Osterholz Bleibt Info Veranstaltung im Hambi Camp 2.0

#OsterholzBleibt Info Veranstaltung, Montag 15. Juli, 20:00 Uhr, Hambi Camp 2.0, Oberstraße 14 – Im Garten – 52399 Morschenich ( Anfahrt: https://hambicamp.net/anfahrt/ )
 
 

Die Firma Oetelshofen plant Ende des Jahres fünf Hektar Wald im Osterholz in Wuppertal / Haan-Gruiten zu roden. Das Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen) und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.
 
Der Kalksteinbruch Betreiber Oetelshofen möchte einen Teil des Osterholz Waldes durch eine Abraumhalde ersetzen. Der Osterholzer Wald müsse aus finanziellen Gründen weichen, das Verfrachten von (wie die Firma Oetelshofen es nennt) „unbrauchbarem Material“ zu einem weiter weg gelegenen Ort, sei zu kostenspielig. Eine Abraumhalde ist nichts anderes als ein schönes Wort für eine Mülldeponie für „unbrauchbares Material“ das von der Firma Oetelshofen im Kalksteinbruch Osterholz gefördert wurde. Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben schöngeredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht die Firma Oetelshofen natürlich nicht.
 
Ein großer Teil von dem im Osterholz geförderten Kalk geht an Thyssen-Krupp, ein anderer großer Teil geht an RWE’s Braunkohlen Industrie im Rheinischen Revier. Der Kalk von Oetelshofen wird in Entschwefelungsanlagen in den Braunkohlekraftwerken eingesetzt. Kalk wird in Kombination mit Kraftwerksasche aber auch direkt im Braunkohlentagebau benötigt und zwar als Säure-Puffer. Hiermit wird versucht den steten Strom von Schadstoffen in den Untergrund vom Tagebau zu stoppen. Der BUND schreibt dazu: „Im Endeffekt könnten diese Maßnahmen lediglich zu einer Reduzierung der Pyritverwitterung um circa vier Prozent führen. Damit ist eine relative Minimierung der Versauerung des Grundwassers von maximal einem Drittel erreichbar, das heißt es verbleiben zwei Drittel Versauerungspotential.“
 
Die Frankfurter Rundschau publizierte am 17. Februar 2017 einem Artikel über die Kalkindustrie. Dort ist u.a. zu lesen: „Kalkbrennen vergleichsweise so „schmutzig“ wie Strom aus Braunkohle. Beim Brennen wird jede Menge Treibhausgas frei, pro Tonne Branntkalk sind es nach Angaben der Branche rund 785 Kilo CO2. Aus dem industriellen Prozess stammen dabei nur zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Emissionen bei der Kalkherstellung. Der „Rest“ kommt noch aus dem eingesetzten fossilen Brennstoff hinzu. Die Kalkindustrie unterliegt zwar dem EU-Emissionshandel, erhält aber kostenfreie Emissionszertifikate großzügig zugeteilt. Auf diese preiswerte Weise konnte nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) die Branche 2015 etwa 88 Prozent ihres CO2-Ausstoßes abdecken und musste nur für zwölf Prozent ihrer Emissionen Zertifikate zukaufen.“. Wir brauchen also dringend mehr Forschung wie Kalk ersetzt werden kann, denn Kalk ist nicht nur ein Klimakiller, als fossiler Rohstoff ist Kalk nicht nachhaltig und irgendwann schlichtweg alle. Ein Waldstück für eine Abraumhalde zu Roden ist in 2019 schlichtweg völlig inakzeptabel.
 
Aber es brodelt in Wuppertal und Haan. Der Widerstand gegen die geplante Rodungen im Osterholz wächst.
 
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Osterholz Bleibt Info Veranstaltung, Montag 15. Juli, 20:00 Uhr, Hambi Camp 2.0, Oberstraße 14 – Im Garten – 52399 Morschenich ( Anfahrt: https://hambicamp.net/anfahrt/ )
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