Mustertext Schreiben an Ratsmitglieder*innen

Sehr geehrte ……,

die Haldenerweiterung Oetelshofen ist in einem Landschaftsschutzgebiet des Landschaftsplanes Wuppertal Nord geplant. Dafür sollen zirka 5 Hektar Wald im Osterholz gerodet werden. In diesem Wald gibt es Bäume, die bis zu 140 Jahre alt sind und einige unter strengem Schutz stehende Tierarten. Neben verschiedenen Vogelarten lebt u.a. die bedrohte Fledermausart „Kleiner Abendsegler“ in dem Gebiet. Diese nutzt laut Gutachten das Gebiet, welches gerodet werden soll, als Nahrungshabitat. Auch der gemäß FFH-Richtlinie in NRW streng geschützte Nördliche Kammmolch lebt in dem Gebiet. Als „Teilsiedler“ mit jahreszeitlich unterschiedlichen Lebensräumen reagieren Kammmolche und andere Arten aber auch empfindlich auf Landschaftsveränderungen im weiteren Umfeld der Gewässer. So führt alleine schon die Abholzung von Hecken und anderen Feldgehölzen zum Verlust von Sommer- bzw. Überwinterungshabitaten. Auch die unter strengem Schutz stehende Kreuzkröte lebt in dem von Rodung bedrohten Gebiet. Das Gutachten schreibt über die Folgen für die Kreuzkröten: „Fortpflanzungshabitat der Art ist vom Vorhaben betroffen, der Verlust kann auch zu Tötung bzw. Verletzung von Individuen führen.“

Gemäß des Verbotes:

A 1 ist es u.a. untersagt, bauliche Anlagen im Schutzgebiet zu errichten.
A 6 Zäune zu errichten
A 7 mit Fahrzeugen außerhalb von Wegen zu fahren
A 8 Aufschüttungen durchzuführen
A 20 Bäume oder Sträucher zu beschädigen.

Ein Antrag zur naturschutzrechlichen Befreiung von den Verboten des Landschaftsplanes, dem von Beirat und der unteren Naturschutzbehörden zugestimmt wurden, ist meines Erachtens skandalös.

Zu einer geplanten Neuaufforstung möchte ich noch erwähnen, dass alte Wälder viel mehr CO2 und Feuchtigkeit speichern, zudem artenreicher und resilienter sind.
Neu aufgeforstete Wälder brauchen mehrere Jahrzehnte bis über hundert Jahre, ehe sie auch nur annähernd so etwas leisten können und im schlimmsten Fall ähneln sie eher einer Monokultur.

Die Petition gegen die Rodung von 5 ha Wald zur Haldenerweiterung Oetelshofen hat bereits über 900 Unterschriften erreicht. Die Liste wächst stetig weiter
https://weact.campact.de/petitions/stoppt-die-halde-erweiterung-steinbruch-oetelshofen

Ich bitte Sie, sich für eine geänderte Stellungnahme, welche die Haldenerweiterung und die damit verbundenen Rodungen im Osterholz ablehnt, stark zu machen oder die Stellungnahme der Stadtverwaltung abzulehnen und sich für den Klimaschutz zu positionieren.

Zusätzlich würde ich gerne erfahren, ob die Frist für die Stellungnahme verlängert wurde. Die Frist für die Stellungnahme der Stadt Wuppertal wurde von der Bezirksregierung bisher nur bis zum 09. Juli verlängert. Durch die Vertagung der Ratssitzung auf den 11. Juli 2019 droht die ursprüngliche Frist abzulaufen.

Mit freundlichen Grüßen
…….

Die E-Mail-Adressen der jeweilige Ratsmitglieder*innen findet ihr, wenn ihr auf den Namen klickt:
https://ris.wuppertal.de/kp0040.php?__kgrnr=1

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