CDU besucht Waldbesetzer*innen im Osterholz Wald

Pressemitteilung 23. August 2019

CDU besucht Waldbesetzer*innen im Osterholz Wald

Gestern gab es einen Waldspaziergang im Osterholz Wald. Eingeladen hatte die Wuppertaler CDU. Im Gegensatz zu dem, mit 250 Menschen gut besuchten zweiten Waldspaziergang der Initiative Osterholz Bleibt am 07. Juli, konnte die CDU nur wenige Menschen mobilisieren. Etwa 35 Menschen kamen,darunter viele Kritiker*innen der Rodungspläne. Der Wuppertaler Ordnungsdezernent und CDU-Vorsitzender Matthias Nocke wollte die Diskussionen um die geplante Rodungen im Osterholz Wald „versachlichen“. Einer der beiden Geschäftsführer der Firma Oetelshofen, Moritz Iseke, ist Fraktionsvorsitzender der CDU der Bezirksvertretung Wuppertal-Vohwinkel und sizt für die Partei auch im Umweltausschuss, und so verwundert es dann auch nicht, dass die CDU Wuppertal im Zusammenhang mit dem Osterholz erklärt hat, sie sei ein verlässlicher Partner der Wirtschaft.

Die Versachlichung der Diskussion über die geplante Rodungen im Osterholz Wald, gelang Matthias Nocke nicht so ganz. Während Nocke sehen konnte, dass im Wald überall Totholz rumliegt, fragte er einen der Waldbesetzer*innen provozierend ob sie Bäume gefällt hätten. Eine*r der Besetzer*innen machte deutlich, dass für die gebauten Barrikaden keine Bäume gefällt wurden, aber dass die Waldbesetzer*innen nach dem Polizeieinsatz am 20. August, wo Beamte mit Pfefferspray drohten und auch Polizeihunde ohne Maulkorb im besetzten Teil vom Wald rumliefen, die Barrikaden ausgebaut hätten, um sich zu schützen. René Schuijlenburg einer der Sprecher der Initiative Osterholz Bleibt, sagt dazu: „Es ist deutlich zu sehen, dass die entstandenen Barrikaden mit rumliegendem Totholz gebaut wurden. Das sieht jeder Laie. Warum der Wuppertaler CDU Vorsitzende diese Frage gestellt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber es trägt nicht zur Versachlichung der Disksussion bei. Da die Besetzer*innen sich aktiv für den Erhalt des Waldes einsetzen, wurden natürlich keine Bäume von den Waldbesetzer*innen gefällt. Wir begrüßen es, dass die Polizei sich während des gestrigen Waldspaziergangs zurückgehalten hat. So konnte der Waldspaziergang in einer relativ entspannten Atmosphäre stattfinden.“

Auch Till Iseke, Assistent der Geschäftsführung der Firma Oetelshofen, war gestern anwesend. Er forderte, dass die Initiative „Osterholz Bleibt“ sich von den Waldbesetzer*innen distanziert. René Schuijlenburg: „Es ist bedauerlich, dass Till Iseke angesichts der dramatische Entwicklungen bezüglich des Klimawandels anscheinend kein Problem damit hat, wenn die Firma, für die er arbeitet, weitere Rodungen im Osterholz Wald plant, stattdessen aber die Waldbesetzer*innen der Gruppe „Jeder Baum Zählt“ als Problem sieht. Es gibt für uns keinen Grund sich von den Waldbesetzer*innen zu distanzieren.“

Erneut bat Anwohnerin und Sprecherin der Intiative „Osterholz Bleibt“, Marjolein Schlüter, Till Iseke um die Initative im Anwohner*innennetzwerk einzubinden. Nachdem die Firma Oetelshofen Gespräche in diversen lokalen Medien in den vergangenen Wochen abgelehnt hatte, sagte Till Iseke gestern überraschend: „Ja gerne.“ Marjolein Schlüter: „Es ist bedauerlich, dass die Firma Oetelshofen bis gestern unser Angebot für Gespräche abgelehnt hat. Dennoch begrüßen wir es, dass Till Iseke gestern positiv auf die Bitte reagierte, die Initiative Osterholz Bleibt ins Anwohner*innennetzwerk einzubeziehen. Wir möchten uns weiterhin für den Erhalt des Waldes einsetzen, sind aber immer Gesprächsbereit, um über Alternativlösungen für den Abfallproblem der Firma Oetelshofen zu reden.“

Osterholz Bleibt, 23. August 2019.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

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Ein Kommentar

  1. Ich war gestern auch auf dieser Veranstaltung und dort haben mich ganz besonders die Ausführungen des „Vertreters“ der Geschäftsführung Till Iseke gestört.
    In einer sehr langen Ausführung (die sich für mich sehr auswendig gelernt anhörte) schilderte er die Auswirkungen eines Abtransportes des Abraums an einen anderen Standort, den er noch nicht einmal benennen konnte. Anhand des CO2 Ausstosses der LKW, die dafür benötigt würden wurde von ihm gegengerechnet, das der Wald dafür gar nicht genügend CO2 speichern könne.
    Soweit…so gut.
    Nun ist es bei mir aber so, das ich mich für den Erhalt eines Waldes einsetze ohne mir vorher zu überlegen, ob das CO2-technisch überhaupt gut ist.
    Wald ist für mich und sicherlich auch viele andere Erholung, Entschleunigung, Spielplatz, Abenteuer, Abkühlung und vieles mehr.
    Das alles sind Dinge die mir eine Abraumhalde nicht bieten kann.
    Ausserdem wurde von Herrn Iseke auch die Aufforstung erwähnt.
    Nehmen wir da einmal die erste Halde – auch bekannt als Herrmannsberg.
    Hier hätte man mit einer Aufforstung schon lange beginnen können. Bis heute wächst dort nur Unkraut.
    Das gleiche gilt für die zweite Halde bei Schöller.
    Als krönender Abschluss kam gerade – während ich diesen Beitrag schreibe – hinzu, das im WDR ein Beitrag gezeigt wurde in dem Till Iseke als Geschäftsführer von „Dein Steinbruch“ gezeigt wurde, wie Privatpersonen mit einem riesigen Bagger „just for fun“ Steine von A nach B schaufeln können und dafür auch noch bezahlen.
    Frage an Herrn Iseke:“ Wie sieht denn da die CO2 Bilanz aus..??“
    Aber OK…damit verdient man ja sein Geld und dann ist das OK..??

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