Reden von Marjolein Schlüter auf der Demo „Osterholz bleibt! – Jetzt erst recht!“ am 12.06.

Auftaktkundgebung

Es gibt was zu feiern. Es ist jetzt etwa zwei Jahre her, dass wir unseren Kampf für den Erhalt des Osterholzes angefangen haben. Und der Wald steht nach wie vor!

Wir haben bis jetzt alles richtig gemacht und werden weiterkämpfen. Die Firma Oetelshofen hat letzte Woche die Genehmigung zur Rodung der 5,5 ha Osterholz Wald bekanntgegeben und dass, obwohl einige Fachaufsichtsbeschwerden nicht bearbeitet wurden. Wir kämpfen weiter für den Erhalt und das können wir nur gemeinsam.

Wir können es nur gemeinsam schaffen!

Mangelnde Transparenz gegenüber vielen Akteuren ist ein wesentliches Stilmittel der Kalkwerke seit Anfang an. So erfuhr ich über die GAL Haan von einer Aktualisierung des Verfahrens, in der unter anderem soll der geplante Lärmschutzwall wegfallen soll. Dieser sollte auf Haaner Stadtgebiet errichtet werden und daher werden sie wohl gedacht haben, dass sie diese „Aktualisierung“ nicht in Wuppertal einreichen brauchen, obwohl in diesem Verfahren beide Städte eingebunden sind. Über dieses sogenannte Deckblattverfahren wurden betroffene Dritte also nicht informiert, sodass diese keine Möglichkeit hatten innerhalb von zwei Wochen erneut Einwände zu machen.
Hier sehe ich auch bei der Bezirksregierung krasse Defizite in Bezug auf Transparenz. Es scheint, als ob sie den Kalkwerken zuarbeitet.

Viele Politiker*innen, die drücken sich ganz geschickt vor der Verantwortung.
2019 hatten wir Bürger*innen in diesem Verfahren ein einziges Mal die Möglichkeit unsere Stimme geltend zu machen. Die Mehrheit der Politiker*innen setzten sich nicht für die Interessen der Allgemeinheit ein oder wenn sie Engagement zeigten, dann ausschließlich für die Interessen der Kalkwerke. Dafür sind sie nicht gewählt worden, es ist eigentlich ihre Pflicht die Interessen der Allgemeinheit zu repräsentieren.

Die Freien Wähler und die Linke Wuppertal sind die einzigen Fraktionen die 2019 gegen das Verfahren gestimmt haben.

In der Ratssitzung im Juli 2019 hat ein Ratsmitglied des Bündnis 90/die Grünen Wuppertal gesagt, dass über dieses Verfahren sowieso woanders entschieden wird. Das ist falsch. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat um eine Stellungnahme der Stadt Wuppertal gebeten, die dann in der Entscheidung der Bezirksregierung mit eingeflossen ist. Die Entscheidung hätte von den Grünen also sehr wohl zugunsten des Erhalts des Waldes beeinflusst werden können.

Die endgültige Entscheidung in dieses Verfahren ist somit ausschließlich von Beamten getroffen worden. Beamten, die keine Konsequenzen zu erwarten haben, egal wieviel Mist sie bauen, sie werden nicht gewählt.

Die CDU Wuppertal hat im August 2019 einen Waldspaziergang organisiert, um sich über dieses Vorhaben zu erkundigen, also nach der Ratssitzung, in der die Entscheidung abgestimmt wurde. Ein bisschen spät, oder?

Wir wissen mit welcher Vehemenz die CDU Wuppertal das Verfahren der Kalkwerke Oetelshofen verteidigt und unterstützt. Herr Moritz Iseke war ja auch bis Ende letzten Jahres Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Vohwinkel, sowie Mitglied im Umweltausschuss.

Ich kann mir vorstellen, dass die CDU ihrem Parteikollegen keine Nachteile zumuten möchte. Damit verursachen sie Zumutungen für die Allgemeinheit.

Auf jeden Fall haben sie am 31. Mai jubiliert, als die Firma Oetelshofen ihre Genehmigung zur Haldenerweiterung und die damit verbundene Rodung von 5,5 ha gesunden Mischwald, Altbaumbestand, verkündet haben.

Die SPD Wuppertal verhält sich bedeckt in diesem Planfeststellungsverfahren. Sie freuen sich auch über die Genehmigung, am Meisten auf die Gewerbesteuer.
Stärker noch: letzte Woche kam aus Richtung der SPD die Bemerkung, dass wenn die Allgemeinheit schon möchte, dass der Abraum woanders abgelagert werden soll, die Allgemeinheit die Entsorgung bezahlen muss. Wie wäre es, wenn die Profite der Firma Oetelshofen auch der Allgemeinheit zugewiesen werden?

Herr Hafke von der FDP Wuppertal würdigt die Kalkwerke als lokal verwurzelten Betrieb, der Verantwortung für Natur, Mensch und Region übernehme.

Ich sehe das anders. Das Geschäft der Kalkwerke Oetelshofen ist es tagtäglich riesige Löcher in die Landschaft zu sprengen und Raubbau an der Natur zu betreiben. Der Grundwasserspiegel wird künstlich abgesenkt, was ein Problem für die ganze Region ist. Eine Firma, die 2021 ihre Brennöfen nach wie vor mit Braunkohle betreibt und riesige Mengen an CO² in die Atmosphäre bläst, ist nicht nachhaltig. Eine Firma, die 2021 Wald rodet, ist nicht nachhaltig, auch wenn sie sich durch lokale Umweltschutzverbände ein tolles Image verpassen lässt. Wo bleibt da die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Die Grünen Wuppertal, die 2019 noch für das Verfahren stimmten, haben mittlerweile ihren Fehler eingesehen und stehen zum Erhalt des Waldes. Es gab bereits eine Pressemitteilung, die allerdings leider keine Bäume und Arten im Wald retten kann. Wir müssen jetzt gemeinsam tätig werden. Vor allem muss die Ratsfraktion der Grünen tätig werden, die können Einfluss nehmen. Nehmen Sie sich ein Beispiel an Menschen ihrer Basis, die begleiten uns immer wieder auf Waldspaziergängen und Kundgebungen. Zur Zeit sehe ich bei den Grünen schwarz!

Die Linke Wuppertal ist die einzige Fraktion, die sich von Anfang an öffentlich für den Erhalt des Waldes positioniert hat, sie ist die einzige Fraktion aus der Bezirksvertretung Vohwinkel, der Bezirk, den es am meisten betrifft.

Herr Schneidewind ist hier auch in der Verantwortung. Er ist mit großen Wahlversprechungen angetreten, sich bis jetzt aber sehr zurückgehalten mit einer Positionierung. Als Erstes sollte er sich dafür einsetzen, dass Zeit gewonnen wird, denn der Beschluss, der uns vorliegt, ist mit sofortiger Vollziehung angeordnet, damit ab dem 1. Oktober Fakten geschafft werden können. Denn ich sehe hier keine trifftigen Gründe vorliegen.

Er teilte mit, dass es nach erster Prüfung des Planfeststellungsbeschlusses keine Veranlassung für einen Einspruch gäbe. Sehen Sie, Herr Schneidewind, wie wichtig es ist, dass ein runder Tisch stattfindet? Die Bürgerinitiative Osterholz Bleibt! hat nämlich einige Punkte im Beschluss gefunden, die einer Klage nicht im Wege stehen. Was halten Sie davon, wenn Sie sich uns anschließen und Klarheit in das Verfahren bringen? Die Stadt kann uns in der Klage unterstützen, uns anschließen.
Herr Schneidewind hat geäußert, dass die Gespräche der Familie Iseke in angenehmer Atmosphäre stattfanden. Ich habe den Eindruck, dass Herrn Schneidewind jetzt verstanden hat, dass die Familie Iseke nur dann gesprächsbereit ist, wenn es darum geht, Menschen vor ihren Karren zu spannen, um ihre Belange durchzusetzen.

Die Familie Iseke hat seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, die besten Kontakten zu einigen Politiker*innen, lokalen Naturschutzverbänden und Presse. Sie haben seit Jahrzehnten ihre Belange ohne große Widerstände durchsetzen können.

Auch in diesem Verfahren hat die Familie Iseke alle möglichen Alternativlösungen immer sofort abgewunken. Sie haben sich von Anfang an vorgenommen diesen Wald zu roden und haben sich auf nichts anderes eingelassen.

In September sind Bundestagswahlen, wir leben in sehr spannenden Zeiten. Denken Sie daran, dass Sie dann auch direkt Politiker*innen in den Bundestag wählen. Wenn sie sich schon in Wuppertal nicht für Belange des Allgemeinwohls einsetzen, können wir ihnen dann vertrauen, wenn sie in Berlin Entscheidungen treffen?
Wir Bürger*innen müssen der Politik sagen, wo es lang geht. Das geht über die Abgabe eine Stimme zur Wahl hinaus.

Wir fordern einen offenen, runden Tisch. Und weil der Klimawandel keine Stadtgrenzen kennt, fordern wir auch die Beteiligung von Haaner Politiker*innen. Die Stadt Haan ist auch in dem Verfahren mit eingebunden. Ein runder Tisch, ausschließlich mit Akteuren und Parteien, die für die Rodung von 5,5 ha gesundem Mischwald gestimmt haben, hat keinen Sinn.

Herr Schneidewind will die Kritikpunkte auf dem Tisch bringen. Wir fordern einen öffentlichen Runden Tisch, einen Bürger*innen – Dialog.

Wie er auf dem Ökumenischen Kirchentag sagte: „Die Grundidee von Demokratie ist es jeden einzelnen Anderen in gleicher Form ernst zu nehmen“.

Einen Runden Tisch ist dann erfolgreich, wenn wir uns gemeinsam auf Augenhöhe treffen, wenn die Belange und Bedürfnisse der Bürger*innen wahrgenommen werden und nicht nur die privatwirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens berücksichtigt werden.

Wir kämpfen weiter, damit #osterholz bleibt!

Abschlusskundgebung

Das Bundesverfassungsgericht hat vor Kurzem ein Urteil gefällt:
Es gibt ein Recht auf Zukunft.
Für die Politik heißt dieses Urteil konkret, dass Deutschland dringend und am besten schon gestern ein neues Klimaschutzgesetz braucht.

Hier in Wuppertal scheint das nur wenige Politiker*innen zu interessieren. Oft fällt der Satz, dass eine Rodung heutzutage nicht zeitgemäß ist, aber wenn es darauf ankommt, kann wie im Osterholz einfach 5,5 ha gesunden Mischwald platt gemacht werden.

Sie folgen das Narrativ der Firma Oetelshofen und der lokalen Umweltverbände, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass viel wertvoller ist als der Wald an sich. Ja, die Kalkwerke beherrschen ihr Greenwashing exzellent. Und der BUND liefert dazu die wertvollen Argumente.

Angeblich soll neuer Wald entstehen. Ein Märchen. Die Abraumhalde soll aufgeforstet werden. Diese Halde steht auf Betriebsgelände, umzäunt und für die Öffentlichkeit für immer und ewig verloren. Ein Stück Naherholungsgebiet ist verloren. Da gibt es keinen schönen Spaziergang mehr durch den Osterholz Wald. Es gibt in Deutschland zum Glück ein Gesetz, das besagt, dass Wald nicht eingezäunt werden darf. Es gibt ein Waldbetretungsgesetz. Und damit sind die Aufforstungen auf der Halde nicht mehr Wald zu nennen. Der Wald verschwindet nicht temporär. Das ist Augenwischerei.

Auch in den meisten Zeitungsberichten ist das Narrativ zu lesen, dass keine Waldfläche verloren geht. Ein Journalist schreibt sogar von einem Wäldchen. Dass zwischen Rodung und Aufbau eines gleichwertigen Waldes ca. 60 – 100 Jahren liegen, fällt dann mal eben unterm Tisch. Schade, es gibt tatsächlich Journalisten, die ihren Beruf ernster nehmen und die Sachen hinterfragen und nicht die Behauptungen der Firma Oetelshofen, auch bekannt als die Wuppertaler Rodungsfraktion, eins zu eins übernehmen.

Eine Rodung von Wald zu dieser Zeit ist verwerflich. Es ist nicht nachhaltig, es sind geschützte Arten im Wald, es werden Lebensräume vernichtet und der Klimawandel angeheizt. Es ist schon traurig genug, dass immer nur geschützte Arten planungsrelevant sind.

Letzte Woche hat eine Unterstützerin einen jungen Waldkauz gesichtet und ein Nest gefunden. Der Gutachter der Fa. Oetelshofen schreibt in seinem Gutachten, dass unter anderem für den Waldkauz eine vertiefende Betrachtung erforderlich ist, da eine artenschutzrechtliche Betroffenheit nicht generell auszuschließen ist. Die Untere Naturschutzbehörde Wuppertal führt keine systematischen Kartierungen durch. Ein Skandal!

Dabei habe ich in April eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Bezirksregierung Düsseldorf beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz eingereicht. Die artenschutzrechtliche Prüfung weist eklatante Differenzen mit der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde auf. Die ist bis heute nicht beantwortet und auch nicht in der Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf berücksichtigt worden.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat am 02.02.2021 eine Anfrage in Sache Osterholz an die Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt gestellt.

Sie haben die Antworten allerdings nicht geprüft. Daraus geht eindeutig hervor, dass diese Aussagen nicht mit dem vorliegenden Gutachten zum laufenden Verfahren übereinstimmen. Das ist für mich ein großes Versäumnis und die Intension der Anfrage nenne ich halbherzig. Die Politiker*innen sind in der Verantwortung die Verwaltung zu überprüfen. Wofür sind sie sonst da?

Der Wald ist seit August 2019 besetzt, von engagierten, tollen Menschen, die jede Entbehrung auf sich nehmen, um den Wald zu schützen. Die Firma Oetelshofen hat vor einiger Zeit eine Schmutzkampagne gegenüber den Waldbesetzer*innen und unsere Bürgerinitiative gestartet. Ständige Diffamierungen und Beleidigungen. Jetzt hat Herr Till Iseke sogar gesagt, dass sie sie den Wald räumen sollen. So in der Art: Jetzt habt ihr genug Campingurlaub gemacht, jetzt könnt ihr gehen.

Der Einsatz dieser Menschen, die für eine lebenswerte Zukunft auf einem mittlerweile stark beschädigten Planeten kämpfen, wird kriminalisiert und werbewirksam ins Lächerliche gezogen.

Sie werden den Wald bis zum Schluss verteidigen und wir werden sie in allem unterstützen. Wenn es sein muss, kann ich mir vorstellen, mich auch in ein Baumhaus setzen. Ich habe mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht Gehör zu finden, aber ich bekomme keine Antworten mehr. Weder von der Bezirksregierung Düsseldorf, noch von der Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal, noch von Herrn Schneidewind.

Wir sind heute hier zusammengekommen, weil die Bezirksregierung Düsseldorf eine Genehmigung erteilt hat, die keinen Rücksicht auf die kommenden Generationen nimmt. Wir kämpfen hier um die Zukunft unserer Kinder. Falls der Wald geräumt werden soll, muss die Firma Oetelshofen zu ihrer Verantwortung stehen, dass hier Menschenleben zu Schaden kommen, nur damit sie ihre privatwirtschaftlichen Interessen durchsetzen können.

Räumung und Rodung des Waldes werden immer 3 Gesichter tragen: Jörg Iseke, Moritz Iseke und Till Iseke. Und die Politiker*innen, die für das Verfahren gestimmt haben, müssen dies auch mit verantworten. Es wird auch kein gutes Licht auf die Stadt Wuppertal werfen, die Stadt, die angeblich alles dafür tut um 2037 klimaneutral zu werden.

Einige Akteure betonen immer wieder der Osterholz wäre kein Hambi. Das stimmt nicht! Waldrodung ist einfach nicht mehr drin. Dagegen wehren wir uns genau wie die Menschen im Hambi und Danni und vielen anderen Wäldern in Deutschland, die bedroht sind. Solange politische Entscheidungen den Klimawandel ignorieren sind Waldbesetzungen absolut gerechtfertigt.

Von der EU und dem Land gibt es 3,6 Mio Euro für Circular Valley, ein Vorzeigeprojekt. Ein internationales Zentrum für Kreislaufwirtschaft, das neue Lösungen für Wirtschaft sucht, bei dem Ressourcen immer wieder verwertet werden. Es soll das Silicon Valley NRWs werden. Und dann werden hier 5,5 ha Wald gerodet für den Abraum der Kalkwerke Oetelshofen. Das könnte Herrn Schneidewind noch auf die Füße fallen. Ein grüner Bürgermeister kann es sich nicht leisten, dass in seiner Stadt 5,5 ha Wald gerodet werden für eine der dreckigsten Industrien, die es gibt.

Wir wissen, dass der Klimawandel immense Kosten mit sich bringt, die die zukünftigen Generationen bezahlen müssen.

Und dann wird hier eine Genehmigung zur Rodung von Wald erteilt an eine Firma, die sage und schreibe 1,8 Mio Euro Überschuss im Jahre 2019 erwirtschaftet hat, damit sie Geld sparen kann.

Es heißt immer, der Kalk wäre systemrelevant.

Doch das Einzige, dass wirklich systemrelevant ist, ist die Natur.

Der Kampf gegen den Klimawandel kann im Ausland aber auch hier vor der eigenen Haustür geführt werden. Wald, Bäume, Arten müssen geschützt werden. Die Grundsteine für eine bessere Zukunft der zukünftigen Generationen werden jetzt gelegt. Die Jüngeren haben während der Pandemie Rücksicht auf die Älteren genommen, wann nehmen die Älteren endlich Rücksicht auf die Jüngeren?

Wir alle sollen Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein. Wir haben die Freiheit uns zu entscheiden und unseren Entscheidungen Taten folgen zu lassen. Unser Konsum kann strategisch gestaltet werden und wir können uns politisch für Ziele einsetzen, die von der Politik ignoriert werden. Es ist unsere Verantwortung.

Der Osterholz steht für Klimaschutz, Artenschutz, Grundwasserschutz und für Widerstand gegen eine überholte Industriepolitik zu Lasten der Natur.

Wir kämpfen weiter damit Osterholz bleibt!

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Pressemitteilung Osterholz Bleibt Demonstration am 12. Juni

Bis zu 250 Menschen in der Spitze auf Osterholz Bleibt Demonstration in Wuppertal Elberfeld – Provokante Polizei Aktionen gegen Demonstrant*innen
 
 
Wuppertal. 12. Juni, 2021. Heute zog eine bunte, friedliche Demonstration für den Erhalt des Osterholz Waldes durch Wuppertal-Elberfeld. In der Spitze nahmen bis zu 250 Menschen Teil. In Redebeiträgen wurde nochmals ein offener runden Tisch gefordert, wo an alternativen Lösungen für den Abraum der Firma Oetelshofen gearbeitet werden soll. Der Wuppertaler Oberbürgermeister, Uwe Scheidewind, wurde als Moderator für den öffentlichen runden Tisch vorgeschlagen. 
 
Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative Osterholz bleibt, René Schuijlenburg, sagt: „Es war eine schöne bunte Demonstration. Ganz unterschiedliche Menschen, Jung und Alt, die der Kampf für den Erhalt vom Osterholz vereint. Am Donnerstag findet eine Fahrraddemonstration für den Osterholz Wald statt. Die Fahrraddemonstration startet um 14:00 Uhr auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg und wird vor der historische Stadthalle in Wuppertal-Elberfeld enden; während der Ratssitzung der Wuppertaler Stadtrat. Ab 15:30 Uhr wird vor der Historische Stadthalle eine Kundgebung stattfinden. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen werden, denn während dieser Ratssitzung wird über einen Antrag bezüglich des Osterholz Waldes abgestimmt.“
 
 
Während der heutigen Demonstration wurde in mehreren Redebeiträgen die Kriminalisierung der Bürgerinitiative thematisiert. Es wurde gefordert, dass diese Kriminalisierung beendet wird. Kurz nach dem Ende der friedlichen Demonstration gab es dann eine Aktion der Wuppertaler Polizei die viele der Teilnehmer*innen, die dabei waren aufzubrechen, fassungslos machte. 
 
René Schuijlenburg: „Es war nicht nachvollziehbar warum die Anwesenden Polizist*innen nach der Demonstration plötzlich gegen mehrere Menschen vorgegangen ist. Es wurden mehrere Taschenkontrollen durchgeführt, Personalien festgestellt und eine Person ohne erkennbaren Grund in Gewahrsam genommen. Die Polizei baute sich bedrohlich vor den Menschen auf, obwohl es dafür absolut keinen Anlass gab. Zuvor hatte die Polizei schon eine Person auf der Gathe in Gewahrsam genommen. Ob dies Teil einer Kriminalisierungskampagne ist oder nicht, wissen wir nicht. Es war aber deutlich zu sehen, dasder einzige Zwischenfall während der Demonstration von der Polizei ausging. Die Corona-Maßnahmen wurden während der Demonstration eingehalten, im Gegensatz zu der Warteschlange vor Primark, welcher in unmittelbarer Sichtweite der Polizist*innen war. Es gab während der Demonstration auch keine Beschwerden seitens der Polizei über das nicht Einhalten von Corona-Maßnahmen.“
 
Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt!: Die Polizisten haben ganz gezielt Menschen rausgesucht um die Personalien aufzunehmen. Ich bin immer noch fassungslos, dass bei einem friedlicher Protest die Polizei so provokant auftritt. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Osterholz Bleibt! – Jetzt erst recht!“.
 
 
Die  Bürgerinitative Osterholz bleibt wird weiterhin auf die Straße gehen, um gegen die geplanten Rodungen zu demonstrieren und darüber hinaus auch alle weitere Möglichkeiten ausschöpfen, um den Wald auch für kommende Generationen zu bewahren.
 
Fahrraddemo
Donnerstag 17. Juni, 14:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan.
 
Mahnwache
Samstag 19. Juni 11:00 bis 16:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan
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Rudi Rhode – Osterholz bleibt! Hymne (Uraufführung Live)

Uraufführung der Osterholz bleibt! Hymne am Sonntag, den 06. Juni 2021 im Rahmen einer Kundgebung im von Rodung bedrohten Osterholz Wald im Westen von Wuppertal bzw. im Osten von Haan/Gruiten.

Der Songtext:

Der Osterholz war blau,
soviel Pollis waren da,
Und Mensch Meier ging spazieren,
als er die Menschenmenge sah,
Und er fragte irgendeinen:
„Sag mal, ist hier ein Fest?“
„Sowas ähnliches“, sagte der,
„das Osterholz wird besetzt“

„Wird auch Zeit“, sagte Mensch Meier,
„denn das ist doch nicht okeh,
dass die Bäume alle fallen,
das tut mir in der Seele weh.
Doch der Gröteke der brüllt:
„Räumt den ganzen grünen Wald,
meine Bagger wollen baggern,
und das schön möglichst bald.“

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

Die Isekes war‘n stinksauer,
die CDU war schwer empört
Dass die Typen jetzt besetzen,
was der ganzen Welt gehört
Aber um der Stadt zu zeigen,
wie großzügig sie sind
Sagten sie: „Wir räumen später,
und lassen sie erstmal drin“

Und nur kurze Zeit später
schrieb die Presse groß und fett,
die Osterholz-Besetzer sind kriminell,
und gar nicht nett,
Und die deutlichen Beweise
sind zehn leere Flaschen Wein
Und zehn leere Flaschen können
schnell zehn Mollies sein

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser aller Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

Letzten Montag traf Mensch Meier
in der Schwebe seinen Sohn
Der sagt: „Die wollen uns räumen,
ne Genehmigung ham se schon“
„Is‘ ja irre“, sagt Mensch Meier
„was ham die sich gedacht?
Die Welt steht vor dem Kollaps,
und der Wald wird plattgemacht!

Sag mir eins, ha’m die da oben
noch immer nichts kapiert?
Denen geht es nur ums Geld,
und dafür wird der Wald planiert.
Wenn die den Wald dann räumen,
da bin ich mit dabei,
und kette mich an die Bäume,
steh für die Zukunft ein.

Und wir schreien es laut:
„Ihr kriegt uns hier nicht raus.
Das ist unser Wald,
und kein Platz für Bagger, Schotter,
Abraum und Asphalt.

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Rede von Marjolein Schlüter auf der Kundgebung am 06.06.

Osterholz Bleibt!

Kundgebung am 6. Juni 2021

Es gibt was zu feiern. Heute fast genau auf den Tag ist es zwei Jahre her, dass wir unseren Kampf für den Erhalt des Osterholz angefangen haben. Und der Wald steht nach wie vor!

Wir haben bis jetzt alles richtig gemacht und werden auch weiter diesen Weg gegen dieses Verfahren gehen. Die Firma Oetelshofen hat letzte Woche die Genehmigung zur Rodung der 5,5 ha Osterholz Wald bekommen und dass, obwohl einige Fachaufsichtsbeschwerden nicht bearbeitet wurden. Wir kämpfen weiter für den Erhalt und das können wir nur gemeinsam.

Wir können es nur gemeinsam schaffen!

Die Firma Oetelshofen hat, wie wir mittlerweile alle wissen, 2017 ein Planfeststellungsverfahren eingereicht mit dem Ziel ihre Halde zu erweitern und damit einen wertvollen, alten Buchenwald zu zerstören, was für sie die preiswerteste Lösung ist.

Die GAL Haan hat mich letztes Jahr glücklicherweise darüber informiert, dass die Firma Oetelshofen nach dem Erörterungstermin am 22. September letzten Jahres, eine „Aktualisierung des Verfahrens“ eingereicht hat, sonst wäre das wieder schön im Hinterzimmerchen abgelaufen. Mangelnde Transparenz gegenüber vielen Akteuren ist ein wesentliches Stilmittel der Kalkwerke seit Anfang an.

Unter anderen soll der geplante Lärmschutzwall wegfallen. Dieser sollte auf Haaner Stadtgebiet errichtet werden und daher werden sie wohl gedacht haben, dass sie diese „Aktualisierung“ nicht in Wuppertal einreichen brauchen, obwohl in diesem Verfahren beide Städte eingebunden sind. Über dieses sogenannte Deckblattverfahren wurden betroffene Dritten wurden also nicht informiert, sodass diese keine Möglichkeit hatten innerhalb von zwei Wochen erneut Einwände zu machen. Die Stadt Haan hat auch den späten Eingang des Beteiligungsschreibens moniert und konnten wegen der Kürze der vorgegebenen Frist die Beratungsunterlagen nachreichen.
Hier sehe ich auch bei der Bezirksregierung krasse Defizite in Bezug auf Transparenz. Es scheint, als ob sie den Kalkwerken zuarbeitet.

Die Stadt Haan hat den Wegfall des Lärmschutzwalles begrüßt. Wir als Anwohner*innen haben es nur begrüßt, dass dort nun keine Bäume gerodet werden müssen und haben erwartet, dass die Stadt Haan an seine Bürger*innen gedacht hätte und Alternativen für den Wegfall des Lärmschutzwalles gefordert hat.

Wir Bürger*innen haben ständig das Nachsehen. Entscheidungen werden von einigen Politiker*innen rein wirtschaftlich getroffen. In diesem Fall sogar privatwirtschaftlich. Dabei untermauern sie ihre Entscheidungen mit den aberwitzigsten Argumenten. Herr Hafke von der FDP Wuppertal würdigt die Kalkwerke als lokal verwurzelten Betrieb, der Verantwortung für Natur, Mensch und Region übernehme.

Ich sehe das anders. Das Geschäft der Kalkwerke Oetelshofen ist es tagtäglich riesige Löcher in die Landschaft zu sprengen und Raubbau an der Natur zu betreiben. Der Grundwasserspiegel wird künstlich abgesenkt, ein Problem für die ganze Region ist. Eine Firma, die 2021 ihre Brennöfen nach wie vor mit Braunkohle als Treibstoff betreibt, ist nicht nachhaltig. Eine Firma, die 2021 Wald rodet, ist nicht nachhaltig. Wo bleibt da die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Oft fällt der Satz, dass eine Rodung heutzutage nicht zeitgemäß ist, aber jede*r hat seine Ausreden. Entweder sind es die Steuereinnahmen, die Systemrelevanz des Kalks, oder die Überzeugung, dass der Wald zwar wegkommt, der Mensch dafür aber etwas viel Schöneres und viel Wertvolleres schaffen würde.

Doch das Einzige, dass systemrelevant ist, ist die Natur.
Der Kampf gegen den Klimawandel kann im Ausland aber auch hier vor der eigenen Haustür geführt werden. Wald, Bäume, Arten müssen geschützt werden. Die Grundsteine für eine bessere Zukunft der zukünftigen Generationen werden jetzt gelegt. Die Jüngeren haben während der Pandemie Rücksicht auf die Älteren genommen, wann nehmen die Älteren endlich Rücksicht auf die Jüngeren?

Wir wissen, dass der Klimawandel immense Kosten mit sich bringt, die die zukünftigen Generationen bezahlen müssen.
Und dann wird hier eine Genehmigung zur Rodung von Wald erteilt an eine Firma, die sage und schreibe 1,8 Mio Euro im Jahre 2019 erwirtschaftet hat, damit sie Geld sparen kann.
Wo ist hier die Verantwortung für Natur, Mensch und Region?

Es ist nicht nachhaltig eine selbstbeantragte und 2013 genehmigte Innenverkippung anzufangen, weil Sie lieber Großveranstaltungen im Steinbruch abhalten wollen, Herr Till Iseke? Haben Sie deswegen nicht den Kalk als Erstes dort abgebaut um dann sofort die von Ihnen beantragte und 2013 genehmigte Innenverkippung anzufangen?

Eine Rodung von Wald zu dieser Zeit ist verwerflich. Es ist nicht nachhaltig, es sind geschützte Arten im Wald, es werden Lebensräume vernichtet und der Klimawandel angeheizt. Es ist schon traurig genug, dass immer nur geschützte Arten planungsrelevant sind. Dabei unternimmt die Untere Naturschutzbehörde nichtmal systematische Kartierungen. Ich habe diese Woche morgens beim Spazierengehen einen Feldhasen und eine Blindschleiche gesehen. Schade, Allerweltsviecher, nicht planungsrelevant, kann weg.

Es soll neuer Wald entstehen. Ein Märchen. Es soll auf der Halde aufgeforstet werden. Schauen Sie die bereits bestehende Halde an, die erweitert werden soll. Sehen Sie dort Bäume? Und wenn, dann steht dieser „Wald“ auf Betriebsgelände, umzäunt und für die Öffentlichkeit für immer und ewig verloren. Dann ist ein Stück Naherholungsgebiet verloren. Da gibt es keinen schönen Spaziergang mehr durch den Osterholz Wald. Es gibt in Deutschland zum Glück ein Gesetz, das besagt, dass Wald nicht eingezäunt werden darf. Es gibt ein Waldbetretungsgesetz. Und damit sind die Aufforstungen auf der Halde nicht mehr Wald zu nennen. Der Wald verschwindet nicht temporär. Das ist Augenwischerei. Die Kalkwerke erzählen neuerdings medienwirksam, dass sie den bestehenden Wald aufwerten würden. Es ist aber die Pflicht eines jeden Waldbesitzers sich um sein Wald zu kümmern. Uns wird das als Ausgleichsmaßnahmen für die Rodung präsentiert. Vielleicht bekommen sie sogar Subventionen von Frau Klöckner. Sie hat diese Woche Subventionen an Waldbesitzer*innen zugesagt, damit die ihre Mischwälder aufforsten können. Das sind Steuergelder! Und dann kommt gleichzeitig die Nachricht, dass hier eine Rodung von Mischwald genehmigt wurde.

Das Narrativ der Firma Oetelshofen und der lokalen Umweltverbände ist, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass viel wertvoller ist als der Wald an sich. Ja, die Kalkwerke beherrschen ihr Greenwashing exzellent.

Der Wald ist seit August 2019 besetzt von engagierten, tollen Menschen, die jede Entbehrung auf sich nehmen, um den Wald zu schützen. Die Firma Oetelshofen hat vor einiger Zeit eine Schmutzkampagne gegenüber den Waldbesetzer*innen und unsere Bürgerinitiative gestartet. Ständig Diffamierungen und Beleidigungen. Jetzt hat Herr Till Iseke sogar gesagt, dass sie sie den Wald räumen sollen. So in der Art: Jetzt habt ihr genug Campingurlaub gemacht, jetzt könnt ihr gehen.

Der Einsatz dieser Menschen, die um eine lebenswerte Zukunft auf einem mittlerweile stark beschädigten Planeten, kämpfen, wird kriminalisiert und werbewirksam ins Lächerliche gezogen.
Sie werden den Wald bis zum Schluss verteidigen und wir werden sie in allem unterstützen. Ziviler Ungehorsam ist hier absolut angebracht. Wenn es sein muss, kann ich mir vorstellen, mich auch in ein Baumhaus setzen. Dann werden meine Fragen vielleicht beantwortet, zum Beispiel meine Anfrage zum Sachstand oder meine Fachaufsichtsbeschwerde über die Artenschutzrechtliche Prüfung. Die sind immer noch nicht beantwortet worden, nichtmals eine Eingangsbestätigung habe ich bekommen, obwohl er eine solche Anfrage beantworten MUSS.

Auch die Bezirksregierung beantwortet meine Schreiben nicht mehr. Ich habe bis jetzt alles versucht sachlich und ruhig die Problematik anzugehen, aber ich werde nur noch geblockt. Dann werde ich mir meine Rechte wohl auf eine andere Art und Weise holen müssen, wie es aussiehht. Wir kämpfen hier um die Zukunft unserer Kinder. Falls der Wald geräumt werden soll, muss die Firma Oetelshofen zu ihrer Verantwortung stehen, dass hier Menschenleben zu Schaden kommen, nur damit sie ihre privatwirtschaftlichen Interessen durchsetzen können.

Räumung und Rodung des Waldes werden immer 3 Gesichter tragen: Jörg, Moritz und Till Iseke. Und die Politiker*innen, die für das Verfahren gestimmt haben, müssen dies verantworten. Es wird auch kein gutes Licht auf die Stadt Wuppertal werfen, die Stadt, die angeblich alles dafür tut um 2037 klimaneutral zu werden. Einige Akteure betonen immer wieder der Osterholz wäre kein Hambi. Das stimmt nicht! Waldrodung ist einfach nicht mehr drin. Dagegen wehren wir uns genau wie die Menschen im Hambi und Danni und vielen anderen Wäldern in Deutschland, die bedroht sind. Solange politische Entscheidungen den Klimawandel ignorieren, sind für mich Waldbesetzungen absolut gerechtfertigt. Wir haben alles versucht auf offiziellen Wegen zu erreichen und wurden ignoriert. Es scheint, dass ziviler Ungehorsam ist das letzte Mittel ist, was nun bleibt um manchen Politiker*innen zu zeigen, wo der Weg hingeht. 2019 haben wir Bürger*innen in diesem Verfahren ein einziges Mal die Möglichkeit gehabt unsere Stimme geltend zu machen. Manche von uns gewählte Politiker*innen haben das nicht verstanden. In der Wuppertaler Ratssitzung hat eine Politikerin gesagt: „Wir sind zwar gegen eine Rodung vom Wald, aber die Arbeitsplätze und über dieses Verfahren wird sowieso woanders entschieden“. Das ist nicht richtig. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat um eine Stellungnahme gebeten, die dann in der Entscheidung der Bezirksregierung mit eingeflossen wäre. Die Entscheidung dieses Verfahren ist somit ausschließlich von Beamten getroffen worden. Beamten, die keine Konsequenzen zu erwarten haben, egal wieviel Mist sie bauen, sie werden nicht gewählt. Sie werden höchstens versetzt.

Herr Schneidewind hat immer wieder betont, dass die Gespräche der Familie Iseke in angenehmer Atmosphäre stattfanden. Es sieht so aus, dass Herrn Schneidewind jetzt auch verstanden, dass die Familie Iseke nur dann gesprächsbereit ist, wenn es darum geht Menschen vor ihrer Karre zu spannen um ihre Belange durchzusetzen. Die Familie Iseke hat seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, die besten Kontakten zu einigen Politiker*innen, lokale Naturschutzverbänden und Presse. Sie haben seit Jahrzehnten ihre Belange ohne große Widerstände durchsetzen können.

Für Herrn Schneidewind ist das alles etwas unglücklich gelaufen. Er ist mit großen Wahlversprechungen angetreten und hat sich bis jetzt immer zurückgehalten mit einer Positionierung. Es gibt mit Sicherheit einen Koalitionszwang. Wir wissen mit welcher Vehemenz die CDU Wuppertal das Verfahren der Kalkwerke Oetelshofen verteidigt und unterstützt. Herr Moritz Iseke war ja auch bis Ende letzten Jahres Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Vohwinkel, sowie Mitglied im Umweltausschuss.

Die Grünen Wuppertal, die 2019 noch für das Verfahren gestimmt haben, haben mittlerweile ihren Fehler gesehen und stehen zum Erhalt des Waldes. Es gab bereits eine Pressemitteilung, die allerdings leider keine Bäume und Arten im Wald retten kann. Wir müssen jetzt gemeinsam tätig werden. Auch Herr Schneidewind ist hier gefragt. Als Erstes Zeit gewinnen, denn der Beschluss der uns vorliegt, ist mit sofortiger Vollziehung angeordnet, damit ab dem 1. Oktober Fakten geschafft werden können. Eine Klage, die wir einreichen werden, hat keine aufschiebende Wirkung.

Von der EU und dem Land gibt es 3,6 Mio Euro für Circular Valley, ein Vorzeigeprojekt. Ein internationales Zentrum für Kreislaufwirtschaft, das neue Lösungen für Wirtschaft sucht, bei dem Ressourcen immer wieder verwertet werden. Es soll das Silicon Valley NRWs werden. Und dann werden hier 5,5 ha Wald gerodet für den Abraum der Kalkwerke Oetelshofen. Das könnte Herrn Schneidewind noch auf die Füße fallen. Ein grüner Bürgermeister kann es sich nicht leisten, dass in seiner Stadt 5,5 ha Wald gerodet werden für eine der dreckigsten Industrien, die es gibt.

Dieses Jahr steht die Bundestagswahl an, sehr spannende Zeiten. Wir Bürger*innen müssen der Politik sagen, wo es lang geht. Wir haben sie gewählt und sollen sie in September auch wieder wählen. Die Politiker*innen sind jetzt gefordert. Wer den Beschluss durchliest und das können zur Zeit nur wenige, denn der wird erst ab dem 14. Juni veröffentlicht, findet auf Seite 71 folgenden Satz: „Die Wahl eines anderen Standortes oder die Nutzung einer anderen Deponiefläche wäre ein anderes Vorhaben und nicht lediglich eine Ausführungsvariante der Planung“. Schön, oder? Hat uns auch noch keine*r so klar und deutlich gesagt.
Die Familie Iseke hat alle möglichen Alternativlösungen immer sofort abgewunken. Sie haben sich von Anfang an vorgenommen diesen Wald zu roden und haben sich auf nichts anderes eingelassen.

Wir fordern einen offenen, runden Tisch. Und weil der Klimawandel keine Stadtgrenzen kennt, fordern wir auch die Beteiligung von Haaner Politiker*innen. Die Stadt Haan ist auch in dem Verfahren mit eingebunden. Einen runden Tisch mit lauter Beteiligten, die für das Verfahren und damit für die Rodung von 5,5 ha alten Baumbestand gestimmt haben, hat keinen Sinn.

Vergessen wir nicht, dass die Stadt Haan 2019 gegen das Verfahren gestimmt hat. Die Stadt Wuppertal hat mit Ausnahme der Linke und Freien Wähler für das Verfahren gestimmt und die Linke Wuppertal ist die einzige Fraktion, die sich von Anfang an öffentlich zum Osterholz Wald positioniert habt, sie sind die einzige Fraktion aus der Bezirksvertretung Vohwinkel, die es am Meisten betrifft, die sich von Anfang an für den Erhalt von Osterholz ausgesprochen haben.

Wir fordern eine Beteiligung unserer Bürgerinitiative, damit auch die Belange der Öffentlichkeit vertreten sind, die überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Einen runden Tisch ist erfolgreich, wenn wir uns als Menschen zusammensetzen, Politiker*innen miteinander arbeiten. Wir sitzen alle auf demselben Ast. Klimawandel macht keinen Unterschied bei politischen Parteien, bei Fraktionen.

Kommenden Samstag, den 12. Juni demonstrieren wir in Wuppertal, ab 14h Döppersberg.

Donnerstag, den 17. Juni haben wir eine Fahrraddemo organisiert, auch ab 14h. Von Hermgesberg geht es nach Wuppertal. Dort findet um 16h eine Ratssitzung statt.

Der Osterholz steht für Klimaschutz, Artenschutz, Grundwasserschutz und für Widerstand gegen eine überholte Industriepolitik zu Lasten der Natur. Wir setzen uns politisch für Ziele ein, die von der Politik ignoriert werden. Es ist unsere Verantwortung.

Wir kämpfen weiter, damit #OsterholzBleibt!

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Wälder bewahr’n – Fahrrad fahr’n!

Der Rat der Stadt Wuppertal stimmte im Juli 2019 für die Haldenerweiterung der Kalkwerke Oetelshofen. Dies führte nun dazu, dass die Bezirksregierung Düsseldorf Ende Mai 2021 die Rodung von 5,5 ha gesunden Mischwalds im Osterholz genehmigte.

Das ist ein großer politischer Fehler und widerspricht den Klimaschutzversprechen verschiedenster Stadtratsparteien und des amtierenden Oberbürgermeisters Uwe Schneidewind. Der Wald hat im Stadtrat im Gegensatz zu Profitinteressen leider kaum Stimmen. Und sogar der Umweltausschuss, der eigentlich eine Menge in Sachen Klimaschutz zu tun hätte, wurde abgesagt.

Der Osterholz steht für Klimaschutz, Artenschutz, Grundwasserschutz und für Widerstand gegen eine überholte Industriepolitik zu Lasten der Natur.

Deshalb fahren wir die Bedürfnisse des Waldes vom Wald bis vor den Stadtrat. Klimaneutral, mit dem Fahrrad. Fahr mit! Start: 17.06. 14 Uhr Wanderparkplatz Hermgesberg, Haan.

Bündnis Bäume und Wälder retten 

 

Weitere Aktionen

 
Kundgebung
 
Sonntag 06. Juni 14:00 Uhr auf der Lichtung an der Wiederaufforstung zwischen Wanderparkplatz Hermgesberg, Haan und Osterholzer Straße, Wuppertal.
 
Demonstration

Samstag 12. Juni, 14:00 Uhr, Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal

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Pressemiteilung Osterholz Bleibt, 31. Mai, 2021

 
Update 31. Mai 2021, 21:23 Uhr: Wir haben diese Pressemitteilung sehr schnell geschrieben, nachdem die Firma Oetelshofen heute überraschend bekannt gegeben hat, dass sie eine Genehmigung zur Abholzung von 5 Hektar des Osterholzer Waldes erhalten hat. Leider hat die Schnelligkeit einige Rechtschreibfehler zur Folge gehabt. Wir bitten dies zu entschuldigen. Die Pressemitteilung wurde so wie sie hier steht verbreitet, aus dem Grund haben wir den Text nicht geändert.
 
Wuppertal/Haan 31. Mai, 2021
 

Oetelshofen hat nach eigene Aussage eine Rodungsgenehmigung bekommen – Bürger Initiative Osterholz Bleibt organisiert Aktionswoche im Juni – Bürger Initiative Osterholz Bleibt fordert öffentlichen runden Tisch

 
Die Firma Oetelhofen hat heute eine Pressemitteilung heraus gegeben, wo die Geschäftsführung der Firma bekannt gibt, dass sie heute den Planfeststellungsbeschluss zur Genehmigung der Erweiterung der Halde Oetelshofen erhalten haben. Konkret heißt dies, dass die Firma nach eigegen Aussage eine Rodungsgenehmigung für 5 Hektar Wald zuzüglich der Vernichtung von 3,5 Hektar Aufforstungen im Osterholz Wald bekommen haben.
 
In dieser Pressemitteilung diffamiert die Firma die Initiative „Osterholz Bleibt!“, in dem sie unter anderem fälschlicherweise behauptet, dass die Kritik der Initiative dazu führte das „im Frühjahr 2021 sogar zum Verbarrikadieren von Wander- und Rettungswegen im Osterholz mit Stacheldraht und Baumstämmen führte.“. Wir möchten hier noch einmal klar stellen, dass die Waldbesetzung eine eigenständige Aktionsgruppe ist, die ihre eigenen Entscheidungen trifft. Die permanenten kriminalisierungsversuche der Firma Oetelshofen sowohl der Initiative „Osterholz Bleibt!“, als auch der Waldbesetzer*innen dienen lediglich dazu, um von den geplante Rodungen im Osterholz und deren negativen Folgen für die Allgemeinheit abzulenken.
 
Die Firma Oetelhofen erklärt in ihrer heutigen Pressemitteilung auch, dass die Gespräche zwischen der Firma Oetelshofen am Anfang positiv verliefen. Dies ist zwar richtig, wir wollen aber darauf hinweisen, dass die Firma Oetelshofen von Anfang an deutlich machte, dass sie nicht von ihren Plänen, 5 Hektar Wald im Osterholz zu roden abrücken werde. Alternativlösungen wurden immer wieder abgelehnt, und zwar mit eine Geschwindigkeit das klar wurde, dass die Firma diverse Alternativlösungen nicht ernsthaft geprüft haben kann. Dies sind die Gründe das die Gespräche gescheitert sind.
 
Eine der Sprecher der Bürgerinitiative, René Schuijlenburg sagt dazu: „Die Gespräche sind gescheitert, weil Oetelshofen von Anfang an klar gemacht hat, dass sie an ihren Rodungsplänen festhalten werden. In der Öffentlichkeit wurden dann immer wieder Nebelkerzen gezündet, wie zum Beispiel die Bekanntgabe der temporäre Rodungsverzicht. Dies tat die Firma in eine Zeit wo noch gar keine Genehmigung vorgelegen hat. Die Firma spannte sogar den Wuppertaler Oberbürgemeister Uwe Schneidewind vor ihren Karren mit diesem PR coup.“
 
In Mai wurde erneut eine Altenativlösung vorgeschlagen, damit der Osterholz Wald gerettet werden kann. Aber kurz darauf liess einer der Geschäftsführer, Moritz Iseke, dann in einem Artikel in der Westdeutschen Zeitung die Katze aus dem Sack und sagte: „Wir halten grundsätzlich an der Haldenerweiterung fest.“ Damit wurde endgültig klar das der im Februar angekündigte temporäre Rodungsverzicht nur eine PR Maßnahme der Firma Oetelshofen war.
 
Marjolein Schlüter sagt:“ Meine Fachaufsichtsbeschwerde wegen der artenschutzrechtlichen Prüfung, die ich am 23. April beim Ministerium eingereicht habe, ist noch nicht bearbeitet worden. Der Artenschutz wird hier von der Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal mit Füßen getreten. Die Halde ist seit 2005 im Regionalplan als BSN (Bereich für den Schutz der Natur) dargestellt. Die Stadt Wuppertal hat bis heute ihren Flächennutzungsplan nicht geändert. Was sich hier abspielt, ist ein Skandal“.
 
Die Bürger Intitiative Osterholz Bleibt wird weiterhin für den Erhalt des Osterholz Waldes kämpfen, sowohl auf juristische Wege, als auch durch Proteste auf der Straße. Am 6. Juni findet auf der Lichtung an der Aufforstung zwischen Wanderparkplatz Hermgesberg und der Osterholzer Straße eine Kundgebeung statt. Am 12. Juni findet in Wuppertal eine Demonstration für den Erhalt vom Osterholz Wald statt. Die Demonstration startet um 14:00 Uhr auf dem Döppersberg (Bahnhofsplatz, Hbf Wuppertal). Am 17. Juni findet eine Fahrrad Demonstration statt. Die Fahrrad Demonstration startet um 14:00 Uhr auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg und wird zum Tagungsort der Ratsitzung der Stadt Wuppertal fahren.
 
Schuijlenburg dazu: „Wir fordern von dem Wuppertaler Rat, dass er sich eindeutig gegen die Rodungen positioniert und sich aktiv für Alternativlösungen einsetzt. Oberbürgemeister Uwe Scheidewind hat hier die Chance die viele Versprechungen aus seinem Wahlkampf Taten folgen zu lassen. Bis jetzt sprach er zwar mit der Firma Oetelshofen, jedoch nicht mit uns. Es wird Zeit das die Hinterzimmergespräche aufhören und stattdessen ein öffentlicher runder Tisch stattfindet, wo ernsthaft über Alternativlösungen gesprochen wird. In einer Zeit wo sich die Klimakrise immer weiter zuspitzt kann es nicht sein, dass Waldstücke aus Profitgründen gerodet werden. Im Osterholz Wald können wir alle hier und jetzt etwas für das Klima tun.Wir fordern das ein öffentlicher runder Tisch stattfindet wo über alternativlösungen gesprochen wird, damit der Wald endgültig gerettet wird.“
 
Bürger Initiative „Osterholz Bleibt!“, 31. Mai 2021.
 
Aktionen
 
Kundgebung
Sonntag 06. Juni 14:00 Uhr auf der Lichtung an der Wiederaufforstung zwischen Wanderparkplatz Hermgesberg, Haan und Osterholzer Straße, Wuppertal statt.
 

Demonstration

Samstag 12. Juni, 14:00 Uhr, Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal
 

Fahrraddemo

Donnerstag 17. Juni, 14:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan.
 
Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
 

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

 
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Demonstration am 12. Juni, 2021 – Osterholz bleibt! – Jetzt erst recht!

 
Demonstration,  Osterholz Bleibt – Jetzt erst recht!
    
Samstag 12. Juni, 14:00 Uhr, Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal
 
Die Firma Oetelshofen plant weiterhin 5 Hektar Wald im schönen Osterholz Wald für eine Abraumhalde zu roden. Nachdem der Osterholz Wald in der Vergangenheit schon durch den Kalksteinbruch der Firma Oetelshofen und Bebauung in Wuppertal Vohwinkel immer weiter dezimiert wurde, ist jetzt das nächste Waldstück gefährdet. Seit 2 Jahren kämpfen Menschen gegen die Rodung und damit gegen die Vernichtung von Lebensraum vieler Tiere, Bäume und Pflanzen. Wir haben die Rodung bis jetzt aufhalten können, aber der Kampf für den Erhalt dieses wunderschönen Mischwaldes kommt jetzt in eine entscheidende Phase.
 
In Februar 2021, verkündete die Firma Oetelshofen die „vorgesehene Rodung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu forcieren“. Dies passierte nach Gesprächen mit Wuppertals Oberbürgemeister Uwe Schneidewind. Da im Februar noch gar keine Genehmigung zum Roden vorlag und am 01. März die Rodungssaison zu Ende ging, wirkte dies schon damals wie eine billige PR Maßnahme der Firma Oetelshofen. Am 19. Mai ließ einer der Geschäftsführer die Katze aus dem Sack. In einem Artikel in der Westdeutschen Zeitung sagte Iseke: „Wir halten grundsätzlich an der Haldenerweiterung fest.
 
Am 12. Juni werden wir erneut für den Erhalt des Osterholz Waldes auf die Straße gehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass während der sich zuspitzende Klimakrise, weiterhin Wälder für Profite von privaten Unternehmen gerodet werden. Der Abraum der Firma Oetelshofen kann auch woanders gelagert werden, aber Alternativvorschläge werden von der Firma nicht gemacht und Vorschläge von anderen Personen und Initiativen werden immer wieder in einer Rekordzeit abgelehnt. Auch dies ist nicht hinnehmbar.
 
Der Wuppertaler Oberbürgemeister Uwe Schneidewind wurde mit dem Versprechen für ökologische Erneuerungen ins Amt gewählt. Diesem Versprechen müssen jetzt Taten folgen; dafür reichen PR-wirksamen Auftritte in Zusammenarbeit mit der Firma Oetelshofen nicht. Wir wollen Taten sehen!
 
Wir fordern:
 
Klimagerechtigkeit jetzt!
Alle Wälder Bleiben!
Osterholz Bleibt!
 
Demonstration,  Osterholz Bleibt – – Jetzt erst recht!
Samstag 12. Juni, 14:00 Uhr, Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal
 
Weitere Aktionen
 
Am 06. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Kundgebung an der Lichtung in der Nähe vom Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan statt.
 
Am 17. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Fahrraddemo statt. Die Fahrraddemo startet auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan.
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Kundgebung im Osterholz Wald am 06. Juni

Am Sonntag, den 06. Juni um 14 Uhr findet normalerweise der monatliche Waldspaziergang der Bürgerinitiative ‚Osterholz bleibt!‘ statt, bei dem der von Rodung bedrohte Osterholz Wald besichtigt wird. Wegen der Coronapandemie ändert die Bürgerinitiative die Planung ab und hält am 06. Juni um 14 Uhr stattdessen eine Kundgebung auf der Lichtung neben der eingezäunten Aufforstungsfläche ab, die nur ein paar Gehminuten vom Wanderparkplatz Hermgesberg entfernt liegt.

Die Initiative teilt die neusten Entwicklungen und den Stand des Verfahrens mit. Gastredner*innen von anderen Gruppen werden auch sprechen.

Die Firma Oetelshofen plant weiterhin 5 Hektar Wald im schönen Osterholz Wald für eine Abraumhalde zu roden. Nachdem der Osterholz Wald in der Vergangenheit schon durch den Kalksteinbruch der Firma Oetelshofen und Bebauung in Wuppertal Vohwinkel immer weiter dezimiert wurde, ist jetzt das nächste Waldstück gefährdet. Seit 2 Jahren kämpfen Menschen gegen die Rodung und damit gegen die Vernichtung von Lebensraum vieler Tiere, Bäume und Pflanzen. Wir haben die Rodung bis jetzt aufhalten können, aber der Kampf für den Erhalt dieses wunderschönen Mischwaldes kommt jetzt in eine entscheidende Phase.

Wir fordern nach wie vor, dass Alternativlösungen umgesetzt werden müssen und die Rodung des Waldes zu verhindern ist. Wir können uns nicht die preiswerteste Lösung leisten, die auf Kosten der Allgemeinheit geht.

Maßnahmen zum Schutz gegen die Coronainfektion halten wir ein und bitten alle Besucher*innen eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.
 
Weitere Aktionen
 
Am 12. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Demonstration statt. Die Demonstration startet auf dem Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal. Weitere Infos folgen in kürze.
 
Am 17. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Fahrraddemo statt. Die Fahrraddemo startet auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan. Weitere Infos folgen in kürze.
 
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Abraumhalde Kalkwerke Oetelshofen versus Osterholzer Wald? oder ambitionierte Weichenstellungen für ein zukünftiges Wuppertal in der Gegenwart

Der folgende Beitrag stammt von einem Unterstützer, und ist nicht von der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt. Wir bedanken uns für diese anregenden Worte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Thema „Erweiterung der Abraumhalde Kalkwerke Oetelshofen oder Erhalt von 5,5 ha Osterholzer Wald“ zeigt ganz praktisch auf, woran es hier und heute in dem großen Themenfeld Ökonomie, Ökologie und Klimaveränderung noch hapert. Es ist ein großes, auch gesellschaftliches und politisches Thema. Es findet exemplarisch in Wuppertal und Haan statt. Die Kalkwerke sehen derzeit zu der Abraumhalde aus ökonomischen, ökologischen und praktischen Notwendigkeiten heraus keine andere Möglichkeit. Die vielen Arbeitsplätze können nur so erhalten bleiben. Die Stadt Wuppertal erhält Gewerbesteuern.

Die Bürgerinitiative „Das Osterholz bleibt!“ hält in der heutigen Zeit die Rodung von weiteren 5,5 ha Wald und perspektivisch noch evtl. weiteren 20 ha Wald aus Gründen des Schutzes der Natur und der Möglichkeit der Naherholung für nicht vertretbar. Hinzu kommen Aspekte wie der schlechte Zustand auch der Wuppertaler Wälder insgesamt, das große Sterben der Fichten und absehbar wohl noch weiterer Baumarten. Da gilt es alle Wälder zu erhalten. Mit dem Blick auf das Klima weist die BI auf die positiven Auswirkungen des Waldes und die schädlichen Folgen de Kalkabbaus hin.

Auf beiden Seiten gibt es viele weitere Argumente und auch Fragen. Das ist hier aber nicht der Schwerpunkt.

Ich möchte ein größeres Bild malen! und um mit Maja Göpel zu sprechen, die Welt neu denken. Vielleicht können wir ja auch die Wuppertaler Welt etwas neu denken. Da ist dringend nötig. Damit ist auch unser neuer OB, Herr Dr. Schneidewind, angetreten.

Also wenn doch offensichtlich das globalgesellschaftliche Interesse auf längere Sicht definitiv keine Abholzung ist und die hoch CO2- lastige Kalkproduktherstellung und die in größeren Teilbereichen mittel- und langfristig nicht mehr gegebene Systemrelevanz des Kalks nicht mehr gewollt sein kann, welche Mechanismen könnten dann bewegt werden, um diesem als Maxime zu entsprechen?

Was können die politischen Instanzen, Vertreter der Industrie unter Einbeziehung von Bürgern und Transformationswissenschaft konkret in Wuppertal/Haan tun. Und zwar kurzfristig, mittel- und langfristig.

Kurzfristig

Zeit gewinnen und für den Abraum Zwischenlösungen finden!

Im Bereich des alten Lokschuppens auf dem früheren Bahnhofsgelände Vohwinkel plant der Investor Clees auf einer Fläche von rd. 5 ha eine Wohnbebauung. Dazu soll die Fläche – soweit mir bekannt – um 6 – 8 mtr. mit Erde aufgeschüttet werden. Bis zu 400.000 cbm sind eine gewaltige Größenordnung. Grundsätzlich denkbar wäre es, z. B. dafür Abraum aus den Kalkwerken Oetelshofen zu nehmen. Das müsste natürlich baufachlich geprüft werden. Ist der stark lehmhaltige Boden, vielleicht angereichert mit kleineren oder größeren Kalksteinen oder sonstigen Steinen geeignet? Oder kann er für Teilbereiche verwendet werden?

Mit einer Nutzung des Abraums auf dem nunmehr der Fa. Clees gehörenden, nahegelegenen ehem. Bahngelände könnte für mehrere Jahre der gesamte Abraum sogar im Sinne der Kreislaufwirtschaft verwendet werden. Bei den Kalkwerken fallen jährlich rd. 150.000 cbm (rd. 300.000 Tonnen) Abraum an. Auf dem Cleesgelände werden rd. 400.000 cbm benötigt.

Das Thema ist seit einigen Monaten bekannt. Fragt sich nur, warum es nicht ernsthaft und prioritär von den Kalkwerken Oetelshofen in Verbindung mit der Fa. Clees baugeologisch geprüft wird? Es fragt sich auch, ob die Stadt Wuppertal und an ihrer Spitze unser Oberbürgermeister, Herr Dr. Schneidewind, über allgemeine Gespräche hinaus ihre Möglichkeiten wahrnimmt? Hat der Oberbürgermeister darüber mit den beiden Firmen zeitnah konkret gesprochen oder MitarbeiterInnen damit beauftragt? Hat er auf eine Prüfung der Möglichkeiten gedrungen? Natürlich sind solche Gespräche nicht einfach. Man mischt ungern in vermeintlich private, unternehmerische Angelegenheiten ein. Aber es geht immerhin um nichts anderes als um unsere lebenswerte Zukunft, die von uns Menschen und mit der Natur. Das wäre aktive Gestaltung. Das wäre der Versuch, etwas möglich zu machen. Nach meinem Kenntnisstand ist in den letzten 4 Monaten diesbzgl. leider nichts erfolgt. Aber vielleicht ist ja nur nichts nach außen gedrungen. Wenn unser OB, Herr Dr. Schneidewind, sich ernsthaft einbringt, geht ja vielleicht noch was. Und im Ergebnis hätten wir wertvolle Zeit für mittel- und langfristige Lösungen gewonnen.

Mittel- und langfristig

Dieses vermeintliche Randthema „Wald versus Abraumhalde“ weist auf zwei für die Zukunft unserer Stadt wichtige Themen hin:

Die Notwendigkeit einer Bodenbörse und die Umsteuerung von Unternehmen in nachhaltige Geschäftsfelder.

1. Bodenbörse

Da ist zum einen das Thema der Kreislaufwirtschaft. Wir benötigen in Wuppertal eine Bodenbörse, eine Börse für Mutterboden, Lehm, Ton, Mergel, Sand, Kies, Schotter usw. Das zeigt unser Beispiel deutlich. Ein schonender Umgang mit Ressourcen, sowohl von den unterschiedlichen Materialien als auch vom Transport, der Logistik, der Vernetzung und den Kosten her erfordert mittelfristig einen solchen Schritt. Unser aktuelles System ist symptomatisch für ein Denken in alten Schablonen. Es macht eine ordentliche Weiterverwendung von Bodenmaterial sehr schwer, indem sie es den einzelnen oft kleinen Firmen überlässt. Viele Firmen und die Fachwelt warten schon länger auf eine entsprechende Initiative der Stadt. Die angedachte Bodenrecyclinganlage im Westen der Stadt ist schon ein guter Schritt. Auch die Ideen der Wuppertalbewegung passen dazu. Aber eine wirkliche Bodenbörse gilt es deutlich größer und spezieller zu denken. Für einen zukunftsfähigen Umgang mit unserer natürlichen Ressource „Boden“ bedarf es einer Initiative, Federführung und Wegbereitung durch unseren Oberbürgermeister mit einer deutlichen, parteiübergreifenden Rückendeckung im Rat der Stadt. Diese Weichen sind zusammen mit den Firmen und Sachverständigen jetzt zu stellen, damit wir in 5 Jahren auf eine funktionierende Bodenbörse für Wuppertal und vielleicht auch für das Bergische Städtedreieck oder das Bergische Land blicken können. Dann hoffen wir mal darauf.

2. Entwicklung neuer Geschäftsfelder für die Fa. Iseke und deren Beschäftigte

Nach meiner Auffassung sind die von den Kalkwerken Oetelshofen vertriebenen Kalkprodukte mittel- bis langfristig nur noch zu kleineren Teilen systemrelevant. Die Verwendung von Kalk für die Rauchgasentschwefelung z. B. bei Braunkohletagebau fällt in absehbarer Zeit weg. Die ca. 60 % der Produktion, die als Schotter in den Straßenbau etc. gehen, werden sich im Rahmen der absehbaren Verkehrswende und größeren Marktplayern auch reduzieren. Es erscheint sinnvoll, dass das sich das mittelständische Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließt. Es ist mittel- und langfristig eine größere Umsteuerung des Unternehmens angezeigt. Eine solche Transformation ist sowohl für die Inhaber als auch für die Beschäftigten aber genauso auch für die Städte Wuppertal und Haan wichtig. Wie kann eine solche Transformation aussehen? In welche Bereiche kann die Firma ihre Geschäfte hin entwickeln, auch in Anerkennung des bestehenden vielfältigen Know-how? Auch dabei kann die Stadt Wuppertal mit ihrem OB an der Spitze die Firma Iseke mit seinen vielen guten Kontakten zur Wirtschaft und in die Wissenschaft hinein aktiv unterstützen und den Prozess mitgestalten. Das ist für die Stadt Wuppertal und für den Standort Wuppertal von Bedeutung. Ist Wuppertal eine innovative Stadt? Kann Wuppertal Transformation? Kann Wuppertal Transformation auch konkret? Das ginge es, sofern auch die Kalkwerke Oetelshofen dazu bereit sind, an diesem Beispiel zu zelebrieren. Damit ist unser neuer OB angetreten. Dafür brauchen wir ihn. Das wollen wir nun z. B. an diesem Thema „Abraumhalde versus Wald“ praktisch erleben und nach Möglichkeit mitgestalten.

Dieter Verst

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