Kundgebung im Osterholz Wald am 06. Juni

Am Sonntag, den 06. Juni um 14 Uhr findet normalerweise der monatliche Waldspaziergang der Bürgerinitiative ‚Osterholz bleibt!‘ statt, bei dem der von Rodung bedrohte Osterholz Wald besichtigt wird. Wegen der Coronapandemie ändert die Bürgerinitiative die Planung ab und hält am 06. Juni um 14 Uhr stattdessen eine Kundgebung auf der Lichtung neben der eingezäunten Aufforstungsfläche ab, die nur ein paar Gehminuten vom Wanderparkplatz Hermgesberg entfernt liegt.

Die Initiative teilt die neusten Entwicklungen und den Stand des Verfahrens mit. Gastredner*innen von anderen Gruppen werden auch sprechen.

Die Firma Oetelshofen plant weiterhin 5 Hektar Wald im schönen Osterholz Wald für eine Abraumhalde zu roden. Nachdem der Osterholz Wald in der Vergangenheit schon durch den Kalksteinbruch der Firma Oetelshofen und Bebauung in Wuppertal Vohwinkel immer weiter dezimiert wurde, ist jetzt das nächste Waldstück gefährdet. Seit 2 Jahren kämpfen Menschen gegen die Rodung und damit gegen die Vernichtung von Lebensraum vieler Tiere, Bäume und Pflanzen. Wir haben die Rodung bis jetzt aufhalten können, aber der Kampf für den Erhalt dieses wunderschönen Mischwaldes kommt jetzt in eine entscheidende Phase.

Wir fordern nach wie vor, dass Alternativlösungen umgesetzt werden müssen und die Rodung des Waldes zu verhindern ist. Wir können uns nicht die preiswerteste Lösung leisten, die auf Kosten der Allgemeinheit geht.

Maßnahmen zum Schutz gegen die Coronainfektion halten wir ein und bitten alle Besucher*innen eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.
 
Weitere Aktionen
 
Am 12. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Demonstration statt. Die Demonstration startet auf dem Döppersberg (Bahnhofsvorplatz Hbf), Wuppertal. Weitere Infos folgen in kürze.
 
Am 17. Juni findet ab 14:00 Uhr eine Fahrraddemo statt. Die Fahrraddemo startet auf dem Wanderparkplatz Hermgesberg in Haan. Weitere Infos folgen in kürze.
 
Teile diesen Beitrag

Abraumhalde Kalkwerke Oetelshofen versus Osterholzer Wald? oder ambitionierte Weichenstellungen für ein zukünftiges Wuppertal in der Gegenwart

Der folgende Beitrag stammt von einem Unterstützer, und ist nicht von der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt. Wir bedanken uns für diese anregenden Worte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Thema „Erweiterung der Abraumhalde Kalkwerke Oetelshofen oder Erhalt von 5,5 ha Osterholzer Wald“ zeigt ganz praktisch auf, woran es hier und heute in dem großen Themenfeld Ökonomie, Ökologie und Klimaveränderung noch hapert. Es ist ein großes, auch gesellschaftliches und politisches Thema. Es findet exemplarisch in Wuppertal und Haan statt. Die Kalkwerke sehen derzeit zu der Abraumhalde aus ökonomischen, ökologischen und praktischen Notwendigkeiten heraus keine andere Möglichkeit. Die vielen Arbeitsplätze können nur so erhalten bleiben. Die Stadt Wuppertal erhält Gewerbesteuern.

Die Bürgerinitiative „Das Osterholz bleibt!“ hält in der heutigen Zeit die Rodung von weiteren 5,5 ha Wald und perspektivisch noch evtl. weiteren 20 ha Wald aus Gründen des Schutzes der Natur und der Möglichkeit der Naherholung für nicht vertretbar. Hinzu kommen Aspekte wie der schlechte Zustand auch der Wuppertaler Wälder insgesamt, das große Sterben der Fichten und absehbar wohl noch weiterer Baumarten. Da gilt es alle Wälder zu erhalten. Mit dem Blick auf das Klima weist die BI auf die positiven Auswirkungen des Waldes und die schädlichen Folgen de Kalkabbaus hin.

Auf beiden Seiten gibt es viele weitere Argumente und auch Fragen. Das ist hier aber nicht der Schwerpunkt.

Ich möchte ein größeres Bild malen! und um mit Maja Göpel zu sprechen, die Welt neu denken. Vielleicht können wir ja auch die Wuppertaler Welt etwas neu denken. Da ist dringend nötig. Damit ist auch unser neuer OB, Herr Dr. Schneidewind, angetreten.

Also wenn doch offensichtlich das globalgesellschaftliche Interesse auf längere Sicht definitiv keine Abholzung ist und die hoch CO2- lastige Kalkproduktherstellung und die in größeren Teilbereichen mittel- und langfristig nicht mehr gegebene Systemrelevanz des Kalks nicht mehr gewollt sein kann, welche Mechanismen könnten dann bewegt werden, um diesem als Maxime zu entsprechen?

Was können die politischen Instanzen, Vertreter der Industrie unter Einbeziehung von Bürgern und Transformationswissenschaft konkret in Wuppertal/Haan tun. Und zwar kurzfristig, mittel- und langfristig.

Kurzfristig

Zeit gewinnen und für den Abraum Zwischenlösungen finden!

Im Bereich des alten Lokschuppens auf dem früheren Bahnhofsgelände Vohwinkel plant der Investor Clees auf einer Fläche von rd. 5 ha eine Wohnbebauung. Dazu soll die Fläche – soweit mir bekannt – um 6 – 8 mtr. mit Erde aufgeschüttet werden. Bis zu 400.000 cbm sind eine gewaltige Größenordnung. Grundsätzlich denkbar wäre es, z. B. dafür Abraum aus den Kalkwerken Oetelshofen zu nehmen. Das müsste natürlich baufachlich geprüft werden. Ist der stark lehmhaltige Boden, vielleicht angereichert mit kleineren oder größeren Kalksteinen oder sonstigen Steinen geeignet? Oder kann er für Teilbereiche verwendet werden?

Mit einer Nutzung des Abraums auf dem nunmehr der Fa. Clees gehörenden, nahegelegenen ehem. Bahngelände könnte für mehrere Jahre der gesamte Abraum sogar im Sinne der Kreislaufwirtschaft verwendet werden. Bei den Kalkwerken fallen jährlich rd. 150.000 cbm (rd. 300.000 Tonnen) Abraum an. Auf dem Cleesgelände werden rd. 400.000 cbm benötigt.

Das Thema ist seit einigen Monaten bekannt. Fragt sich nur, warum es nicht ernsthaft und prioritär von den Kalkwerken Oetelshofen in Verbindung mit der Fa. Clees baugeologisch geprüft wird? Es fragt sich auch, ob die Stadt Wuppertal und an ihrer Spitze unser Oberbürgermeister, Herr Dr. Schneidewind, über allgemeine Gespräche hinaus ihre Möglichkeiten wahrnimmt? Hat der Oberbürgermeister darüber mit den beiden Firmen zeitnah konkret gesprochen oder MitarbeiterInnen damit beauftragt? Hat er auf eine Prüfung der Möglichkeiten gedrungen? Natürlich sind solche Gespräche nicht einfach. Man mischt ungern in vermeintlich private, unternehmerische Angelegenheiten ein. Aber es geht immerhin um nichts anderes als um unsere lebenswerte Zukunft, die von uns Menschen und mit der Natur. Das wäre aktive Gestaltung. Das wäre der Versuch, etwas möglich zu machen. Nach meinem Kenntnisstand ist in den letzten 4 Monaten diesbzgl. leider nichts erfolgt. Aber vielleicht ist ja nur nichts nach außen gedrungen. Wenn unser OB, Herr Dr. Schneidewind, sich ernsthaft einbringt, geht ja vielleicht noch was. Und im Ergebnis hätten wir wertvolle Zeit für mittel- und langfristige Lösungen gewonnen.

Mittel- und langfristig

Dieses vermeintliche Randthema „Wald versus Abraumhalde“ weist auf zwei für die Zukunft unserer Stadt wichtige Themen hin:

Die Notwendigkeit einer Bodenbörse und die Umsteuerung von Unternehmen in nachhaltige Geschäftsfelder.

1. Bodenbörse

Da ist zum einen das Thema der Kreislaufwirtschaft. Wir benötigen in Wuppertal eine Bodenbörse, eine Börse für Mutterboden, Lehm, Ton, Mergel, Sand, Kies, Schotter usw. Das zeigt unser Beispiel deutlich. Ein schonender Umgang mit Ressourcen, sowohl von den unterschiedlichen Materialien als auch vom Transport, der Logistik, der Vernetzung und den Kosten her erfordert mittelfristig einen solchen Schritt. Unser aktuelles System ist symptomatisch für ein Denken in alten Schablonen. Es macht eine ordentliche Weiterverwendung von Bodenmaterial sehr schwer, indem sie es den einzelnen oft kleinen Firmen überlässt. Viele Firmen und die Fachwelt warten schon länger auf eine entsprechende Initiative der Stadt. Die angedachte Bodenrecyclinganlage im Westen der Stadt ist schon ein guter Schritt. Auch die Ideen der Wuppertalbewegung passen dazu. Aber eine wirkliche Bodenbörse gilt es deutlich größer und spezieller zu denken. Für einen zukunftsfähigen Umgang mit unserer natürlichen Ressource „Boden“ bedarf es einer Initiative, Federführung und Wegbereitung durch unseren Oberbürgermeister mit einer deutlichen, parteiübergreifenden Rückendeckung im Rat der Stadt. Diese Weichen sind zusammen mit den Firmen und Sachverständigen jetzt zu stellen, damit wir in 5 Jahren auf eine funktionierende Bodenbörse für Wuppertal und vielleicht auch für das Bergische Städtedreieck oder das Bergische Land blicken können. Dann hoffen wir mal darauf.

2. Entwicklung neuer Geschäftsfelder für die Fa. Iseke und deren Beschäftigte

Nach meiner Auffassung sind die von den Kalkwerken Oetelshofen vertriebenen Kalkprodukte mittel- bis langfristig nur noch zu kleineren Teilen systemrelevant. Die Verwendung von Kalk für die Rauchgasentschwefelung z. B. bei Braunkohletagebau fällt in absehbarer Zeit weg. Die ca. 60 % der Produktion, die als Schotter in den Straßenbau etc. gehen, werden sich im Rahmen der absehbaren Verkehrswende und größeren Marktplayern auch reduzieren. Es erscheint sinnvoll, dass das sich das mittelständische Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließt. Es ist mittel- und langfristig eine größere Umsteuerung des Unternehmens angezeigt. Eine solche Transformation ist sowohl für die Inhaber als auch für die Beschäftigten aber genauso auch für die Städte Wuppertal und Haan wichtig. Wie kann eine solche Transformation aussehen? In welche Bereiche kann die Firma ihre Geschäfte hin entwickeln, auch in Anerkennung des bestehenden vielfältigen Know-how? Auch dabei kann die Stadt Wuppertal mit ihrem OB an der Spitze die Firma Iseke mit seinen vielen guten Kontakten zur Wirtschaft und in die Wissenschaft hinein aktiv unterstützen und den Prozess mitgestalten. Das ist für die Stadt Wuppertal und für den Standort Wuppertal von Bedeutung. Ist Wuppertal eine innovative Stadt? Kann Wuppertal Transformation? Kann Wuppertal Transformation auch konkret? Das ginge es, sofern auch die Kalkwerke Oetelshofen dazu bereit sind, an diesem Beispiel zu zelebrieren. Damit ist unser neuer OB angetreten. Dafür brauchen wir ihn. Das wollen wir nun z. B. an diesem Thema „Abraumhalde versus Wald“ praktisch erleben und nach Möglichkeit mitgestalten.

Dieter Verst

Teile diesen Beitrag

Osterholz Bleibt Mahnwache: Samstag 15. Mai, 2021

Die Firma Oetelshofen weigert sich bis jetzt auf die Rodung von 5 Hektar Wald im Osterholz auch permanent zu verzichten. Ihr Versprechen, den 5 Hektar im Osterholzer Wald im Moment nicht zu roden, ist damit erst mal nur eine PR Maßnahme, weil die Firma ohnehin noch gar keine Rodungsgenehmigung hat und die Rodungssaison erst am 1. Oktober beginnt. 

Am Samstag, den 15. Mai 2021, veranstalten wir eine weitere Mahnwache, um Menschen zu informieren und für den Erhalt des kompletten Osterholzer Waldes zu protestieren.

#OsterholzBleibt Mahnwache, Samstag 15. Mai, 2021, 11:00 – 16:00 Uhr, Wanderparkplatz Hermgesberg, 42781 Haan.
Teile diesen Beitrag

Rede von Marjolein Schlüter auf der Kundegbung am 02.05.

Mein Name ist Marjolein Schlüter, ich bin Sprecherin der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt! und mündige Bürgerin. Ich bin ein Alptraum für Behörde und Verwaltungen. Ich gehe den Sachen auf den Grund. Ich lasse mich nicht abwimmeln und ich lasse mir von keinem Menschen den Mund verbieten bzw. in eine politische Ecke drängen. Ich weiß mittlerweile in welcher politischen Ecke unsere „Pappenheimer“ stehen, aber dazu komme ich gleich. Wir sind eine Bürgerinitiative und unser Ziel ist es, den Lebensraum, unser Lebensraum und die der Arten in Osterholz Wald zu bewahren.

Bis jetzt bin ich immer gemäßigt geblieben, denn wir sind davon ausgegangen, dass wir einigen Menschen Zeit lassen sollten, damit sie Ihre Meinung zum Erhalt des Osterholz Waldes nochmal überdenken können.

Nun lassen die Ereignisse seit Mitte Februar dieses Jahres mir keine andere Wahl als jetzt mal Tacheles zu reden.

Als in Februar ersichtlich wurde, dass es zu der Zeit zu keiner Entscheidung kommen konnte wegen unserem gemeinsamen Widerstand, hat eine Diffamierungskampagne gegen uns, die Bürgerinitiative und auch gegen die Waldbesetzung begonnen.  Die Waldbesetzung ist nur mal ein Dorn im Auge. Komischerweise gab es 1,5 Jahre davor und auch bis jetzt nichts: keine Vorfälle, keine Übergriffe.

Außerdem wurde es durch die Kalkwerke Oetelshofen gut vermarktet: sie hätten sich entschieden erstmal auf einer Rodung zu verzichten.

Ich habe mir das Interview am 12 April von Herrn Schneidewind in der VHS genau angehört. Er sieht in der heutigen Zeit eine Rodung vom Wald als problematisch, aber ihm gefallen unsere Argumente nicht. Mir gefällt auch vieles nicht, Herr Schneidewind. Darüber könnten wir mal persönlich sprechen. Aber Sie meiden das Gespräch mit uns, dafür sprechen Sie mit vielen anderen Menschen. Es folgen Diffamierungen, die nie hinterfragt oder bestätigt wurden.

Es folgt eine Lobeshymne für die Familie Iseke, die so gesprächsbereit ist. Es sind angeblich viele Alternative angedacht, aber welche, darüber wird nicht gesprochen. Ich bin der Meinung, dass das alles Floskeln sind, Zeichen des Aussitzens.

Ich habe Herrn Schneidewind am 9. März eine E-Mail geschrieben und ihm in seiner Funktion als Leiter der Wuppertaler Verwaltung um Hilfe gebeten. Am 21. April folgte dann eine Anfrage zum Sachstand Osterholz mit dem Verweis auf § 24 der Gemeindeordnung. Nun muss der Wissenschaftler Herr Prof. Dr. Schneidewind nach 5 Monaten in der Verwaltung angekommen sein, wissen, dass Bürger*innen einen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen haben. Allerdings erwähnte Herr Schneidewind am Ende des Interviews, dass die „Pappenheimer“ bekannt sind, die immer wieder Emails schicken und dass er keine Lust hat, 1-2 Stunden damit zu verbringen die selbst oder von Mitarbeiter*innen beantworten zu lassen. Diese „Pappenheimer“ sind Bürger*innen, Herrn Schneidewind, in der Stadt wo Sie Oberbürgermeister sind. Für so eine Respektlosigkeit sollten Sie sich schämen. Herr Schneidewind: Sie können sich sicher sein, dass in den nächsten Tag diese „Pappenheimerin“ Sie wieder mit einem Schreiben „verehren“ wird. Sie setzen sich für die großen Sachen ein. Passen Sie nur auf, dass die 5,5 ha Osterholz Wald Sie nicht um die Ohren fliegt oder auf die Füße fällt: Sie haben die Wahl. WIR möchten einen diffamierungsfreien Dialog.

In meinem Schreiben an Herrn Schneidewind geht es u.a. um den Artenschutz in Osterholz Wald und um die Darstellung der Halde in diversen amtlichen Plänen.

Die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörden Wuppertal ist dermaßen laienhaft und benötigt dringend Aufklärung, die die Unteren Naturschutzbehörde mir verweigert. Traurigerweise bekommen wir auch keine Unterstützung der lokalen Naturschutzorganisationen. Der BUND hat keine Stellungnahme zum Verfahren abgegeben. Frau Petersen der BUND Wuppertal sagt, dass der BUND in Sache Osterholz in einer Zwickmühle ist. Es folgte wieder eine Lobeshymne in Richtung Familie Iseke. Mit dem alteingesessenen Familienunternehmen bestehe der Eindruck, dass bessere Lösungen für Naturräume gefunden werden könnten. Auch würden es von Studenten der Uni Wuppertal immer wieder regelmäßig Kartierungen stattfinden und es würden z.B. sehr viele Vögel kartiert werden.

Der BUND würde eine neutrale Position in dem Konflikt einnehmen.

Das sehe ich anders. Hat der BUND die Verfahrensunterlagen durchgelesen? In dem Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag der Kalkwerke Oetelshofen kommt der Gutachter zum Schluss, dass 25 bedrohte, geschützte Arten von dem Verfahren betroffen werden können und dass tiefere Beobachtungen notwendig sind.

Die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal schreibt, dass 15 bedrohte, geschützte Arten und, dass keine systematischen Kartierungen stattfinden.

Lieber BUND, wie wäre es, wenn Sie die Studenten mal im Wald kartieren lassen. Das ist auf der anderen Seite des Geländezauns. Es kann nicht sein, dass diese Vögel, die auf dem Werksgelände kartiert werden, am Zaun innehalten, um nicht in den Wald zu fliegen. Ist kein Interesse vorhanden, wie es um die Arten im Wald steht? Oder passt das nicht zum Greenwashing-Programm der Kalkwerke Oetelshofen? Ich habe vor ca. 10 Tagen erneut eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht beim Ministerium, u.a. wegen einer Artenschutzrechtichen Prüfung, Messung von Lärmschutz und der Darstellung der Haldenfläche im Flächennutzungsplan der Stadt Wuppertal.

Die Loyalität ist förmlich zu riechen. Und so ist sichtbar, wie in Jahrzehnten ein Netzwerk von Loyalitäten aufgebaut wurden, die gegenseitig verpflichten und auch auf gegenseitige Zufriedenheit ruhen. Ich möchte an dieser Stelle auf jeden Fall erwähnen, dass es auch Menschen in dem BUND gibt, die uns persönlich großartig unterstützen. Vielen herzlichen Dank dafür. Danke auch an der BUND Velbert und Erkrath. Nur schade, dass die Hauptakteure des BUND Wuppertal den lokalen Ruf so ruinieren.

Genauso sieht es mit den GRÜNEN Wuppertal aus. Hier gibt es auch einzelne Menschen, die uns in regelmäßigen Abständen immer wieder begleiten bei unseren Waldspaziergängen. Da freuen wir uns immer drüber, vielen Dank. Aber was ist mit den anderen? Es war sehr enttäuschend, dass bei der Demo in März der Friday für Future in Vohwinkel kein Mensch der Grünen von der Bezirksvertretung anwesend war. Da war das Hauptthema „Osterholz Bleibt“. Einen Blick auf der Homepage der Grünen Wuppertal zeigt, dass der Osterholz Wald kein Thema ist. Ich habe alles angeklickt; von oben bis unten. Es gibt tatsächlich das Thema Bäume auf der Homepage. Es heißt: Alle Bäume in der Stadt sind schützenswert. Klar sind Bäume in der Stadt wichtig. Aber sind die Bäume in der Stadt grüner als im Außenbereich? Wichtiger als die grüne Lunge Wuppertals? Herr Christen, Vorsitzender des Umweltausschusses sagt in der Pressemitteilung v. 22. April: „Baumschutz ist Klimaschutz! Darum müssen wir alles dafür tun, dass gesunde Bäume erhalten bleiben. Wir freuen uns über diesen Bericht, der genau richtig kommt zum Internationalen Tag des Baumes am 25. April.“ Warum gibt es denn kein öffentliches Statement FÜR den Erhalt von 5,5 ha Wald? Können die Grünen das nicht, weil sie hinter ihren „grünen“ Bürgermeister stehen müssen?

Das sind alles großartige Sprüche, die gut ankommen, denn wir wissen, bald sind Bundestagswahlen. Zurzeit gewinnen die GRÜNEN viel Zuspruch nicht zuletzt nach der Nominierung von Frau Baerbock. Aber wie wollen die GRÜNEN auf Bundesebene was ändern, wenn sie das lokal nicht hinkriegen?

Schauen wir mal in Deutschland wie mithilfe der GRÜNEN Wälder platt gemacht werden!

Mit großartigen Sprüchen und Versprechen kann keiner mehr was reißen, die Zeiten sind vorbei.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Fraktion Bündnis 90/die GRÜNEN Wuppertal bis auf einer Person in der Ratssitzung Juli 2019 für das Verfahren ausgesprochen hat. Ein Stück der grünen Lunge Wuppertals soll wieder einmal weichen. Das sah im Verfahren 2013 noch anders aus. Weil die zahlreichen Fragen der GRÜNEN zum Verfahren aus Zeitmangel nicht rechtzeitig schriftlich und umfassend beantwortet wurden, hat die GRÜNE Ratsfraktion dem Planfeststellungsbeschluss daher nicht zugestimmt und sich enthalten.

Ich habe eine Zeitung der GRÜNEN aus Mai 2013 vorliegen und daraus geht hervor, dass es rein rechtlich 2013 ein ungewöhnliches Verfahren war. Der Rat sollte als Genehmigungsbehörde fungieren und eine sogenannte „gebundene“ Entscheidung treffen, d.h. den Mitgliedern des Rates wurde in diesem Verfahren untersagt, Änderungen oder weitere Auflagen zu beschließen. Und so hätte die Firma Oetelshofen es am liebsten noch Jahrzehntelang weiter gemacht. Wozu haben sie sich sonst so Mühe gegeben dieses Netzwerk aus Loyalitäten aufzubauen.

Die GRÜNEN Wuppertal haben in Februar zwar eine große Anfrage zu Ausgleichsmaßnahmen in Osterholz im Umweltausschuss gestellt, aber da hätten sie sofort nachhaken müssen, denn da gab es einige Antworten der UNB, die erklärungsbedürftig waren. Herr Christenn hat mir geschrieben, dass er nicht so tief drin ist wie ich und dass er auch nicht die Emotionalität wie ich aufbringen kann, und will in der Auseinandersetzung mit Verwaltungsvorgängen. Politiker müssen die Verwaltung auf die Finger schauen, wozu sind sie da? Allein der Gedanke 5,5 ha Wald aus rein privatwirtlichen Interessen zu roden, sollte an jeden Menschen nicht emotionslos vorüber gehen.

Seit einigen Wochen schreibe ich von Hunz bis Kunz und stelle Fragen, wie es überhaupt möglich ist, dass dieses Verfahren nicht bereits beim Einreichen abgewiesen wurde. In dem Beschluss 2013 ist festgestellt worden, dass die Halde nicht erweitert bzw. erhöht werden kann. Federführend war damals die Stadt Wuppertal.

Die Halde ist im Verfahren der Regiobahn 2005 als Ausgleichsfläche für die Grube Hanielsfeld bestimmt worden, und zwar als BSN (Bereich für Besonderen Schutz der Natur). Die Bezirksregierung Düsseldorf hat 2006 angeregt den Flächennutzungsplan zu ändern, da die Halde in diesem Plan sowohl als Fläche für Ausschüttungen sowie auch als Windenergievorrangsfläche dargestellt war. Die Stadt Wuppertal ist diese Anregung nicht gefolgt. Diese Fläche ist nach wie vor in Ihrer Nutzung nicht geändert worden. Wer für diesen Eintrag verantwortlich ist, möchte ich auch gerne wissen. Mittlerweile muss der Abstand zwischen Windmühle und Bebauung 1500 m sein. Sind wir Anwohner*innen wohl komplett ausgeblendet worden. Oder steht bei mir in Kürze ein Bagger vor der Tür?

Damit aus der Halde ein BSN Gebiet werden kann, muss erst ein Änderungsverfahren im Landschaftsplan durchgeführt werden. Wir leben hier schließlich in Deutschland, die Bürokratie wird hier ganz großgeschrieben.

Zufälligerweise lief ein solches Verfahren im Jahre 2014 – 15. Das wurde wiederum von Stadtgremien gestoppt, der Bereich Wuppertal-Nord wurde rausgenommen.

Somit gab es in dieser Hinsicht auch keine Änderung für die Haldenfläche und die Kalkwerke Oetelshofen sowie die Stadt Wuppertal meinen mit der Halde walten und schalten zu können, wie es gerade passt. Oder doch nicht?

Im Regionalplan ist diese Fläche bereits als BSN dargestellt. Und der Regionalplan steht über den Flächennutzungsplan. So ein Pech! Aber wen stört das? Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Unteren Naturschutzbehörde Wuppertal hat dies nicht in ihrer Stellungnahme erwähnt.

Letzten Donnerstag haben die Grünen Wuppertal wieder eine Anfrage im Umweltausschuss. Es ging um den Stand der Landschaftsplanung.

  1. „Welchen Stellenwert haben der Klimaschutz und die Klimafolgen-Anpassung bei der Landschaftsplanung und dem Landschaftsschutz?“

„Im Rahmen der Landschaftsplanung und somit auch beim Natur- und Landschaftsschutz haben Klimaschutz und Klimafolgen-Anpassung einen hohen Stellenwert“.

  1. „Werden Ausgleichsflächen im Rahmen der Landschaftsplanung und Landschaftspflege berücksichtigt?“

„Bei der Auswahl von Ausgleichsflächen werden die Vorgaben der Landschaftsplanung, wie Schutzgebietsausweisungen und Entwicklungsziele berücksichtigt“.

Es wird wieder einmal Osterholz Wald ausgeblendet! Da wird der Eindruck geweckt, dass die Verwaltung der Stadt Wuppertal alles daran gelegen ist die Halde für die Kalkwerke Oetelshofen so zu schützen, dass es ein „weiter so“ gibt.

Im Landschaftsplan Wuppertal-Nord, Grundlagenteil v. 29. März 2005, wie wir wissen, ist es das Aktuelle gibt es Aussagen der Flächennutzungsplanung, hier sind folgende Planungsgrundsätze für den Bereich Freiraum von der Stadt Wuppertal formuliert worden:

Unter Landschaft/Biotope: Lebensräume und Lebensstätte seltener Tiere und Pflanzen sollen geschützt werden.

Unter Wald: Der Wald soll mit seinen vielfältigen Funktionen geschützt und entwickelt werden.

Unter Freizeit und Erholung: In den landschaftlich geprägten Freiräumen der Stadt sollen die Erholungsgebiete als Aktions- und Erlebnisräume insbesondere für die bewegungsorientierte Freizeitgestaltung unter Beachtung von Umweltbelangen erhalten und entwickelt werden.

Das scheint keine*r in Wuppertal zu lesen, aber das ist für mich nichts Neues.

Das Verfassungsgericht hat jetzt entschieden, dass Menschen ein Grundrecht auf Zukunft haben!

Es ist für mich persönlich unheimlich dreist, dass die Kalkwerke Oetelshofen 2019 ein Verfahren einreichen mit dem Ziel 5,5 ha Wald zu vernichten, weil das die preiswerteste Lösung ist. Die Firma, die im gleichen Jahr einen Überschuss von 1,8 Mio erwirtschaftet hat, erwirtschaftet durch Umweltvernichtung. Dabei sind 2013 bereits 3,5 ha Wald vernichtet worden, für weitere Bäume liegt aus dem Verfahren noch eine Rodungsgenehmigung vor. Um von den Ackerflächen nicht zu sprechen, die für die zwei Halden weichen mussten. Und vergessen wir nicht die Waldflächen, die bereits als Abbaugebiet im Regionalplan festgelegt wurden und in Zukunft bedroht sind.

RWE hat letztes Jahr 2,6 Milliarden Steuergelder bekommen. Die wollen den Abraum nicht. Obwohl Sie Abraum brauchen!

Fragt uns jemand was wir wollen? Uns soll wieder einmal ein Stück Erholungsgebiet weggenommen werden. Ein kleines Stückchen Glück in unserem Alltag. In einer Zeit, wo wir nicht verreisen können, wo wir Urlaub zuhause machen müssen. Wir können uns keine Stunde Entspannung in einem herrlichen Wald bei Amazon bestellen. Hat ein Mensch schon mal diesen Wert ausgerechnet? Diesen Wert finden wir in keiner Bilanz. Hier wird nur an privatwirtschaftlichen Profit und Gewerbesteuer gedacht.

So geht es nicht weiter.

Die Arbeit des BUND Wuppertal ist sehr wichtig und wertvoll aber wir können und dürfen keine wertvollen Lebensräume gegeneinander ausspielen.

Das Narrativ der Firma Oetelshoven, dem die Politik und auch die Umweltverbände folgen ist, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass viel wertvoller ist als der Wald an sich.

Wir müssen Alternativlösungen umsetzen, die die Rodung des Waldes verhindern. Für Herrn Schneidewind als ehemaliger Leiter des Wuppertal Instituts müsste Osterholz das richtige Thema sein zu zeigen, dass er das angeblich Unmögliche möglich machen kann. Es lebe die Transformation!

Wir kämpfen weiter, damit #Osterholz Bleibt!

Teile diesen Beitrag

Kundgebung im Osterholz Wald am 02.05.

Am Sonntag, den 02. Mai um 14 Uhr findet normalerweise der monatliche Waldspaziergang der Bürgerinitiative ‚Osterholz bleibt!‘ statt, bei dem der von Rodung bedrohte Osterholz Wald besichtigt wird. Wegen der hohen Coronainzidenz ändert die Bürgerinitiative die Planung ab und hält am 02. Mai um 14 Uhr stattdessen eine Kundgebung auf der Lichtung neben der eingezäunten Aufforstungsfläche ab, die nur ein paar Gehminuten vom Wanderparkplatz Hermgesberg entfernt liegt.

Die Initiative teilt die neusten Entwicklungen und den Stand des Verfahrens mit. Gastredner*innen von anderen Gruppen werden sprechen und wir freuen uns über die Zusage der Band FORTSCHROTT.

Bis zum Start der Rodungssaison werden noch einige Monate ins Land gehen, doch der Kampf um den Wald befindet sich jetzt in einer Hochphase.
Der neue grüne Oberbürgermeister von Wuppertal, Uwe Schneidewind, in den viele Bürger*innen große Hoffnung setzen, hat Mitte Februar noch gesagt, dass er sich einen diffamierungsfreien Dialog wünscht. Im Interview in der VHS am 12. April 2021 argumentiert Herr Schneidewind aber selbst mit Diffamierungen.
Marjolein Schlüter, Sprecherin der Initiative sagt: „Ich bin eine mündige Bürgerin und lasse mich nicht in eine politische Ecke drängen. Es hat bis heute kein Gespräch mit uns stattgefunden. Die Beziehung mit der Familie Iseke scheint Herr Schneidewind aber sehr gut zu pflegen.“
Das Narrativ der Firma Oetelshofen, dem auch der BUND Wuppertal folgt, ist, dass die Rodung des Waldes in Wirklichkeit eine Umweltschutzmaßnahme wäre, denn die Halde wäre in Wirklichkeit gar keine Abraumhalde, sondern ein zukünftiges Biotop, dass wertvoller ist, als der Wald an sich.
Marjolein Schlüter sagt dazu: „Hier werden wertvolle Biotope gegeneinander ausgespielt. Die geschützten Arten im Wald werden ignoriert, sowie der Fakt, dass der Osterholz ein sehr beliebter Ort für die Erholung der Besucher*innen ist. Gerade in Zeiten der Pandemie wird dieser Wert sehr deutlich, der in keiner Bilanz auftaucht.“

Wir fordern nach wie vor, dass Alternativlösungen umgesetzt werden müssen und die Rodung des Waldes zu verhindern ist. Wir können uns nicht die preiswerteste Lösung leisten, die auf Kosten der Allgemeinheit geht.

Maßnahmen zum Schutz gegen die Coronainfektion halten wir ein und bitten alle Besucher*innen eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.

Teile diesen Beitrag

Waldspaziergang am 04.04. abgesagt

Auf Grund der aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen haben wir uns entschlossen, unseren regelmäßig einmal am ersten Sonntag des Monats stattfindenden Waldspaziergang diesmal (Sonntag, den 04.04.2021) abzusagen. 
Wir hoffen, dass wir den Informationsspaziergang am Sonntag den 02.05.2021 (unter Einhaltung der aktuell geltenden Coronaregeln) durchführen können. 
Unabhängig von unseren Waldspaziergängen hat jede/r die Möglichkeit durch den Osterholz-Wald spazieren zu gehen, um sich den Wald und die bisherige Halde (von weiten, da es sich um abgesperrtes Betriebsgelände handelt) anzuschauen.
Teile diesen Beitrag

Klimaprotest am 19.03.

Fridays for future in Wuppertal ruft am 19.03. im Rahmen des globalen Klimastreiks um 12 Uhr vor dem Rathaus in Vohwinkel zu einer Kundgebung zum Thema #Osterholzbleibt auf.
Herzlichen Dank dafür.

Alle Kundegebungen im Überblick:

Rathaus Elberfeld
14:30 Uhr
Thema: Internationaler Streik / #NoMoreEmptyPromises
 
Rathaus Vohwinkel
12:00 Uhr
Thema: #OsterholzBleibt
 
Rathaus Barmen
12:30 Uhr
Thema: Verkehrswende / Autofreie Innenstadt
 
Mehr Infos auf Facebook:
 
Und Twitter:
Teile diesen Beitrag

Pressemitteilung Bürgerinitiative ‚Osterholz Bleibt‘ – Wuppertal – Haan – 11.03.2021

Polizei Aktion im Osterholz Wald. Unter besonderem Schutz stehende Stechpalmen im Osterholz Wald.

Eine der Arten, die unter besonderen Schutz stehen und sich im Osterholz Wald befinden, ist die Stechpalme.

Heute Morgen fand, auf Veranlassung der Firma Oetelshofen, eine Polizeiaktion im Osterholz Wald statt, um einige Barrikaden zu räumen.

Marjolein Schlüter, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative Osterholz Bleibt sagt dazu: „Die Polizisten, mit denen ich gesprochen habe, waren ruhig und haben mir erklärt, was sie vor hatten. Die ganze Operation lief dann auch in Ruhe ab. Auch die Waldbesetzer haben sich ruhig verhalten.“

Die Waldbesetzer hatten Anfang des Monats selbst einige Barrikaden abgebaut, aber das reichte der Firma Oetelshofen offensichtlich nicht. Als Bürgerinitiative können wir die Verärgerung über einige der Barrikaden verstehen. Aber dass heute für die Räumung der Barrikaden eine ganze Hundertschaft der Polizei ausrücken musste, macht uns nachdenklich, denn von der Waldbesetzung ist, soweit uns bekannt ist, noch nie Gewalt ausgegangen.

Noch immer hat die Firma Oetelshofen von der Bezirksregierung keine Genehmigung für ihre Rodungspläne im Osterholz Wald bekommen. Eine eventuelle Genehmigung dürfte aber vor Gericht nicht Stand halten. Eine der Arten, die unter besonderen Schutz stehen und sich im Osterholz Wald befinden, ist die Stechpalme, die auch Walddistel oder Christusdorn genannt wird. Die Stechpalme (Ilex aquifolia) ist zum Baum des Jahres 2021 ernannt worden. Sie ist in Deutschland gemäß Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und darf nicht aus der Natur entnommen werden.

Sprecher René Schuijlenburg sagt dazu: „Es wird Zeit das die Firma Oetelshofen sich endgültig von ihren Rodungsplänen verabschiedet. Eine andere Lösung für den Abfall der Firma zu finden ist alternativlos, denn die Bundesartenschutzverordnung gilt auch in Nordrhein-Westfalen.“

Osterholz Bleibt, 11. März 2021

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Eine der Arten, die unter besonderen Schutz stehen und sich im Osterholz Wald befinden, ist die Stechpalme.

Eine der Arten, die unter besonderen Schutz stehen und sich im Osterholz Wald befinden, ist die Stechpalme.

Teile diesen Beitrag

Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt“ – 21. Februar, 2021

 

Die Geschäftsführung der Kalkwerke Oetelshofen hat weiterhin keine Genehmigung für ihre Rodungspläne im Osterholz Wald. Wuppertaler Oberbürgemeister Uwe Schneidewind äußert sich. Waldbesetzer*innen kündigen Barrikadenabbau an

Wuppertal – Haan. Die Pressemitteilung der Kalkwerke Oetelshofen vom vergangenen Freitag klingt fast wie das gute Ende eines Märchens. Sie schreiben: „Aufgrund der aktuell angespannten öffentlichen Diskussion zur geplanten Haldenerweiterung haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal dazu entschlossen, die dafür vorgesehene Rodung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu forcieren.“

Damit startet die Firma erneut einen PR Vorstoß, der bei näherer Betrachtung erst mal nicht viel mehr ist, als ein Versuch das Image der Firma aufzupolieren. Es ist natürlich erfreulich, dass im Osterholz Wald vorerst nicht flächig gerodet wird, doch die Firma Oetelshofen unterschlug in ihrer Pressemitteilung einen wichtigen Fakt: Die Kalkwerke Oetelshofen dürfen im Moment wegen der fehlenden Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf gar nicht roden, dazu kommt, dass Ende Februar die Rodungssaison endet und dann für einige Monate Rodungen generell untersagt sind.

Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative, René Schuijlenburg sagt dazu: „Die Geschäftsführung der Firma Oetelshofen suggeriert, sie hätten angeboten vorerst auf die Rodung zu verzichten. Das stimmt aber nur bedingt. Fakt ist, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf, Oetelshofen noch gar keine Genehmigung erteilt hat. Oetelshofen darf im Moment also gar nicht roden.“

In einem Post auf seiner Facebook Seite bestätigte Uwe Schneidewind heute, dass er mit der Firma Oetelshoven gesprochen hat. Schneidewind sagte: „In den letzten Wochen habe ich viele Gespräche geführt, um eine drohende Eskalation im Osterholz zu vermeiden.“

René Schuijlenburg dazu: „Wir begrüßen es, dass Herr Schneidewind geschrieben hat, dass er sich einsetzen wird um mögliche Alternativen zur Rodung zu erörtern. Mir persönlich gefällt zwar so einiges nicht was Herr Schneidewind über die Firma Oetelshofen in seinem Statement gesagt hat, einiges trifft meiner Meinung nach auch nicht zu, aber die Kernaussage ist erst mal positiv. Das Suchen nach alternativen Lösungen ist wichtig. Es geht hier um die Frage: Wird ein wertvoller Wald und ein Naherholungsgebiet für die Menschen für die Profitmaximierung einer privaten Firma geopfert oder wird eine Lösung gefunden, die die Natur, die viele Lebewesen im Wald und das Klima schützt, vorzugsweise natürlich eine Lösung der auch für die Firma Oetelshofen tragbar ist. Es wird nicht einfach werden, aber Prinzipiell sind wir Gesprächsbereit.“

Marjolein Schlüter, eine der Sprecher*innen der BI Osterholz Bleibt!: „Herr Schneidewind sagt, dass Wälder in Zeiten des Klimawandels einen besonderen Schutz genießen müssen. Gerade in den letzten Tagen ist berichtet worden, dass die EU Deutschland wegen jahrelanger Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Wichtig ist zu klären, ob das auch auf den Osterholz Wald zutrifft.“

Aktivist*innen besetzen nach wie vor einen Teil des gefährdeten Osterholz Wald. Sie teilten der Bürgerintiative ‚Osterholz bleibt‘ mit, dass die Waldbesetzung fortgeführt wird, bis der Wald sicher ist. Als Zeichen ihres guten Willens werden sie aber am 01. März damit beginnen einige der Barrikaden abzubauen. Damit wollen sie die emotionale Anspannung auf Seiten der Kalkwerke abbauen.

Am Montag den 22. Februar und Donnerstag den 25. Februar 2021 organisiert die Bürgerinitiative Osterholz Bleibt zwischen 8:30 und 16:00 Uhr Mahnwachen. Die Versammlungen finden auf dem Parkplatz Osterholzer Straße, Waldeingang Osterholz, statt.

Osterholz Bleibt, 21. Februar 2021

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Teile diesen Beitrag

Osterholz Bleibt Mahnwachen: Donnerstag, 18.02.2021, Montag, 22.02.2021, Donnerstag, 25.02.2021

Osterholz Bleibt Mahnwachen:

Donnerstag, 18.02.2021 08:30 Uhr bis 16 Uhr
Montag, 22.02.2021 08:30 bis 16 Uhr
Donnerstag, 25.02.2021 08:30 bis 16 Uhr

Auch über das Wochenende gab es erhöhte Aktivitäten der Polizei rund um den Osterholz Wald. Sei es mit Fahrzeugen, einem Hubschrauber oder einer Besichtigung mit vielen Polizist:innen am vergangenen Donnerstag. Seit einigen Wochen gibt es immer öfter Polizei in oder rund um den Wald. Die Anzeichen für eine zukunftsnahe größere Polizeiaktion mehren sich. Unklar ist auch der Stand der Dinge vom Genehmigungsverfahren der Firma Oetelshofen bei der Bezirksregierung. Dort wird seit Wochen gemauert. Auch Anwohner:innen, die Beschwerde gegen die Rodung von 5 Hektar Wald eingelegt haben, bekommen von der Bezirksregierung seit Wochen keine Auskunft mehr. Eine Fachrechtbeschwerde wurde eingereicht.
 
Die Firma Oetelshofen ist nach wie vor fest entschlossen, 5 Hektar Wald im Osterholz zu roden. Die größeren Polizeiaktionen der letzten Tage, könnten die Einleitung zu genau dieser Rodungsaktion sein. Wir wollen uns solidarisch mit der Waldbesetzung zeigen, die seit dem 15. August 2019 für den Erhalt des Waldes und der vielen Lebeswesen, die dort ihr Zuhause haben, kämpfen. Auch für uns ist eine Rodung absolut inakzeptabel und eine Leugnung der Bedeutung der Klimakrise. Dagegen wollen wir erneut protestieren. Dieses mal mit einer Mahnwache, die am Montag den 15. Februar um 08:00 Uhr Morgens startet. Wir wollen am frühen Morgen anfangen, denn wir gehen davon aus, dass eine eventuelle Polizeiaktion gegen die Waldbesetzung schon sehr früh anfangen wird. 
 
Die Mahnwache findet auf dem Parkplatz Osterholzer Straße, Waldeingang Osterholz, statt. Diesen Parkplatz findet ihr aus der Richtung Wuppertal Vohwinkel kommend, an der rechten Seite, direkt nach dem Waldeingang am Ende des Waldes.
 
 
 
Mit dem Bus erreicht ihr die Mahnwache mit Linie 641. Dieser fährt ab Wuppertal Vohwinkel Bahnhof (Richtung Haan-Gruiten) von 07:40 Uhr bis 18:40 Uhr stündlich und von Haan Gruiten S-Bahnhof (Richtung Wülfrath Stadtmitte) von 07:04 Uhr bis 18:04 Uhr stündlich. Steigt an der Haltestelle „Neu Amerika“ aus. Wenn ihr in Wuppertal Vohwinkel Bahnhof eingestiegen seid, seid ihr bereits an der Mahnwache vorbeigefahren. Von der Haltestelle 250m (zurück) Richtung Wuppertal gehen, die Mahnwache findet ihr dann auf dem Parkplatz auf der linken Seite.
Teile diesen Beitrag