Alternativlösung für Rodung Osterholz Wald möglich: Grube Neandertal braucht Abraum

Pressemitteilung Bürgerinitiative Osterholz Bleibt 12. August, 2021

Am 13. August findet in Wuppertal der nächste Runde Tisch über die Zukunft des Osterholzer Waldes statt. Die Bürgerinitiative ‚Osterholz Bleibt‘ arbeitet im Moment an mehreren Alternativlösungen mit denen der Wald gerettet werden soll. Eine dieser Alternativlösungen ist das Verbringen von Abraum in die Grube Neandertal.

Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative, René Schuijlenburg, sagt: „Der Abraum der Kalkwerke Oetelshofen wird in der Grube Neandertal dringend gebraucht. Dort hat es im Mai 2014 einen größeren Felsrutsch gegeben und dieser Bereich ist dringend zu sichern. Die Firma Oetelshofen hat in 2014/2015 unseres Wissens auch schon Abraum an die Grube Neandertal geliefert. Dort wird aber noch viel mehr Abraum benötigt, in etwa die gleiche Menge, für welche die Firma Oetelshofen einen Teil des Osterholzer Waldes roden möchte. Die von Oetelshofen geplanten Rodungen im Osterholzer Wald sind also nicht nur schlecht für das Klima, den Hochwasserschutz und die Umwelt,sondern auch völlig unnötig.“

Laut uns zur Verfügung stehenden Informationen u.a. vom Geologischen Dienst NRW ist diese Alternativlösung durchaus möglich. Die zuständige Zulassungs- und Überwachungsbehörde, der Kreis Mettmann, hat – soweit uns bekannt – trotz der seit 2014 bestehenden nicht unbedeuteten Gefahr noch keine Entscheidung getroffen. Vielleicht fördert der Starkregen im Juli 2021 nun die Entscheidungsfindung beim Kreis Mettmann. Der Bezirksregierung in Düsseldorf liegen seit dem 20. Februar 2020 keine neuen Informationen der Mettmanner Kreisbehörde vor.

Marjolein  Schlüter, Pressesprecherin der Bürgerinitiative sagt: „Sollte die Halde der Kalkwerke Oetelshofen auf Kosten vom Osterholz Wald erweitert werden, fehlt dem Betreiber der Grube Neandertal das für die Böschungssicherung benötigte Material. Es ist ansonsten in einem Umkreis von 10 – 40 Kilometer in den Mengen nicht verfügbar ist. Wir haben also die Situation, dass die Firma Oetelshofen einen Teil eines gesunden Mischwaldes roden möchte für die Lagerung von Abraum, der woanders dringend benötigt wird.“

René Schuijlenburg ergänzt: „Es gibt die Möglichkeit den Abraum mit Elektro-LKW’s zur Grube Neandertal zu transportieren. Die Kalkwerke Oetelshofen behaupten immer wieder sehr nachhaltig zu arbeiten, dann fragt man sich doch warum sie den Abraum auf ihrem Betreibsgelände noch mit Verbrennungsmotoren transportieren. Die Firma eMining produziert z.B. Elektro-Fahrzeuge, die speziell für Kalk und Abraum entwickelt wurden. Für den Transport auf der Straße gibt es auch Elektro-LKW’s. Eine Firma, die fit für die Zukunft sein möchte, muss in Zeiten der Klimakrise in klimaschonende Technologien investieren. Das würde auch Arbeitsplätze sichern. Die Alternativlösung Grube Neandertal würde meiner Meinung nach auch sehr gut in das ‚Circular Valley‘ Projekt der Stadt Wuppertal passen.“

Gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Düsseldorf wurden auch mehrere Klagen eingereicht. Marjolein Schlüter sagt: „Wir arbeiten zur Zeit an der Klagebegründung. Es gibt einige Themen, die aus Sicht des Klimawandels überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Den Abraum als Sicherung des Felsrutschbereichs einzusetzen ist unter vielen Gesichtspunkten die beste Lösung. Erstens muss die Böschung gesichert werden und es ist ökologisch nicht vertretbar hierfür Abraum von weit weg herbeizuschaffen, wenn dieser Abraum in ca 10 km Nähe zur Verfügung steht. Eine Haldenerweiterung ist in diesen Zeiten des Klimawandels genauso unvernünftig, denn dies bedeutet, dass wertvoller Waldboden verschwindet und stattdessen wieder Flächen versiegelt werden. Wir haben bei dem letzten Unwetter erfahren, was das bedeutet. Es gab verheerende Überschwemmungen, etwa an der Düssel in Gruiten-Dorf, weil die Erde nicht in der Lage war das Regenwasser aufzunehmen und zu speichern. Diese Aspekte müssen unbedingt berücksichtigt werden. Es wäre gut, wenn der Kreis Mettmann schnellstmöglich zu einer positiven Entscheidung kommt. Das wäre die perfekte Lösung für die notwendige Böschungssicherung im Steinbruch Neandertal und der Osterholz Wald könnte erhalten bleiben. Letzteres wäre auch im Sinne des Kreises Mettmann, dessen Behörden ja von Anfang der Haldenerweiterung sehr kritisch gegenüber standen“.

Für eine bessere Zukunft der kommenden Generationen wird der politische Wille der beteiligten Akteure entscheidend sein. Was ist ihnen der Grundgesetzartikel 20a, Umweltschutz als Staatsziel, wert? Die Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt“ sieht den Gesprächen am Runden Tisch optimistisch entgegen, da das Vorgespräch eine konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten erwarten lässt.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

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