzender des Umweltausschusses, Vertreter*innen der BV Vohwinkel und einigen interessierten Anwohner*innen/Bürger*innen teilgenommen. „Es war ein konstruktives Gespräch, wo deutlich wurde, dass es ein großes Interesse gibt, den Osterholz Wald zu erhalten. Herr Schneidewind hat eine vermittelnde Position und ist sich seiner schwierigen Lage bewusst. Es wird ein neues Verfahren genutzt um Alternativ-Lösungen zu finden, die diesen gesellschaftlichen Konflikt in Vohwinkel lösen sollen. Ich gehe davon aus, dass alle Teilnehmer*innen an diesem Austausch durch konstruktive Mitarbeit zu einer friedlichen Lösung kommen werden. Es wird nach einer politischen Lösung gesucht, statt es zu einer Eskalation kommen zu lassen. Ende September finden die Bundestagswahlen statt und das könnte für manche Fraktionen problematisch werden. Der Osterholz Wald könnte sogar zu einem nationalen Symbol werden.“

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat in einem Planfeststellungsbeschluss die geplante Rodung im Osterholz Wald mittlerweile genehmigt. Gegen diesen Planfeststelungsbeschluss wurden mehrere Klagen eingereicht.

Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiave Osterholz Bleibt, René Schuijlenburg, sagt dazu: „Wir hoffen natürlich, dass die von Marjolein Schlüter schon erwähnte Gespräche Ergebnisse bringen werden die für alle Beteiligten akzeptabel sind. Aber wir kämpfen auf mehreren Ebenen für den Erhalt des Waldes. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, es wurden mehrere Klagen eingereicht, auch gegen die sofortige Vollstreckung des Planfeststellungsbeschlusses kann vorgegangen werden. In der heutigen Zeit muss alles getan werden funktionierende Wald-Ökosysteme zu schützen.“

Die Bürgerinitiative war überrascht über ein Hintergrundpapier des BUND Wuppertal. Das Hintergrundpapier des BUND Wuppertal zur Artenvielfalt am Beispiel der Halde Osterholz, wurde scharf kritisiert vom BUND Velbert (Anlage 1). Der BUND Velbert schreibt in seinen Anmerkungen u.a., dass im Papier vom BUND Wuppertal Rodungsgegner bewusst abwertend formuliert werden und kommt zu folgendem Fazit: „Hier wird eine Befangenheit deutlich.“ Der BUND Velbert reagiert auch auf die Behauptung des BUND Wuppertal, dass bewusst oder unbewusst falsche Informationen über das Artenspektrum verbreitet werden: „Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann (UNB KME) hat das umfangreiche Artenspektrum angegeben und eine Rodung eindeutig aus Artenschutzgründen abgelehnt. Der BUND Wuppertal erdreistet sich hier, der Behörde ihre Fachkompetenz abzusprechen und unterstellt unwahrheitsgemäße Angaben gemacht zu haben.“

Bemerkenswert ist, dass im Papier des BUND Wuppertal bewusst oder unbewusst falsche Informationen über den Waldkauz verbreitet werden. So schreibt der BUND Wuppertal in seinem Papier: „Mittlerweile ist nachgewiesen, dass das nächste Brutrevier südlich der Osterholzer Straße liegt, also zwischen 400 und 500 Meter von der betroffenen Fläche entfernt.“ Der BUND Velbert stellt dies richtig: „Dies ist erwiesenermaßen FALSCH, da der Waldkauz-Brutstandort inzwischen in der betroffenen Waldfläche kartiert wurde!“

René Schuijlenburg dazu: „Wir wissen, dass dieses Hintergrundpapier des BUND Wuppertal innerhalb des Wuppertaler Ortsverbands des BUND umstritten ist. Dies wundert mich auch nicht, da der BUND-Bundesverband die Möglichkeit Wald zu opfern, weil nach einer Rodung möglicherweise andere Biotope entstehen könnten, grundsätzlich anders sieht. In diesem Zusammenhang schreibt der BUND Velbert: Wald darf nicht dafür geopfert werden, dass sich eventuell etwas anderes einstellt. Dem BUND Wuppertal ist anscheinend die wichtige Funktion von Wäldern für den Klimaschutz nicht bekannt!“

René Schuijlenburg weiter: „Es ist bedauerlich, dass der Ortsverband Wuppertal dieses Papier rausgegeben hat. Der Verfasser von diesem Schreibsel schadet dem Ortsverband, in dem sich viele Menschen für die Natur und gegen den Klimawandel engagieren. Und das ist richtig und wichtig. Es kann nicht im Interesse des BUND Wuppertals sein, das der Verfasser dieses Papiers versucht verschiedene Biotope und ein Wald-Ökosystem gegeneinander auszuspielen. Als Bürgerinitiative Osterholz Bleibt freuen wir uns über jedes Biotop und werden uns weiterhin für den Erhalt des funktionierenden Wald-Ökosystems im Osterholz Wald einsetzen.“

Der nächste Osterholz Bleibt Waldspaziergang findet am Sonntag 01. August, 2021 statt. Der Waldspaziergang startet um 14:00 Uhr auf Wanderparkplatz Hermgesberg, 42781 Haan-Gruiten.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Anlage 1

In Anlage 1 finden Sie das „Hintergrundpapier zur Artenvielfalt am Beispiel der Halde Osterholz“, des BUND Wuppertal. Die Anmerkungen des BUND Velbert finden Sie im Hintergundpapier an den jeweiligen Stellen, sie sind mit einer lilafarbenen Umrandung gekennzeichnet.

Anlage 1 als PDF Datei: BUND Velbert Anmerkungen zu Hintergrundpapier Osterholz Anlage 1

Teile diesen Beitrag

Osterholz Bleibt: Waldspaziergang am 04. Juli 2021

In den vergangenen Monaten ist viel passiert. Die Firma Oetelshofen bekam die Genehmigung, 5 Hektar des Osterholzer Waldes zu roden. Aber nichts ist vorbei. Wir wollen gegen die Entscheidung der Bezirksregierung klagen und fordern einen öffentlichen runden Tisch um alternative Lösungen zu diskutieren. Während des Waldspaziergangs am 4. Juli werden wir die neuesten Informationen bekannt geben.

Der Waldspaziergang startet um 14:00 Uhr auf Wanderparkplatz Hermgesberg, 42781 Haan/Gruiten.

Google Map Link zum Wanderparkplatz Hermgesberg: https://goo.gl/maps/RLDcgvwMJ8KGm4Ms6

Teile diesen Beitrag

Reden von Marjolein Schlüter auf der Demo „Osterholz bleibt! – Jetzt erst recht!“ am 12.06.

Auftaktkundgebung

Es gibt was zu feiern. Es ist jetzt etwa zwei Jahre her, dass wir unseren Kampf für den Erhalt des Osterholzes angefangen haben. Und der Wald steht nach wie vor!

Wir haben bis jetzt alles richtig gemacht und werden weiterkämpfen. Die Firma Oetelshofen hat letzte Woche die Genehmigung zur Rodung der 5,5 ha Osterholz Wald bekanntgegeben und dass, obwohl einige Fachaufsichtsbeschwerden nicht bearbeitet wurden. Wir kämpfen weiter für den Erhalt und das können wir nur gemeinsam.

Wir können es nur gemeinsam schaffen!

Mangelnde Transparenz gegenüber vielen Akteuren ist ein wesentliches Stilmittel der Kalkwerke seit Anfang an. So erfuhr ich über die GAL Haan von einer Aktualisierung des Verfahrens, in der unter anderem soll der geplante Lärmschutzwall wegfallen soll. Dieser sollte auf Haaner Stadtgebiet errichtet werden und daher werden sie wohl gedacht haben, dass sie diese „Aktualisierung“ nicht in Wuppertal einreichen brauchen, obwohl in diesem Verfahren beide Städte eingebunden sind. Über dieses sogenannte Deckblattverfahren wurden betroffene Dritte also nicht informiert, sodass diese keine Möglichkeit hatten innerhalb von zwei Wochen erneut Einwände zu machen.
Hier sehe ich auch bei der Bezirksregierung krasse Defizite in Bezug auf Transparenz. Es scheint, als ob sie den Kalkwerken zuarbeitet.

Viele Politiker*innen, die drücken sich ganz geschickt vor der Verantwortung.
2019 hatten wir Bürger*innen in diesem Verfahren ein einziges Mal die Möglichkeit unsere Stimme geltend zu machen. Die Mehrheit der Politiker*innen setzten sich nicht für die Interessen der Allgemeinheit ein oder wenn sie Engagement zeigten, dann ausschließlich für die Interessen der Kalkwerke. Dafür sind sie nicht gewählt worden, es ist eigentlich ihre Pflicht die Interessen der Allgemeinheit zu repräsentieren.

Die Freien Wähler und die Linke Wuppertal sind die einzigen Fraktionen die 2019 gegen das Verfahren gestimmt haben.

In der Ratssitzung im Juli 2019 hat ein Ratsmitglied des Bündnis 90/die Grünen Wuppertal gesagt, dass über dieses Verfahren sowieso woanders entschieden wird. Das ist falsch. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat um eine Stellungnahme der Stadt Wuppertal gebeten, die dann in der Entscheidung der Bezirksregierung mit eingeflossen ist. Die Entscheidung hätte von den Grünen also sehr wohl zugunsten des Erhalts des Waldes beeinflusst werden können.

Die endgültige Entscheidung in dieses Verfahren ist somit ausschließlich von Beamten getroffen worden. Beamten, die keine Konsequenzen zu erwarten haben, egal wieviel Mist sie bauen, sie werden nicht gewählt.

Die CDU Wuppertal hat im August 2019 einen Waldspaziergang organisiert, um sich über dieses Vorhaben zu erkundigen, also nach der Ratssitzung, in der die Entscheidung abgestimmt wurde. Ein bisschen spät, oder?

Wir wissen mit welcher Vehemenz die CDU Wuppertal das Verfahren der Kalkwerke Oetelshofen verteidigt und unterstützt. Herr Moritz Iseke war ja auch bis Ende letzten Jahres Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Vohwinkel, sowie Mitglied im Umweltausschuss.

Ich kann mir vorstellen, dass die CDU ihrem Parteikollegen keine Nachteile zumuten möchte. Damit verursachen sie Zumutungen für die Allgemeinheit.

Auf jeden Fall haben sie am 31. Mai jubiliert, als die Firma Oetelshofen ihre Genehmigung zur Haldenerweiterung und die damit verbundene Rodung von 5,5 ha gesunden Mischwald, Altbaumbestand, verkündet haben.

Die SPD Wuppertal verhält sich bedeckt in diesem Planfeststellungsverfahren. Sie freuen sich auch über die Genehmigung, am Meisten auf die Gewerbesteuer.
Stärker noch: letzte Woche kam aus Richtung der SPD die Bemerkung, dass wenn die Allgemeinheit schon möchte, dass der Abraum woanders abgelagert werden soll, die Allgemeinheit die Entsorgung bezahlen muss. Wie wäre es, wenn die Profite der Firma Oetelshofen auch der Allgemeinheit zugewiesen werden?

Herr Hafke von der FDP Wuppertal würdigt die Kalkwerke als lokal verwurzelten Betrieb, der Verantwortung für Natur, Mensch und Region übernehme.

Ich sehe das anders. Das Geschäft der Kalkwerke Oetelshofen ist es tagtäglich riesige Löcher in die Landschaft zu sprengen und Raubbau an der Natur zu betreiben. Der Grundwasserspiegel wird künstlich abgesenkt, was ein Problem für die ganze Region ist. Eine Firma, die 2021 ihre Brennöfen nach wie vor mit Braunkohle betreibt und riesige Mengen an CO² in die Atmosphäre bläst, ist nicht nachhaltig. Eine Firma, die 2021 Wald rodet, ist nicht nachhaltig, auch wenn sie sich durch lokale Umweltschutzverbände ein tolles Image verpassen lässt. Wo bleibt da die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Die Grünen Wuppertal, die 2019 noch für das Verfahren stimmten, haben mittlerweile ihren Fehler eingesehen und stehen zum Erhalt des Waldes. Es gab bereits eine Pressemitteilung, die allerdings leider keine Bäume und Arten im Wald retten kann. Wir müssen jetzt gemeinsam tätig werden. Vor allem muss die Ratsfraktion der Grünen tätig werden, die können Einfluss nehmen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Menschen ihrer Basis, die begleiten uns immer wieder auf Waldspaziergängen und Kundgebungen. Zur Zeit sehe ich bei den Grünen schwarz!

Die Linke Wuppertal ist die einzige Fraktion, die sich von Anfang an öffentlich für den Erhalt des Waldes positioniert hat, sie ist die einzige Fraktion aus der Bezirksvertretung Vohwinkel, der Bezirk, den es am meisten betrifft.

Herr Schneidewind ist hier auch in der Verantwortung. Er ist mit großen Wahlversprechungen angetreten, sich bis jetzt aber sehr zurückgehalten mit einer Positionierung. Als Erstes sollte er sich dafür einsetzen, dass Zeit gewonnen wird, denn der Beschluss, der uns vorliegt, ist mit sofortiger Vollziehung angeordnet, damit ab dem 1. Oktober Fakten geschafft werden können. Denn ich sehe hier keine trifftigen Gründe vorliegen.

Er teilte mit, dass es nach erster Prüfung des Planfeststellungsbeschlusses keine Veranlassung für einen Einspruch gäbe. Sehen Sie, Herr Schneidewind, wie wichtig es ist, dass ein runder Tisch stattfindet? Die Bürgerinitiative Osterholz Bleibt! hat nämlich einige Punkte im Beschluss gefunden, die einer Klage nicht im Wege stehen. Was halten Sie davon, wenn Sie sich uns anschließen und Klarheit in das Verfahren bringen? Die Stadt kann uns in der Klage unterstützen, uns anschließen.
Herr Schneidewind hat geäußert, dass die Gespräche der Familie Iseke in angenehmer Atmosphäre stattfanden. Ich habe den Eindruck, dass Herrn Schneidewind jetzt verstanden hat, dass die Familie Iseke nur dann gesprächsbereit ist, wenn es darum geht, Menschen vor ihren Karren zu spannen, um ihre Belange durchzusetzen.

Die Familie Iseke hat seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, die besten Kontakten zu einigen Politiker*innen, lokalen Naturschutzverbänden und Presse. Sie haben seit Jahrzehnten ihre Belange ohne große Widerstände durchsetzen können.

Auch in diesem Verfahren hat die Familie Iseke alle möglichen Alternativlösungen immer sofort abgewunken. Sie haben sich von Anfang an vorgenommen diesen Wald zu roden und haben sich auf nichts anderes eingelassen.

In September sind Bundestagswahlen, wir leben in sehr spannenden Zeiten. Denken Sie daran, dass Sie dann auch direkt Politiker*innen in den Bundestag wählen. Wenn sie sich schon in Wuppertal nicht für Belange des Allgemeinwohls einsetzen, können wir ihnen dann vertrauen, wenn sie in Berlin Entscheidungen treffen?
Wir Bürger*innen müssen der Politik sagen, wo es lang geht. Das geht über die Abgabe eine Stimme zur Wahl hinaus.

Wir fordern einen offenen, runden Tisch. Und weil der Klimawandel keine Stadtgrenzen kennt, fordern wir auch die Beteiligung von Haaner Politiker*innen. Die Stadt Haan ist auch in dem Verfahren mit eingebunden. Ein runder Tisch, ausschließlich mit Akteuren und Parteien, die für die Rodung von 5,5 ha gesundem Mischwald gestimmt haben, hat keinen Sinn.

Herr Schneidewind will die Kritikpunkte auf dem Tisch bringen. Wir fordern einen öffentlichen Runden Tisch, einen Bürger*innen – Dialog.

Wie er auf dem Ökumenischen Kirchentag sagte: „Die Grundidee von Demokratie ist es jeden einzelnen Anderen in gleicher Form ernst zu nehmen“.

Einen Runden Tisch ist dann erfolgreich, wenn wir uns gemeinsam auf Augenhöhe treffen, wenn die Belange und Bedürfnisse der Bürger*innen wahrgenommen werden und nicht nur die privatwirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens berücksichtigt werden.

Wir kämpfen weiter, damit #osterholz bleibt!

Abschlusskundgebung

Das Bundesverfassungsgericht hat vor Kurzem ein Urteil gefällt:
Es gibt ein Recht auf Zukunft.
Für die Politik heißt dieses Urteil konkret, dass Deutschland dringend und am besten schon gestern ein neues Klimaschutzgesetz braucht.

Hier in Wuppertal scheint das nur wenige Politiker*innen zu interessieren. Oft fällt der Satz, dass eine Rodung heutzutage nicht zeitgemäß ist, aber wenn es darauf ankommt, kann wie im Osterholz einfach 5,5 ha gesunden Mischwald platt gemacht werden.

Sie folgen das Narrativ der Firma Oetelshofen und der lokalen Umweltverbände, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass viel wertvoller ist als der Wald an sich. Ja, die Kalkwerke beherrschen ihr Greenwashing exzellent. Und der BUND liefert dazu die wertvollen Argumente.

Angeblich soll neuer Wald entstehen. Ein Märchen. Die Abraumhalde soll aufgeforstet werden. Diese Halde steht auf Betriebsgelände, umzäunt und für die Öffentlichkeit für immer und ewig verloren. Ein Stück Naherholungsgebiet ist verloren. Da gibt es keinen schönen Spaziergang mehr durch den Osterholz Wald. Es gibt in Deutschland zum Glück ein Gesetz, das besagt, dass Wald nicht eingezäunt werden darf. Es gibt ein Waldbetretungsgesetz. Und damit sind die Aufforstungen auf der Halde nicht mehr Wald zu nennen. Der Wald verschwindet nicht temporär. Das ist Augenwischerei.

Auch in den meisten Zeitungsberichten ist das Narrativ zu lesen, dass keine Waldfläche verloren geht. Ein Journalist schreibt sogar von einem Wäldchen. Dass zwischen Rodung und Aufbau eines gleichwertigen Waldes ca. 60 – 100 Jahren liegen, fällt dann mal eben unterm Tisch. Schade, es gibt tatsächlich Journalisten, die ihren Beruf ernster nehmen und die Sachen hinterfragen und nicht die Behauptungen der Firma Oetelshofen, auch bekannt als die Wuppertaler Rodungsfraktion, eins zu eins übernehmen.

Eine Rodung von Wald zu dieser Zeit ist verwerflich. Es ist nicht nachhaltig, es sind geschützte Arten im Wald, es werden Lebensräume vernichtet und der Klimawandel angeheizt. Es ist schon traurig genug, dass immer nur geschützte Arten planungsrelevant sind.

Letzte Woche hat eine Unterstützerin einen jungen Waldkauz gesichtet und ein Nest gefunden. Der Gutachter der Fa. Oetelshofen schreibt in seinem Gutachten, dass unter anderem für den Waldkauz eine vertiefende Betrachtung erforderlich ist, da eine artenschutzrechtliche Betroffenheit nicht generell auszuschließen ist. Die Untere Naturschutzbehörde Wuppertal führt keine systematischen Kartierungen durch. Ein Skandal!

Dabei habe ich in April eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Bezirksregierung Düsseldorf beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eingereicht. Die artenschutzrechtliche Prüfung weist eklatante Differenzen mit der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde auf. Die ist bis heute nicht beantwortet und auch nicht in der Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf berücksichtigt worden.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat am 02.02.2021 eine Anfrage in Sache Osterholz an die Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt gestellt.

Sie haben die Antworten allerdings nicht geprüft. Daraus geht eindeutig hervor, dass diese Aussagen nicht mit dem vorliegenden Gutachten zum laufenden Verfahren übereinstimmen. Das ist für mich ein großes Versäumnis und die Intension der Anfrage nenne ich halbherzig. Die Politiker*innen sind in der Verantwortung die Verwaltung zu überprüfen. Wofür sind sie sonst da?

Der Wald ist seit August 2019 besetzt, von engagierten, tollen Menschen, die jede Entbehrung auf sich nehmen, um den Wald zu schützen. Die Firma Oetelshofen hat vor einiger Zeit eine Schmutzkampagne gegenüber den Waldbesetzer*innen und unsere Bürgerinitiative gestartet. Ständige Diffamierungen und Beleidigungen. Jetzt hat Herr Till Iseke sogar gesagt, dass sie sie den Wald räumen sollen. So in der Art: Jetzt habt ihr genug Campingurlaub gemacht, jetzt könnt ihr gehen.

Der Einsatz dieser Menschen, die für eine lebenswerte Zukunft auf einem mittlerweile stark beschädigten Planeten kämpfen, wird kriminalisiert und werbewirksam ins Lächerliche gezogen.

Sie werden den Wald bis zum Schluss verteidigen und wir werden sie in allem unterstützen. Wenn es sein muss, kann ich mir vorstellen, mich auch in ein Baumhaus setzen. Ich habe mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht Gehör zu finden, aber ich bekomme keine Antworten mehr. Weder von der Bezirksregierung Düsseldorf, noch von der Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal, noch von Herrn Schneidewind.

Wir sind heute hier zusammengekommen, weil die Bezirksregierung Düsseldorf eine Genehmigung erteilt hat, die keinen Rücksicht auf die kommenden Generationen nimmt. Wir kämpfen hier um die Zukunft unserer Kinder. Falls der Wald geräumt werden soll, muss die Firma Oetelshofen zu ihrer Verantwortung stehen, dass hier Menschenleben zu Schaden kommen, nur damit sie ihre privatwirtschaftlichen Interessen durchsetzen können.

Räumung und Rodung des Waldes werden immer 3 Gesichter tragen: Jörg Iseke, Moritz Iseke und Till Iseke. Und die Politiker*innen, die für das Verfahren gestimmt haben, müssen dies auch mit verantworten. Es wird auch kein gutes Licht auf die Stadt Wuppertal werfen, die Stadt, die angeblich alles dafür tut um 2037 klimaneutral zu werden.

Einige Akteure betonen immer wieder der Osterholz wäre kein Hambi. Das stimmt nicht! Waldrodung ist einfach nicht mehr drin. Dagegen wehren wir uns genau wie die Menschen im Hambi und Danni und vielen anderen Wäldern in Deutschland, die bedroht sind. Solange politische Entscheidungen den Klimawandel ignorieren sind Waldbesetzungen absolut gerechtfertigt.

Von der EU und dem Land gibt es 3,6 Mio Euro für Circular Valley, ein Vorzeigeprojekt. Ein internationales Zentrum für Kreislaufwirtschaft, das neue Lösungen für Wirtschaft sucht, bei dem Ressourcen immer wieder verwertet werden. Es soll das Silicon Valley NRWs werden. Und dann werden hier 5,5 ha Wald gerodet für den Abraum der Kalkwerke Oetelshofen. Das könnte Herrn Schneidewind noch auf die Füße fallen. Ein grüner Bürgermeister kann es sich nicht leisten, dass in seiner Stadt 5,5 ha Wald gerodet werden für eine der dreckigsten Industrien, die es gibt.

Wir wissen, dass der Klimawandel immense Kosten mit sich bringt, die die zukünftigen Generationen bezahlen müssen.

Und dann wird hier eine Genehmigung zur Rodung von Wald erteilt an eine Firma, die sage und schreibe 1,8 Mio Euro Überschuss im Jahre 2019 erwirtschaftet hat, damit sie Geld sparen kann.

Es heißt immer, der Kalk wäre systemrelevant.

Doch das Einzige, dass wirklich systemrelevant ist, ist die Natur.

Der Kampf gegen den Klimawandel kann im Ausland aber auch hier vor der eigenen Haustür geführt werden. Wald, Bäume, Arten müssen geschützt werden. Die Grundsteine für eine bessere Zukunft der zukünftigen Generationen werden jetzt gelegt. Die Jüngeren haben während der Pandemie Rücksicht auf die Älteren genommen, wann nehmen die Älteren endlich Rücksicht auf die Jüngeren?

Wir alle sollen Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein. Wir haben die Freiheit uns zu entscheiden und unseren Entscheidungen Taten folgen zu lassen. Unser Konsum kann strategisch gestaltet werden und wir können uns politisch für Ziele einsetzen, die von der Politik ignoriert werden. Es ist unsere Verantwortung.

Der Osterholz steht für Klimaschutz, Artenschutz, Grundwasserschutz und für Widerstand gegen eine überholte Industriepolitik zu Lasten der Natur.

Wir kämpfen weiter damit Osterholz bleibt!

Teile diesen Beitrag

Pressemitteilung Osterholz Bleibt Demonstration am 12. Juni

Bis zu 250 Menschen in der Spitze auf Osterholz Bleibt Demonstration in Wuppertal Elberfeld – Provokante Polizei Aktionen gegen Demonstrant*innen
 
 
Wuppertal. 12. Juni, 2021. Heute zog eine bunte, friedliche Demonstration für den Erhalt des Osterholz Waldes durch Wuppertal-Elberfeld. In der Spitze nahmen bis zu 250 Menschen Teil. In Redebeiträgen wurde nochmals ein offener runden Tisch gefordert, wo an alternativen Lösungen für den Abraum der Firma Oetelshofen gearbeitet werden soll. Der Wuppertaler Oberbürgermeister, Uwe Scheidewind, wurde als Moderator für den öffentlichen runden Tisch vorgeschlagen. 
 
Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative Osterholz bleibt, René Schuijlenburg, sagt: „Es war eine schöne bunte Demonstration. Ganz unterschiedliche Menschen, Jung und Alt, die der Kampf für den Erhalt vom Osterholz vereint. Am Donnerstag findet eine Fahrraddemonstration für den Osterholz Wald statt. Die Fahrraddemonstration startet um 14:00 Uhr auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg und wird vor der historische Stadthalle in Wuppertal-Elberfeld enden; während der Ratssitzung der Wuppertaler Stadtrat. Ab 15:30 Uhr wird vor der Historische Stadthalle eine Kundgebung stattfinden. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen werden, denn während dieser Ratssitzung wird über einen Antrag bezüglich des Osterholz Waldes abgestimmt.“
 
 
Während der heutigen Demonstration wurde in mehreren Redebeiträgen die Kriminalisierung der Bürgerinitiative thematisiert. Es wurde gefordert, dass diese Kriminalisierung beendet wird. Kurz nach dem Ende der friedlichen Demonstration gab es dann eine Aktion der Wuppertaler Polizei die viele der Teilnehmer*innen, die dabei waren aufzubrechen, fassungslos machte. 
 
René Schuijlenburg: „Es war nicht nachvollziehbar warum die Anwesenden Polizist*innen nach der Demonstration plötzlich gegen mehrere Menschen vorgegangen ist. Es wurden mehrere Taschenkontrollen durchgeführt, Personalien festgestellt und eine Person ohne erkennbaren Grund in Gewahrsam genommen. Die Polizei baute sich bedrohlich vor den Menschen auf, obwohl es dafür absolut keinen Anlass gab. Zuvor hatte die Polizei schon eine Person auf der Gathe in Gewahrsam genommen. Ob dies Teil einer Kriminalisierungskampagne ist oder nicht, wissen wir nicht. Es war aber deutlich zu sehen, dasder einzige Zwischenfall während der Demonstration von der Polizei ausging. Die Corona-Maßnahmen wurden während der Demonstration eingehalten, im Gegensatz zu der Warteschlange vor Primark, welcher in unmittelbarer Sichtweite der Polizist*innen war. Es gab während der Demonstration auch keine Beschwerden seitens der Polizei über das nicht Einhalten von Corona-Maßnahmen.“
 
Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt!: Die Polizisten haben ganz gezielt Menschen rausgesucht um die Personalien aufzunehmen. Ich bin immer noch fassungslos, dass bei einem friedlicher Protest die Polizei so provokant auftritt. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Osterholz Bleibt! – Jetzt erst recht!“.
 
 
Die  Bürgerinitative Osterholz bleibt wird weiterhin auf die Straße gehen, um gegen die geplanten Rodungen zu demonstrieren und darüber hinaus auch alle weitere Möglichkeiten ausschöpfen, um den Wald auch für kommende Generationen zu bewahren.
 
Fahrraddemo
Donnerstag 17. Juni, 14:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan.
 
Mahnwache
Samstag 19. Juni 11:00 bis 16:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan
Teile diesen Beitrag

Rudi Rhode – Osterholz bleibt! Hymne (Uraufführung Live)

Uraufführung der Osterholz bleibt! Hymne am Sonntag, den 06. Juni 2021 im Rahmen einer Kundgebung im von Rodung bedrohten Osterholz Wald im Westen von Wuppertal bzw. im Osten von Haan/Gruiten.

Der Songtext:

Der Osterholz war blau,
soviel Pollis waren da,
Und Mensch Meier ging spazieren,
als er die Menschenmenge sah,
Und er fragte irgendeinen:
„Sag mal, ist hier ein Fest?“
„Sowas ähnliches“, sagte der,
„das Osterholz wird besetzt“

„Wird auch Zeit“, sagte Mensch Meier,
„denn das ist doch nicht okeh,
dass die Bäume alle fallen,
das tut mir in der Seele weh.
Doch der Gröteke der brüllt:
„Räumt den ganzen grünen Wald,
meine Bagger wollen baggern,
und das schön möglichst bald.“

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

Die Isekes war‘n stinksauer,
die CDU war schwer empört
Dass die Typen jetzt besetzen,
was der ganzen Welt gehört
Aber um der Stadt zu zeigen,
wie großzügig sie sind
Sagten sie: „Wir räumen später,
und lassen sie erstmal drin“

Und nur kurze Zeit später
schrieb die Presse groß und fett,
die Osterholz-Besetzer sind kriminell,
und gar nicht nett,
Und die deutlichen Beweise
sind zehn leere Flaschen Wein
Und zehn leere Flaschen können
schnell zehn Mollies sein

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser aller Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

Letzten Montag traf Mensch Meier
in der Schwebe seinen Sohn
Der sagt: „Die wollen uns räumen,
ne Genehmigung ham se schon“
„Is‘ ja irre“, sagt Mensch Meier
„was ham die sich gedacht?
Die Welt steht vor dem Kollaps,
und der Wald wird plattgemacht!

Sag mir eins, ha’m die da oben
noch immer nichts kapiert?
Denen geht es nur ums Geld,
und dafür wird der Wald planiert.
Wenn die den Wald dann räumen,
da bin ich mit dabei,
und kette mich an die Bäume,
steh für die Zukunft ein.

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

Teile diesen Beitrag

Rede von Marjolein Schlüter auf der Kundgebung am 06.06.

Osterholz Bleibt!

Kundgebung am 6. Juni 2021

Es gibt was zu feiern. Heute fast genau auf den Tag ist es zwei Jahre her, dass wir unseren Kampf für den Erhalt des Osterholz angefangen haben. Und der Wald steht nach wie vor!

Wir haben bis jetzt alles richtig gemacht und werden auch weiter diesen Weg gegen dieses Verfahren gehen. Die Firma Oetelshofen hat letzte Woche die Genehmigung zur Rodung der 5,5 ha Osterholz Wald bekommen und dass, obwohl einige Fachaufsichtsbeschwerden nicht bearbeitet wurden. Wir kämpfen weiter für den Erhalt und das können wir nur gemeinsam.

Wir können es nur gemeinsam schaffen!

Die Firma Oetelshofen hat, wie wir mittlerweile alle wissen, 2017 ein Planfeststellungsverfahren eingereicht mit dem Ziel ihre Halde zu erweitern und damit einen wertvollen, alten Buchenwald zu zerstören, was für sie die preiswerteste Lösung ist.

Die GAL Haan hat mich letztes Jahr glücklicherweise darüber informiert, dass die Firma Oetelshofen nach dem Erörterungstermin am 22. September letzten Jahres, eine „Aktualisierung des Verfahrens“ eingereicht hat, sonst wäre das wieder schön im Hinterzimmerchen abgelaufen. Mangelnde Transparenz gegenüber vielen Akteuren ist ein wesentliches Stilmittel der Kalkwerke seit Anfang an.

Unter anderen soll der geplante Lärmschutzwall wegfallen. Dieser sollte auf Haaner Stadtgebiet errichtet werden und daher werden sie wohl gedacht haben, dass sie diese „Aktualisierung“ nicht in Wuppertal einreichen brauchen, obwohl in diesem Verfahren beide Städte eingebunden sind. Über dieses sogenannte Deckblattverfahren wurden betroffene Dritten wurden also nicht informiert, sodass diese keine Möglichkeit hatten innerhalb von zwei Wochen erneut Einwände zu machen. Die Stadt Haan hat auch den späten Eingang des Beteiligungsschreibens moniert und konnten wegen der Kürze der vorgegebenen Frist die Beratungsunterlagen nachreichen.
Hier sehe ich auch bei der Bezirksregierung krasse Defizite in Bezug auf Transparenz. Es scheint, als ob sie den Kalkwerken zuarbeitet.

Die Stadt Haan hat den Wegfall des Lärmschutzwalles begrüßt. Wir als Anwohner*innen haben es nur begrüßt, dass dort nun keine Bäume gerodet werden müssen und haben erwartet, dass die Stadt Haan an seine Bürger*innen gedacht hätte und Alternativen für den Wegfall des Lärmschutzwalles gefordert hat.

Wir Bürger*innen haben ständig das Nachsehen. Entscheidungen werden von einigen Politiker*innen rein wirtschaftlich getroffen. In diesem Fall sogar privatwirtschaftlich. Dabei untermauern sie ihre Entscheidungen mit den aberwitzigsten Argumenten. Herr Hafke von der FDP Wuppertal würdigt die Kalkwerke als lokal verwurzelten Betrieb, der Verantwortung für Natur, Mensch und Region übernehme.

Ich sehe das anders. Das Geschäft der Kalkwerke Oetelshofen ist es tagtäglich riesige Löcher in die Landschaft zu sprengen und Raubbau an der Natur zu betreiben. Der Grundwasserspiegel wird künstlich abgesenkt, ein Problem für die ganze Region ist. Eine Firma, die 2021 ihre Brennöfen nach wie vor mit Braunkohle als Treibstoff betreibt, ist nicht nachhaltig. Eine Firma, die 2021 Wald rodet, ist nicht nachhaltig. Wo bleibt da die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Oft fällt der Satz, dass eine Rodung heutzutage nicht zeitgemäß ist, aber jede*r hat seine Ausreden. Entweder sind es die Steuereinnahmen, die Systemrelevanz des Kalks, oder die Überzeugung, dass der Wald zwar wegkommt, der Mensch dafür aber etwas viel Schöneres und viel Wertvolleres schaffen würde.

Doch das Einzige, dass systemrelevant ist, ist die Natur.
Der Kampf gegen den Klimawandel kann im Ausland aber auch hier vor der eigenen Haustür geführt werden. Wald, Bäume, Arten müssen geschützt werden. Die Grundsteine für eine bessere Zukunft der zukünftigen Generationen werden jetzt gelegt. Die Jüngeren haben während der Pandemie Rücksicht auf die Älteren genommen, wann nehmen die Älteren endlich Rücksicht auf die Jüngeren?

Wir wissen, dass der Klimawandel immense Kosten mit sich bringt, die die zukünftigen Generationen bezahlen müssen.
Und dann wird hier eine Genehmigung zur Rodung von Wald erteilt an eine Firma, die sage und schreibe 1,8 Mio Euro im Jahre 2019 erwirtschaftet hat, damit sie Geld sparen kann.
Wo ist hier die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Es ist nicht nachhaltig eine selbstbeantragte und 2013 genehmigte Innenverkippung anzufangen, weil Sie lieber Großveranstaltungen im Steinbruch abhalten wollen, Herr Till Iseke? Haben Sie deswegen nicht den Kalk als Erstes dort abgebaut um dann sofort die von Ihnen beantragte und 2013 genehmigte Innenverkippung anzufangen?

Eine Rodung von Wald zu dieser Zeit ist verwerflich. Es ist nicht nachhaltig, es sind geschützte Arten im Wald, es werden Lebensräume vernichtet und der Klimawandel angeheizt. Es ist schon traurig genug, dass immer nur geschützte Arten planungsrelevant sind. Dabei unternimmt die Untere Naturschutzbehörde nichtmal systematische Kartierungen. Ich habe diese Woche morgens beim Spazierengehen einen Feldhasen und eine Blindschleiche gesehen. Schade, Allerweltsviecher, nicht planungsrelevant, kann weg.

Es soll neuer Wald entstehen. Ein Märchen. Es soll auf der Halde aufgeforstet werden. Schauen Sie die bereits bestehende Halde an, die erweitert werden soll. Sehen Sie dort Bäume? Und wenn, dann steht dieser „Wald“ auf Betriebsgelände, umzäunt und für die Öffentlichkeit für immer und ewig verloren. Dann ist ein Stück Naherholungsgebiet verloren. Da gibt es keinen schönen Spaziergang mehr durch den Osterholz Wald. Es gibt in Deutschland zum Glück ein Gesetz, das besagt, dass Wald nicht eingezäunt werden darf. Es gibt ein Waldbetretungsgesetz. Und damit sind die Aufforstungen auf der Halde nicht mehr Wald zu nennen. Der Wald verschwindet nicht temporär. Das ist Augenwischerei. Die Kalkwerke erzählen neuerdings medienwirksam, dass sie den bestehenden Wald aufwerten würden. Es ist aber die Pflicht eines jeden Waldbesitzers sich um sein Wald zu kümmern. Uns wird das als Ausgleichsmaßnahmen für die Rodung präsentiert. Vielleicht bekommen sie sogar Subventionen von Frau Klöckner. Sie hat diese Woche Subventionen an Waldbesitzer*innen zugesagt, damit die ihre Mischwälder aufforsten können. Das sind Steuergelder! Und dann kommt gleichzeitig die Nachricht, dass hier eine Rodung von Mischwald genehmigt wurde.

Das Narrativ der Firma Oetelshofen und der lokalen Umweltverbände ist, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass viel wertvoller ist als der Wald an sich. Ja, die Kalkwerke beherrschen ihr Greenwashing exzellent.

Der Wald ist seit August 2019 besetzt von engagierten, tollen Menschen, die jede Entbehrung auf sich nehmen, um den Wald zu schützen. Die Firma Oetelshofen hat vor einiger Zeit eine Schmutzkampagne gegenüber den Waldbesetzer*innen und unsere Bürgerinitiative gestartet. Ständig Diffamierungen und Beleidigungen. Jetzt hat Herr Till Iseke sogar gesagt, dass sie sie den Wald räumen sollen. So in der Art: Jetzt habt ihr genug Campingurlaub gemacht, jetzt könnt ihr gehen.

Der Einsatz dieser Menschen, die um eine lebenswerte Zukunft auf einem mittlerweile stark beschädigten Planeten, kämpfen, wird kriminalisiert und werbewirksam ins Lächerliche gezogen.
Sie werden den Wald bis zum Schluss verteidigen und wir werden sie in allem unterstützen. Ziviler Ungehorsam ist hier absolut angebracht. Wenn es sein muss, kann ich mir vorstellen, mich auch in ein Baumhaus setzen. Dann werden meine Fragen vielleicht beantwortet, zum Beispiel meine Anfrage zum Sachstand oder meine Fachaufsichtsbeschwerde über die Artenschutzrechtliche Prüfung. Die sind immer noch nicht beantwortet worden, nichtmals eine Eingangsbestätigung habe ich bekommen, obwohl er eine solche Anfrage beantworten MUSS.

Auch die Bezirksregierung beantwortet meine Schreiben nicht mehr. Ich habe bis jetzt alles versucht sachlich und ruhig die Problematik anzugehen, aber ich werde nur noch geblockt. Dann werde ich mir meine Rechte wohl auf eine andere Art und Weise holen müssen, wie es aussiehht. Wir kämpfen hier um die Zukunft unserer Kinder. Falls der Wald geräumt werden soll, muss die Firma Oetelshofen zu ihrer Verantwortung stehen, dass hier Menschenleben zu Schaden kommen, nur damit sie ihre privatwirtschaftlichen Interessen durchsetzen können.

Räumung und Rodung des Waldes werden immer 3 Gesichter tragen: Jörg, Moritz und Till Iseke. Und die Politiker*innen, die für das Verfahren gestimmt haben, müssen dies verantworten. Es wird auch kein gutes Licht auf die Stadt Wuppertal werfen, die Stadt, die angeblich alles dafür tut um 2037 klimaneutral zu werden. Einige Akteure betonen immer wieder der Osterholz wäre kein Hambi. Das stimmt nicht! Waldrodung ist einfach nicht mehr drin. Dagegen wehren wir uns genau wie die Menschen im Hambi und Danni und vielen anderen Wäldern in Deutschland, die bedroht sind. Solange politische Entscheidungen den Klimawandel ignorieren, sind für mich Waldbesetzungen absolut gerechtfertigt. Wir haben alles versucht auf offiziellen Wegen zu erreichen und wurden ignoriert. Es scheint, dass ziviler Ungehorsam ist das letzte Mittel ist, was nun bleibt um manchen Politiker*innen zu zeigen, wo der Weg hingeht. 2019 haben wir Bürger*innen in diesem Verfahren ein einziges Mal die Möglichkeit gehabt unsere Stimme geltend zu machen. Manche von uns gewählte Politiker*innen haben das nicht verstanden. In der Wuppertaler Ratssitzung hat eine Politikerin gesagt: „Wir sind zwar gegen eine Rodung vom Wald, aber die Arbeitsplätze und über dieses Verfahren wird sowieso woanders entschieden“. Das ist nicht richtig. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat um eine Stellungnahme gebeten, die dann in der Entscheidung der Bezirksregierung mit eingeflossen wäre. Die Entscheidung dieses Verfahren ist somit ausschließlich von Beamten getroffen worden. Beamten, die keine Konsequenzen zu erwarten haben, egal wieviel Mist sie bauen, sie werden nicht gewählt. Sie werden höchstens versetzt.

Herr Schneidewind hat immer wieder betont, dass die Gespräche der Familie Iseke in angenehmer Atmosphäre stattfanden. Es sieht so aus, dass Herrn Schneidewind jetzt auch verstanden, dass die Familie Iseke nur dann gesprächsbereit ist, wenn es darum geht Menschen vor ihrer Karre zu spannen um ihre Belange durchzusetzen. Die Familie Iseke hat seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, die besten Kontakten zu einigen Politiker*innen, lokale Naturschutzverbänden und Presse. Sie haben seit Jahrzehnten ihre Belange ohne große Widerstände durchsetzen können.

Für Herrn Schneidewind ist das alles etwas unglücklich gelaufen. Er ist mit großen Wahlversprechungen angetreten und hat sich bis jetzt immer zurückgehalten mit einer Positionierung. Es gibt mit Sicherheit einen Koalitionszwang. Wir wissen mit welcher Vehemenz die CDU Wuppertal das Verfahren der Kalkwerke Oetelshofen verteidigt und unterstützt. Herr Moritz Iseke war ja auch bis Ende letzten Jahres Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Vohwinkel, sowie Mitglied im Umweltausschuss.

Die Grünen Wuppertal, die 2019 noch für das Verfahren gestimmt haben, haben mittlerweile ihren Fehler gesehen und stehen zum Erhalt des Waldes. Es gab bereits eine Pressemitteilung, die allerdings leider keine Bäume und Arten im Wald retten kann. Wir müssen jetzt gemeinsam tätig werden. Auch Herr Schneidewind ist hier gefragt. Als Erstes Zeit gewinnen, denn der Beschluss der uns vorliegt, ist mit sofortiger Vollziehung angeordnet, damit ab dem 1. Oktober Fakten geschafft werden können. Eine Klage, die wir einreichen werden, hat keine aufschiebende Wirkung.

Von der EU und dem Land gibt es 3,6 Mio Euro für Circular Valley, ein Vorzeigeprojekt. Ein internationales Zentrum für Kreislaufwirtschaft, das neue Lösungen für Wirtschaft sucht, bei dem Ressourcen immer wieder verwertet werden. Es soll das Silicon Valley NRWs werden. Und dann werden hier 5,5 ha Wald gerodet für den Abraum der Kalkwerke Oetelshofen. Das könnte Herrn Schneidewind noch auf die Füße fallen. Ein grüner Bürgermeister kann es sich nicht leisten, dass in seiner Stadt 5,5 ha Wald gerodet werden für eine der dreckigsten Industrien, die es gibt.

Dieses Jahr steht die Bundestagswahl an, sehr spannende Zeiten. Wir Bürger*innen müssen der Politik sagen, wo es lang geht. Wir haben sie gewählt und sollen sie in September auch wieder wählen. Die Politiker*innen sind jetzt gefordert. Wer den Beschluss durchliest und das können zur Zeit nur wenige, denn der wird erst ab dem 14. Juni veröffentlicht, findet auf Seite 71 folgenden Satz: „Die Wahl eines anderen Standortes oder die Nutzung einer anderen Deponiefläche wäre ein anderes Vorhaben und nicht lediglich eine Ausführungsvariante der Planung“. Schön, oder? Hat uns auch noch keine*r so klar und deutlich gesagt.
Die Familie Iseke hat alle möglichen Alternativlösungen immer sofort abgewunken. Sie haben sich von Anfang an vorgenommen diesen Wald zu roden und haben sich auf nichts anderes eingelassen.

Wir fordern einen offenen, runden Tisch. Und weil der Klimawandel keine Stadtgrenzen kennt, fordern wir auch die Beteiligung von Haaner Politiker*innen. Die Stadt Haan ist auch in dem Verfahren mit eingebunden. Einen runden Tisch mit lauter Beteiligten, die für das Verfahren und damit für die Rodung von 5,5 ha alten Baumbestand gestimmt haben, hat keinen Sinn.

Vergessen wir nicht, dass die Stadt Haan 2019 gegen das Verfahren gestimmt hat. Die Stadt Wuppertal hat mit Ausnahme der Linke und Freien Wähler für das Verfahren gestimmt und die Linke Wuppertal ist die einzige Fraktion, die sich von Anfang an öffentlich zum Osterholz Wald positioniert habt, sie sind die einzige Fraktion aus der Bezirksvertretung Vohwinkel, die es am Meisten betrifft, die sich von Anfang an für den Erhalt von Osterholz ausgesprochen haben.

Wir fordern eine Beteiligung unserer Bürgerinitiative, damit auch die Belange der Öffentlichkeit vertreten sind, die überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Einen runden Tisch ist erfolgreich, wenn wir uns als Menschen zusammensetzen, Politiker*innen miteinander arbeiten. Wir sitzen alle auf demselben Ast. Klimawandel macht keinen Unterschied bei politischen Parteien, bei Fraktionen.

Kommenden Samstag, den 12. Juni demonstrieren wir in Wuppertal, ab 14h Döppersberg.

Donnerstag, den 17. Juni haben wir eine Fahrraddemo organisiert, auch ab 14h. Von Hermgesberg geht es nach Wuppertal. Dort findet um 16h eine Ratssitzung statt.

Der Osterholz steht für Klimaschutz, Artenschutz, Grundwasserschutz und für Widerstand gegen eine überholte Industriepolitik zu Lasten der Natur. Wir setzen uns politisch für Ziele ein, die von der Politik ignoriert werden. Es ist unsere Verantwortung.

Wir kämpfen weiter, damit #OsterholzBleibt!

Teile diesen Beitrag