Rat der Stadt Wuppertal: Wissensdefizite bei Ratsmitglieder*innen

Der Rat der Stadt Wuppertal hat am 11.07. einer Stellungnahme gegenüber der Bezirksregierung zugestimmt, welche die Rodung von ca. 5 Hektar Wald im Osterholz befürwortet. Nur WfW, Linke und Piraten haben dagegen gestimmt.

Die im Nachgang zu der Entscheidung über die Stellungnahme geführten Interviews offenbaren eklatante Wissenslücken bei den Entscheidungsträger*innen. (Siehe im Artikel von Dirk Lotze auf: https://mailchi.mp/d6bef16c581e/2019-07-11-osterholz-bleibt-rat )

Die Kalk- und damit zusammenhängende Zementindustrie sind nach der Verbrennung von fossilen Brennstoffen der größte Emittent von klimaschädlichem CO2. Neben dem CO2, welches beim Brennen aus dem Kalk getrieben wird (ca. 785 kg pro Tonne gebranntem Kalk) benötigt man sehr viel Energie für den Brennvorgang. Dabei wird insgesamt mehr als eine Tonne CO2 pro Tonne gebranntem Kalk freigesetzt.

Oetelshofen im Osterholz.

Wenn wir frühzeitig das Geld, was in die Subventionierung von Kohle geflossen ist, in erneuerbare Energien und Speichertechnologien gesteckt hätten, so müsste schon heute kein Kalk mehr für die Rauchgasreinigung von Kraftwerken oder das Kalken von Wäldern und Böden eingesetzt werden. Denn ohne die Verfeuerung fossiler Brennstoffe gäbe es gar keinen sauren Regen. Kohlekraftwerke gehören zu den größten Abnehmern für Kalk und gebrannten Kalk.

Auch dann, wenn zur Rauchgasreinigung und der Kalkung von Wäldern und Böden ungebrannter Kalk eingesetzt wird, so wird daraus durch den sauren Regen Gips und es wird dabei CO2 freigesetzt.

In dem Prozess  der Stellungnahme gab es für der Rat der Stadt Wuppertal nicht nur die Möglichkeit, für oder gegen den Entwurf der Verwaltung zu stimmen, sondern es hätte auch die Möglichkeit gegeben, die Stellungnahme zu verändern – wenn es denn gewollt wäre. Und die Stellungnahme wird natürlich von der Bezirksregierung Düsseldorf berücksichtigt. Zu behaupten, man habe ja eh keinen Einfluss, ist schlicht falsch.

Und sich für die Industrie zu entscheiden, weil man es ja immer so gemacht hat (es gehe um „den klassischen Widerspruch zwischen Industrie und Umweltschutz“), ist uberhaupt nicht mehr zeitgemäß.

Initiative Osterholz Bleibt, 12. Juli 2019

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Klimanetzwerk Wuppertal Treffen

Klimanetzwerk Wuppertal Treffen: Dienstag, 16. Juli 2019, 19:00 Uhr. Diakoniekirche, Friedrich straße, 42105 Wuppertal.

Wir treffen uns und besprechen unsere nächsten Aktionen und Veranstaltungen. Über neue Menschen freuen wir uns immer!

Facebook Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/338505590161365/

Homepage Klimanetzwerk Wuppertal: https://klimanetzwerkwuppertal.wordpress.com/

Email: KlimanetzwerkWuppertal@tutanota.com

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Die Feinstaubbelastung bei der Verladestation des Kalksteinbruchs Oetelshofen

Feinstaubbelastung: PM10-Werte (Feinstaub) sind schwer zu messen. Die Messungen sind oft ungenau. Deshalb schreibt das Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz (LANUV) auf ihrer Webseite auch, dass ihre publizierten PM10-Werte nur vorläufige Ergebnisse sind. Dies gilt auch für die von der Initiative „Osterholz Bleibt!“ gemessenen PM10-Werte rund um den Kalksteinbruch Oetelshofen im Osterholz. Das LANUV hat in Wuppertal Messtationen auf der Gathe und in Wuppertal-Langerfeld. In Haan und Wuppertal-Dornap gibt es keine Messationen vom LANUV. Zumindest keine, die auf der LANUV-Webseite gelistet werden: https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/aktuelle-luftqualitaet/partikel-pm10-feinstaub/ 

10. Juli 2019. Messgerät Hahnenfurther Weg.

Seit 2005 darf auch eine PM10-Konzentration von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel nur an höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden. Überschreitungen des Tageswertes von 50 µg/m³ werden vor allem in Ballungsräumen an verkehrsnahen Stationen festgestellt.

Unsere eigenen Messgeräte haben heute Morgen, am 10. Juli, auf dem Hahnenfurther Weg, etwa 800 Meter vom Steinbruch der Firma Oetelshofen entfernt, einen PM10 Wert von 39 µg/m³ gemessen. Bei der Verladestation für die Kalkzüge der Firma Oetelshofen zeigte das gleiche Messgerät ein PM10-Wert von 170 µg/m³. Zum Vergleich: Heute Morgen wurde vom Messgerät des LANUV um 8 Uhr auf der Gathe eine PM10-Belastung (Feinstaub) von 17 µg/m³  gemessen. Am Vortag war der Tageswert auch 17 µg/m³, am 8. Juli lag auf der Gathe der Wert bei 16 µg/m³.

10. Juli 2019. Messgerät am Verladestation der Firma Oetelshofen.

10. Juli 2019. Messgerät am Verladestation der Firma Oetelshofen.

Wir forden das Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz auf, ein Messgerät bei der Verladestation der Firma Oetelshofen zu installieren und diese Messungen auch mit einem sogenannten Referenzverfahren zu kalibrieren, um genaue Messergebnisse zu erhalten. Desweiteren fordern wir die zuständigen Gesundheitsämter von Haan (Kreis Mettmann) und Wuppertal auf, mögliche Gesundheitsschäden durch Feinstaubbelastung rundum den Kalksteinbruch Osterholz der Firma Oetelshofen zu untersuchen.

Initiative Osterholz Bleibt!

OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Video vom Verladestation der Firma Oetelshofen (28. Juni 2019):

Die Verladestation der Firma #Oetelshofen beim Kalksteinbruch in #Wuppertal #Osterholz. Von hier werden u. a. die Braunkohlen zentralen im #Rheinland beliefert. #HambiBleibt #OsterholzBleibt

Gepostet von Osterholz Bleibt am Freitag, 28. Juni 2019

 

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Wuppertal Osterholz: Offener Brief an Oberbürgermeister Andreas Mucke

Die Bearbeitung der noch offenen Punkte der Wuppertaler Ratssitzung wurden am vergangenen Montag um 20:30 Uhr auf den 11. Juli 2019 vertagt. Am Donnerstag steht auch Osterholz auf der Tagesordnung. Wir publizieren einen offenen Brief, der am 7. Juli an Oberbürgermeister Andreas Mucke verschickt wurde.

Offener Brief an den Oberbürgermeister zum Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung der Halde Oetelshofen

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mucke,

am morgigen Montag will der Rat der Stadt Wuppertal über die Abholzung von mehr als 5ha 100-140 Jahre alten Buchwaldes beschließen, in einem für viele Anwohner und Naturfreunde wichtigen Naherholungsgebiet und CO2-Speicher. Dieser soll den monetären Interessen der Fa. Oetelshofen weichen, die dort stattdessen ihren Abraum/Müll auf Halde schütten möchte. Heute fand ein gemeinsamer Waldspaziergang vor Ort zu diesem Thema statt, an dem informiert und viel diskutiert wurde. Sogar Herr Iseke (junior) nahm teil und stellte sich mutig den Fragen der besorgten Bürger. Sie oder andere Vertreter Ihrer Fraktion habe ich leider vermißt! Statt solchen Vorhaben in Zeiten des Klimawandels (war nicht dieser Juni gerade der Wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen?) und der Erreichung von CO2-Zielen Einhalt zu gebieten und dem mutig entgegen zu treten, kommen Sie den wirtschaftlichen Interessen der hiesigen Industrie nach, spielt diese doch die Karte Arbeitsplätze aus und übertrumpft hiermit alle ökologischen Interessen.

Sie als Vorsitzender/Mitglied des Rates der Stadt Wuppertal sind hier in der Verantwortung den offensichtlich anders lautenden Bürgerwillen umzusetzen, ein offenes Ohr für unsere Interessen zu haben und die Naturschutzgebiete unserer Stadt zu erhalten, statt deren Zerstörung zuzulassen.

Auf der gleichen Sitzung des Rates wollen Sie über das 14-Punkte Paket für mehr Klimaschutz abstimmen. Wie passt das zusammen? Wie Ihnen bekannt sein dürfte müssen wir auf unserem Planeten 1/3 mehr(!) Waldfläche anbauen um nur im entferntesten die Klimaziele zu erreichen. Wie passt hierzu ein Abholzen von alten Baumbeständen? Ich fordere Sie dazu auf, auf der Sitzung gegen die Stellungnahme zum Planfestellungsverfahren zu stimmen und im weiteren die Erweiterung der Halde und die Umwidmung des Waldgebietes zu verhindern. Ich apelliere an Ihr Gewissen als Bürger der Stadt Wuppertal, als Mensch auf unserem geschädigten Planeten und vielleicht auch als Vater/Großvater, der seinen Kindern oder Enkeln irgendwann einmal erklären muß, warum er solchen Maßnahmen zugestimmt hat und danach noch gut schlafen konnte…

Eins noch: Wer in diesem Wald schon einmal gewandert ist und das abendliche Gezwitscher der Vögel in den hohen Bäumen einer Kathedrale gleich bewundert hat oder dort Rehe in freier Wildbahn beobachten konnte, versteht die Welt nicht mehr. Wie kann ein verantwortungsbewußter Politiker solch ein Wunderwerk der Natur mit hohem Naherholungswert wirtschaftlichen Interessen opfern? …und dann noch darauf hoffen wiedergewählt zu werden?

Man fragt sich wohl zurecht ob unsere Politik die Botschaft vieler tausender demonstrierender Schüler nicht verstanden hat, die fordern, dass solchem unverantwortlichen Treiben Einhalt geboten wird. In diesem Sinne: Fridays for Future – nicht nur für Schüler!

Mit verständnislosen Grüßen

Erik Kreiskott

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Zweiter Osterholz Bleibt Waldspaziergang: Der Widerstand wächst!

Der zweite Waldspaziergang im Osterholzer Wald am 07.07.2019 war ein großer Erfolg. Rund 250 Teilnehmer*innen trafen sich am östlichen Parkplatz der Grube 7 und diskutierten über die Rodungspläne der Firma Oetelshofen. Das waren rund vier Mal so viele Menschen wie am Sonntag zuvor. An der Stadtgrenze von Wuppertal-Vohwinkel und Haan-Gruiten sollen 5 ha Wald mit bis zu 140 Jahre alten Bäumen abgeholzt werden. Hier soll eine Haldendeponie errichtet werden, um dort unbrauchbares Abfallmaterial zu entsorgen. Ein weiterer Abbau ist langfristig nicht geplant,da das Kalkvolumen, lt. Oetelshofen zu gering ist. Aber der Widerstand gegen die Rodungspläne wächst.

Beim Startpunkt diskutierten Mitglieder*innen der Initiative ‚Osterholz Bleibt‘, Teilnehmer*innen des Waldspaziergangs und einige Lokalpolitiker*innen zum Thema. Auch Wuppertals ehrenamtliche Bürgermeisterin und Vorsitzende des Umweltausschusses, Bettina Brücher (Bündnis 90/Die Grüne), beteiligte sich an der Diskussion. Brücher sagte u. a. „Man muss an allen Stellen kämpfen, damit alte Wälder erhalten bleiben und nicht abgeholzt werden.“ Ob die Grünen Koalitionspartnerin der CDU in Wuppertal mit diesen Kampf meint, dass die Grünen in der Bezirksvertretung Vohwinkel am 19. Juni 2019 für die Beschlussvorlage der Stellungnahme der Stadt Wuppertal gestimmt haben und sich damit für das Abholzen des Waldes aussprechen, ist unbekannt. Im Umweltausschuss enthielten sich Bündnis 90/Die Grünen und die Partei Die Linke am 25. Juni. Am 27. Juni stimmten Bündnis 90/Die Grünen der Abholzung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen sogar zu, nur Die Linke enthielten sich. Das Argument so abzustimmen, weil die Städte Haan und Wuppertal nur eine Stellungnahme abgeben dürfen, wurde von viele Teilnehmer*innen der Waldspaziergang als äußerst schwach empfunden. Das ist nachvollziehbar, denn die Frage bleibt was in diesen Stellungnahmen steht. Wenn die Stadt Wuppertal in ihrer Stellungnahme die Abholzung billigt und die Grünen und andere Parteien sich nicht klar gegen die Abholzung posiionieren, wird das etwas sein, was bei den Kommenalwahlen im kommenden Jahr eine wichtige Rolle spielen wird.
Dass Bettina Brücher noch Schützenhilfe für den Wuppertaler Koalitionspartner CDU leistete, macht es nicht besser. Einer der beiden Geschäftsführer von Oetelshofen, Moritz Iseke, ist gleichzeitig Fraktionsvorsitender der CDU in der Bezirksvertretung Vohwinkel, hat an der Beschlussfassung in Vohwinkel nicht teilgenommen, sagte Brücher. Das ist richtig, denn Moritz Iseke ist befangen. Aber zu denken, dass seine Befangenheit damit gelöst wurde, grenzt schon an Realsatire. Die CDU ist bekannt für ihreFraktionsdisziplin und dass der Fraktionsvorsitzende nicht außerhalb der Beratung mit seiner Fraktionsmitglieder*innen spricht, darf bezweifelt werden. Als Fraktionsvorsitzender dürfte er auch an den Fraktionssitzungen teilgenommen haben. Auch dies sollten Menschen im Kopf haben, wenn sie nächstes Jahr ihre Stimme abgeben.

Als die Spaziergänger sich auf den Weg machten, stieß Till Iseke, Assistent und Sohn einer der beide Geschäftsführer, dazu. Der Fairness halber muss gesagt werden, und dies trifft durch das Abstimmungsverhalten der Grünen in Wuppertal auch auf Bettina Brücher zu, dass er mutig war, sich der Diskussion der Rodungsgegner*innen auf einer Demonstration im Wald zu stellen und dort das Gespräch zu suchen. Auch wenn dies vermutlich Teil einer Gegenstrategie gegen die wachsenden Proteste ist. Till Iseke begab sich nach seinem Erscheinen bei dem ersten Waldspaziergang erneut unter die Rodungsgegner. Das, was er am Sonntag sagte, diente vor allem den Interessen der Firma Oetelshofen. Dort hat man sich ausgedacht, dass es eine gute Gegenstrategie ist, zu behaupten, dass das Transportieren von Abfall der Firma Oetelshofen in entfernte Gegenden zuviel CO 2 erzeugt. Mal abgesehen von dem Fakt, dass die Firma Oetelshofen in ihrem Antrag zum jetzigen Planverfahren geschrieben hat, die Abraumhalde aus Kostengründen auf dem jetzigen Osterholz Waldstück zu errichten, ist Kalkbrennen vergleichsweise so „schmutzig“ wie Strom aus Braunkohle. Aus dem industriellen Prozess stammen dabei nur zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Emissionen bei der Kalkherstellung. Der „Rest“ kommt noch aus dem eingesetzten fossilen Brennstoff hinzu. Darüber hinaus ist einer der größten Abnehmer die RWE Braunkohle Industrie. Dadurch trägt Oetelshofen eine Mitverantwortung für die größte Stickstoffdioxid-Wolke in Europa. Auch wenn Till Iseke dies vermutlich anders sieht: Die Argumentationskettte, dass im Osterholz Wald für eine bessere CO 2 Bilanz gerodet werden muss, ist mehr als zynisch.

Die 250 Teilnehmer*innen hörten sich alles in Ruhe an und bildeten ihre eigene Meinung. Es gab auch während der Gespräche viele Diskussionen und es entstanden Ideen für neue Aktionen.

Beim Waldspaziergang am 07.07.2019 war das Polizeiaufgebot leider absolut unverhältnismäßig. Dies passiert aber oft, wenn die Klimabewegung auf die Straße geht. Die Polizei hielt sich allerdings zurück und ist zu keinem Zeitpunkt eingeschritten.

Die für den 08. Juli 2019 angesetzte Entscheidung im Wuppertaler Stadtrat über die Stellungnahme zu den geplanten Rodungen im Osterholz Wald wurde auf Donnerstag, den 11. Juli 2019 verschoben. Wir dürfen gespannt auf das Ergebnis sein. Es ist aber leider zu erwarten, dass der Wuppertaler Stadtrat ihre Beschlussvorlage annimmt und somit den Rodungen mit ein paar kleinen Einschränkungen zustimmen wird. Die Bezirksregierung Düsseldorf (die letztendlich entscheidet) wird es mit dieser Stellungnahme leichter haben, den Rodungen zuzustimmen und dies vermutlich auch tun. Dies zeigt einmal mehr, dass Klimaschutz Handarbeit ist und nur die Menschen selbst die Rodung stoppen können.

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Mustertext Schreiben an Ratsmitglieder*innen

Sehr geehrte ……,

die Haldenerweiterung Oetelshofen ist in einem Landschaftsschutzgebiet des Landschaftsplanes Wuppertal Nord geplant. Dafür sollen zirka 5 Hektar Wald im Osterholz gerodet werden. In diesem Wald gibt es Bäume, die bis zu 140 Jahre alt sind und einige unter strengem Schutz stehende Tierarten. Neben verschiedenen Vogelarten lebt u.a. die bedrohte Fledermausart „Kleiner Abendsegler“ in dem Gebiet. Diese nutzt laut Gutachten das Gebiet, welches gerodet werden soll, als Nahrungshabitat. Auch der gemäß FFH-Richtlinie in NRW streng geschützte Nördliche Kammmolch lebt in dem Gebiet. Als „Teilsiedler“ mit jahreszeitlich unterschiedlichen Lebensräumen reagieren Kammmolche und andere Arten aber auch empfindlich auf Landschaftsveränderungen im weiteren Umfeld der Gewässer. So führt alleine schon die Abholzung von Hecken und anderen Feldgehölzen zum Verlust von Sommer- bzw. Überwinterungshabitaten. Auch die unter strengem Schutz stehende Kreuzkröte lebt in dem von Rodung bedrohten Gebiet. Das Gutachten schreibt über die Folgen für die Kreuzkröten: „Fortpflanzungshabitat der Art ist vom Vorhaben betroffen, der Verlust kann auch zu Tötung bzw. Verletzung von Individuen führen.“

Gemäß des Verbotes:

A 1 ist es u.a. untersagt, bauliche Anlagen im Schutzgebiet zu errichten.
A 6 Zäune zu errichten
A 7 mit Fahrzeugen außerhalb von Wegen zu fahren
A 8 Aufschüttungen durchzuführen
A 20 Bäume oder Sträucher zu beschädigen.

Ein Antrag zur naturschutzrechlichen Befreiung von den Verboten des Landschaftsplanes, dem von Beirat und der unteren Naturschutzbehörden zugestimmt wurden, ist meines Erachtens skandalös.

Zu einer geplanten Neuaufforstung möchte ich noch erwähnen, dass alte Wälder viel mehr CO2 und Feuchtigkeit speichern, zudem artenreicher und resilienter sind.
Neu aufgeforstete Wälder brauchen mehrere Jahrzehnte bis über hundert Jahre, ehe sie auch nur annähernd so etwas leisten können und im schlimmsten Fall ähneln sie eher einer Monokultur.

Die Petition gegen die Rodung von 5 ha Wald zur Haldenerweiterung Oetelshofen hat bereits über 900 Unterschriften erreicht. Die Liste wächst stetig weiter
https://weact.campact.de/petitions/stoppt-die-halde-erweiterung-steinbruch-oetelshofen

Ich bitte Sie, sich für eine geänderte Stellungnahme, welche die Haldenerweiterung und die damit verbundenen Rodungen im Osterholz ablehnt, stark zu machen oder die Stellungnahme der Stadtverwaltung abzulehnen und sich für den Klimaschutz zu positionieren.

Zusätzlich würde ich gerne erfahren, ob die Frist für die Stellungnahme verlängert wurde. Die Frist für die Stellungnahme der Stadt Wuppertal wurde von der Bezirksregierung bisher nur bis zum 09. Juli verlängert. Durch die Vertagung der Ratssitzung auf den 11. Juli 2019 droht die ursprüngliche Frist abzulaufen.

Mit freundlichen Grüßen
…….

Die E-Mail-Adressen der jeweilige Ratsmitglieder*innen findet ihr, wenn ihr auf den Namen klickt:
https://ris.wuppertal.de/kp0040.php?__kgrnr=1

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Osterholz Bleibt Info Veranstaltung im Hambi Camp 2.0

#OsterholzBleibt Info Veranstaltung, Montag 15. Juli, 20:00 Uhr, Hambi Camp 2.0, Oberstraße 14 – Im Garten – 52399 Morschenich ( Anfahrt: https://hambicamp.net/anfahrt/ )
 
 

Die Firma Oetelshofen plant Ende des Jahres fünf Hektar Wald im Osterholz in Wuppertal / Haan-Gruiten zu roden. Das Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen) und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.
 
Der Kalksteinbruch Betreiber Oetelshofen möchte einen Teil des Osterholz Waldes durch eine Abraumhalde ersetzen. Der Osterholzer Wald müsse aus finanziellen Gründen weichen, das Verfrachten von (wie die Firma Oetelshofen es nennt) „unbrauchbarem Material“ zu einem weiter weg gelegenen Ort, sei zu kostenspielig. Eine Abraumhalde ist nichts anderes als ein schönes Wort für eine Mülldeponie für „unbrauchbares Material“ das von der Firma Oetelshofen im Kalksteinbruch Osterholz gefördert wurde. Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben schöngeredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht die Firma Oetelshofen natürlich nicht.
 
Ein großer Teil von dem im Osterholz geförderten Kalk geht an Thyssen-Krupp, ein anderer großer Teil geht an RWE’s Braunkohlen Industrie im Rheinischen Revier. Der Kalk von Oetelshofen wird in Entschwefelungsanlagen in den Braunkohlekraftwerken eingesetzt. Kalk wird in Kombination mit Kraftwerksasche aber auch direkt im Braunkohlentagebau benötigt und zwar als Säure-Puffer. Hiermit wird versucht den steten Strom von Schadstoffen in den Untergrund vom Tagebau zu stoppen. Der BUND schreibt dazu: „Im Endeffekt könnten diese Maßnahmen lediglich zu einer Reduzierung der Pyritverwitterung um circa vier Prozent führen. Damit ist eine relative Minimierung der Versauerung des Grundwassers von maximal einem Drittel erreichbar, das heißt es verbleiben zwei Drittel Versauerungspotential.“
 
Die Frankfurter Rundschau publizierte am 17. Februar 2017 einem Artikel über die Kalkindustrie. Dort ist u.a. zu lesen: „Kalkbrennen vergleichsweise so „schmutzig“ wie Strom aus Braunkohle. Beim Brennen wird jede Menge Treibhausgas frei, pro Tonne Branntkalk sind es nach Angaben der Branche rund 785 Kilo CO2. Aus dem industriellen Prozess stammen dabei nur zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Emissionen bei der Kalkherstellung. Der „Rest“ kommt noch aus dem eingesetzten fossilen Brennstoff hinzu. Die Kalkindustrie unterliegt zwar dem EU-Emissionshandel, erhält aber kostenfreie Emissionszertifikate großzügig zugeteilt. Auf diese preiswerte Weise konnte nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) die Branche 2015 etwa 88 Prozent ihres CO2-Ausstoßes abdecken und musste nur für zwölf Prozent ihrer Emissionen Zertifikate zukaufen.“. Wir brauchen also dringend mehr Forschung wie Kalk ersetzt werden kann, denn Kalk ist nicht nur ein Klimakiller, als fossiler Rohstoff ist Kalk nicht nachhaltig und irgendwann schlichtweg alle. Ein Waldstück für eine Abraumhalde zu Roden ist in 2019 schlichtweg völlig inakzeptabel.
 
Aber es brodelt in Wuppertal und Haan. Der Widerstand gegen die geplante Rodungen im Osterholz wächst.
 
Mehr Informationen:
 
Osterholz Bleibt Info Veranstaltung, Montag 15. Juli, 20:00 Uhr, Hambi Camp 2.0, Oberstraße 14 – Im Garten – 52399 Morschenich ( Anfahrt: https://hambicamp.net/anfahrt/ )
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Mit dem Fahrrad zum Osterholz Bleibt Waldspaziergang

Nachhaltig in Wuppertal schreibt auf ihre Facebook Veranstaltungseite: Diesen Sonntag (07. Juli) überschneidet sich der Osterholz bleibt!-Waldspaziergang mit unserem Stammtischtreffen. Deshalb dachten wir uns, dass es doch schön wäre, beides zu kombinieren und gemeinsam teilzunehmen. Der Spaziergang fängt um 13.00 Uhr an und wir halten danach unser Treffen im kühlen Wald ab.

Wer mag, kann sich zur Anreise mit dem Fahrrad anschließen – wir treffen uns um 11.30 am Cafe Tacheles (Rudolfstr. 125, 42285 Wuppertal) und nehmen dann folgende Route: Nordbahntrasse Richtung Vohwinkel bis zum Ende, rechts Homanndamm, links Nathrather Str., links Nathrather Str. (entgegen Einbahnstraße), geradeaus Gruitener Str., rechts Waldkampfbahn, wird später zur Osterholzer STr., rechts Hahnenfurther Weg(Beschilderung Schöller), erste Straße scharf links (Beschilderung Wanderparkplatz Grube 7).

Wir fahren ca. 50 min. und haben bei der Routenplanung darauf geachtet, dass nicht zu viele Höhenmeter genommen werden müssen.

Wir freuen uns!

Nachhaltig in Wuppertal

Facebook Veranstaltungseite: https://www.facebook.com/events/346383869373655/

Siehe auch (Inklusive Karte mit Radrouten usw):

Osterholz Bleibt: Aufruf Waldspaziergang am 30.06.2019 und 07.07.2019

Waldspaziergang

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Osterholz Bleibt Info Veranstaltung im AZ Wuppertal

Osterholz Bleibt Info Veranstaltung, Mittwoch 10. Juli, 20:00 Uhr, AZ Wuppertal, Markomannenstr. 1 – 3 (Ecke Gathe) Wuppertal.
 
Die Firma Oetelshofen plant Ende des Jahres fünf Hektar Wald im Osterholz in Wuppertal / Haan-Gruiten zu roden. Das Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen) und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.
 
Der Kalksteinbruch Betreiber Oetelshofen möchte einen Teil des Osterholz Waldes durch eine Abraumhalde ersetzen. Der Osterholzer Wald müsse aus finanziellen Gründen weichen, das Verfrachten von (wie die Firma Oetelshofen es nennt) „unbrauchbarem Material“ zu einem weiter weg gelegenen Ort, sei zu kostenspielig. Eine Abraumhalde ist nichts anderes als ein schönes Wort für eine Mülldeponie für „unbrauchbares Material“ das von der Firma Oetelshofen im Kalksteinbruch Osterholz gefördert wurde. Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben schöngeredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht die Firma Oetelshofen natürlich nicht.
 
Ein großer Teil von dem im Osterholz geförderten Kalk geht an Thyssen-Krupp, ein anderer großer Teil geht an RWE’s Braunkohlen Industrie im Rheinischen Revier. Der Kalk von Oetelshofen wird in Entschwefelungsanlagen in den Braunkohlekraftwerken eingesetzt. Kalk wird in Kombination mit Kraftwerksasche aber auch direkt im Braunkohlentagebau benötigt und zwar als Säure-Puffer. Hiermit wird versucht den steten Strom von Schadstoffen in den Untergrund vom Tagebau zu stoppen. Der BUND schreibt dazu: „Im Endeffekt könnten diese Maßnahmen lediglich zu einer Reduzierung der Pyritverwitterung um circa vier Prozent führen. Damit ist eine relative Minimierung der Versauerung des Grundwassers von maximal einem Drittel erreichbar, das heißt es verbleiben zwei Drittel Versauerungspotential.“
 
Die Frankfurter Rundschau publizierte am 17. Februar 2017 einem Artikel über die Kalkindustrie. Dort ist u.a. zu lesen: „Kalkbrennen vergleichsweise so „schmutzig“ wie Strom aus Braunkohle. Beim Brennen wird jede Menge Treibhausgas frei, pro Tonne Branntkalk sind es nach Angaben der Branche rund 785 Kilo CO2. Aus dem industriellen Prozess stammen dabei nur zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Emissionen bei der Kalkherstellung. Der „Rest“ kommt noch aus dem eingesetzten fossilen Brennstoff hinzu. Die Kalkindustrie unterliegt zwar dem EU-Emissionshandel, erhält aber kostenfreie Emissionszertifikate großzügig zugeteilt. Auf diese preiswerte Weise konnte nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) die Branche 2015 etwa 88 Prozent ihres CO2-Ausstoßes abdecken und musste nur für zwölf Prozent ihrer Emissionen Zertifikate zukaufen.“. Wir brauchen also dringend mehr Forschung wie Kalk ersetzt werden kann, denn Kalk ist nicht nur ein Klimakiller, als fossiler Rohstoff ist Kalk nicht nachhaltig und irgendwann schlichtweg alle. Ein Waldstück für eine Abraumhalde zu Roden ist in 2019 schlichtweg völlig inakzeptabel.
 
Aber es brodelt in Wuppertal und Haan. Der Widerstand gegen die geplante Rodungen im Osterholz wächst.
 
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Osterholz Bleibt Info-Veranstaltung Fridays For Future Dauerstreik in Köln

Osterholz Bleibt Info-Veranstaltung während #WeekForFuture #Dauerstreik Fridays For Future Köln. Dienstag 09. Juli 2019, 12:00 Uhr, Alter Markt, Köln.

Die Firma Oetelshofen plant Ende des Jahres fünf Hektar Wald im Osterholz in Wuppertal / Haan-Gruiten zu roden. Das Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen) und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.

Der Kalksteinbruch Betreiber Oetelshofen möchte einen Teil des Osterholz Waldes durch eine Abraumhalde ersetzen. Der Osterholzer Wald müsse aus finanziellen Gründen weichen, das Verfrachten von (wie die Firma Oetelshofen es nennt) „unbrauchbarem Material“ zu einem weiter weg gelegenen Ort, sei zu kostenspielig. Eine Abraumhalde ist nichts anderes als ein schönes Wort für eine Mülldeponie für „unbrauchbares Material“ das von der Firma Oetelshofen im Kalksteinbruch Osterholz gefördert wurde. Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben schöngeredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht die Firma Oetelshofen natürlich nicht.
 
Ein großer Teil von dem im Osterholz geförderten Kalk geht an Thyssen-Krupp, ein anderer großer Teil geht an RWE’s Braunkohlen Industrie im Rheinischen Revier. Der Kalk von Oetelshofen wird in Entschwefelungsanlagen in den Braunkohlekraftwerken eingesetzt. Kalk wird in Kombination mit Kraftwerksasche aber auch direkt im Braunkohlentagebau benötigt und zwar als Säure-Puffer. Hiermit wird versucht den steten Strom von Schadstoffen in den Untergrund vom Tagebau zu stoppen. Der BUND schreibt dazu: „Im Endeffekt könnten diese Maßnahmen lediglich zu einer Reduzierung der Pyritverwitterung um circa vier Prozent führen. Damit ist eine relative Minimierung der Versauerung des Grundwassers von maximal einem Drittel erreichbar, das heißt es verbleiben zwei Drittel Versauerungspotential.“
 
Die Frankfurter Rundschau publizierte am 17. Februar 2017 einem Artikel über die Kalkindustrie. Dort ist u.a. zu lesen: „Kalkbrennen vergleichsweise so „schmutzig“ wie Strom aus Braunkohle. Beim Brennen wird jede Menge Treibhausgas frei, pro Tonne Branntkalk sind es nach Angaben der Branche rund 785 Kilo CO2. Aus dem industriellen Prozess stammen dabei nur zwei Drittel bis drei Viertel der gesamten Emissionen bei der Kalkherstellung. Der „Rest“ kommt noch aus dem eingesetzten fossilen Brennstoff hinzu. Die Kalkindustrie unterliegt zwar dem EU-Emissionshandel, erhält aber kostenfreie Emissionszertifikate großzügig zugeteilt. Auf diese preiswerte Weise konnte nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) die Branche 2015 etwa 88 Prozent ihres CO2-Ausstoßes abdecken und musste nur für zwölf Prozent ihrer Emissionen Zertifikate zukaufen.“. Wir brauchen also dringend mehr Forschung wie Kalk ersetzt werden kann, denn Kalk ist nicht nur ein Klimakiller, als fossiler Rohstoff ist Kalk nicht nachhaltig und irgendwann schlichtweg alle. Ein Waldstück für eine Abraumhalde zu Roden ist in 2019 schlichtweg völlig inakzeptabel.
 
Aber es brodelt in Wuppertal und Haan. Der Widerstand gegen die geplante Rodungen im Osterholz wächst.
 
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