Osterholz – Das Greenwashing der Firmen Oetelshofen und Iseke

Das Gebiet, welches im Osterholzer Wald für eine Abraumhalde des Kalksteinbruchs der Firma Oetelshofen in Haan und Wuppertal gerodet werden soll, beherbergt auch mehrere angeblich unter strengen Schutz stehende Tierarten. Das Angeblich bezieht sich dabei auf den „Schutz“, denn dieser scheint den Plänen zur Rodung von 5 Hektar Wald nicht im Wege zu stehen. Zumindest bis jetzt nicht sowohl von behördlicher Seite, seitens der Firma Oetelshofen, seitens der Firma Iseke und seitens der von Ihr beauftragten Gutachter. Neben verschiedene Vögelarten lebt u.a. die bedrohte Kleinabendsegler Fledermaus in dem Gebiet. Diese nutzt laut Gutachten das Gebiet, welches gerodet werden soll, als Nahrungshabitat. Auch die gemäß FFH-Richtlinie in NRW streng geschützte Nördliche Kammolch lebt in dem Gebiet. Als „Teilsiedler“ mit jahreszeitlich unterschiedlichen Lebensräumen reagieren Kammmolche und andere Arten aber auch empfindlich auf Landschaftsveränderungen im weiteren Umfeld der Gewässer. So führt die Abholzung von Hecken und anderen Feldgehölzen zum Verlust von Sommer- bzw. Überwinterungshabitaten. Auch der unter strengen Schutz stehenden Kreuzkröte lebt in dem von Rodung bedrohten Gebiet. Das Gutachten schreibt über die Folgen für die kreuzkröten: „Fortpflanzungshabitat der Art ist vom Vorhaben betroffen, der Verlust kann auch zu Tötung bzw. Verletzung von Individuen führen.“.

In dem Gutachten (Stand September 2018) steht u.a.: „Im Juli 2018 wird die Planfläche der Haldenerweiterung mit einem Krötenzaun eingeschlossen um die Amphibien auf die Haldenerweiterungsfläche abzufangen und zudem eine Zuwanderung zu unterbinden. Hierzu wird der Amphibienzaun der entlang des Milchweges steht und der Erfassung der Wanderbewegungen diente, bis an den Haldenfuß verlängert. Da erfahrungsgemäß im Sommer in diesem Waldbereich nur wenige Amphibien aktiv sind, muss der Zaun stehen, bevor die Tiere in den Winterlebensraum einwandern können.“. Neben dem Fakt das Amphibien wie z.B. Kröten und Molchen durch den Zaun Lebensraum genommen wird, konnten wir heute feststellen das der Zaun an mehrere Stellen kaputt ist und aus dem Grund gar keinen Schutz für diese Tiere bietet (Bild 1 und 2).

Bild 1

Bild 1

Bild 2

Bild 2

Und nicht nur Molche und Kröten sind betroffen. Im Gutachten steht auch dass der Verlust von Nahrungshabitat und mögliche Störungen für die Uhu Eulen die dort leben nicht generell ausgeschlossen werden kann. Wir haben vieles über die Eulen, mit denen die Firma Oetelshofen so gerne ihr „Greenwashing“ betreibt, auf der Webseite „Niederbergischen Uhu-Projekt“ gelesen. So steht auf der Webseite u.a.: „Die Steinbruchbetreiber schützen die Brutplätze, kümmern sich um verletze oder geschwächte Tiere und bereiten den Umzug zum neuen Brutplatz vor, sollte der alte dem Abbau im Weg stehen.“. Die Brutplätze stehen aber nicht dem Abbau im Wege, sondern der Abbau kommt den Bruttplätzen in die Quere. Weder auf der Website der Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG, noch auf der Seite vom Niederbergische Uhu-Projekt, welche auch von Oetelshofen betrieben wird, haben wir die Informationen gefunden, dass die Eulen durch die Rodung und die Halde möglicherweise vertrieben werden. Mit der Liebe zu den Tieren kann es also nicht weit her sein, wenn in Kauf genommen wird, dass die Eulen und andere Tiere möglicherweise aus dem Wald vertrieben werden.

Osterholz

Und dies sind nicht die einzigen Tiere die in dem betroffenen Gebiet leben und offiziell unter strengem Schutz stehen, der aber bis jetzt noch nicht dazu geführt hat, dass von offizieller Seite, den Rodungs-Plänen eine klare Absage zu erteilt wird. Wir tun dies aber und werden uns für den Osterholz Wald und die da drin lebende Pflanzen- und Tierarten einsetzen.

Kommt zu den Waldspaziergängen am 30. Juni und 07. Juli: Osterholz Bleibt!

Mehr Informationen zu den Waldspaziergänge: Aufruf Waldspaziergang am 30.06.2019 und 07.07.2019

Gutachten artenschutzrechtlicher Fachbeitrag als PDF Datei: Artenschutzrechtlicher-Fachbeitrag
Infoabend 27.06.2019Waldspaziergang

Teile diesen Beitrag

Aufruf Waldspaziergang am 30.06.2019 und 07.07.2019

Stellt euch vor, wir leben im Jahr 2019 und immer mehr Städte rufen den Klimanotstand aus. Aber die Klimakrise wird von großen Teilen der Politik auch heute immer noch nicht ernst genommen, auch das Ausrufen vom Klimanotstand ist oft nur ein symbolischen Akt.
Waldspaziergang

Wenn es nach der Firma Oetelshofen geht, werden Ende des Jahres fünf Hektar Wald im Osterholz gerodet, und zwar aus Kostengründen. Der Osterholzer Wald soll für eine sogenannte Abraumhalde weichen. Auf dieser Abraumhalde soll unbrauchbares Material aus dem Steinbruch Osterholz gelagert werden. Die Geschäftsführer der Firma Oetelshofen, Herr Jörg Iseke und Herr Moritz Iseke (letzterer ist gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksvertretung Wuppetal-Vohwinkel) hören es nicht so gerne, aber wenn wir die Dinge beim Wort nennen, soll der Osterholzer Wald für die Müllentsorgung von „unbrauchbarem Material“ aus dem Steinbruch Osterholz benutzt werden.

Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen)und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.

Kalk aus dem Boden zu fördern ist alles andere als Nachhaltig. Zukünftigen Generationen steht der Rohstoff irgendwann nicht mehr zur Verfügung. Bei der Aufbereitung muss viel Energie in Form von fossilen Brennstoffen aufgewendet werden. Außerdem entweicht beim Brennen von Kalk CO2, welches in dem Gestein gebunden ist. Gebrannter Kalk wird unter anderem in Entschwefelungsanlagen für Kohlekraftwerke und in der Herstellung von Zement verwendet.

Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben der Firma Oetelshofen schön geredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht diese Firma natürlich nicht. Den Abfall woanders lagern möchte die Firma auch nicht, denn das sei zu kostspielig.

Aber wer braucht noch Geld auf einem zerstörten Planeten? Niemand! Wir werden für den Erhalt des Osterholzer Waldes kämpfen. Es muss ein Ende haben, dass Wälder und andere Naturgebiete wegen der Profitlogik weichen müssen.

Kommt bitte alle zum Waldspaziergang im Osterholzer Wald und lernt diesen wunderschönen Wald kennen. Gemeinsam können wir es schaffen die Rodung zu verhindern!

An den beiden Sonntagen, den 30. Juni und 07. Juli, werden wir einen „Waldspaziergang“ organisieren. Wir treffen uns um 13:00 Uhr, Ort: Östlicher Wanderparkplatz Grube 7 (Nähe Kreuzung Hahnenfurther Weg – Habbach, dort steht ein Schild Wanderparkplatz Grube 7), Haan (Gruiten)

Osterholz Bleibt!

Plakat als PDF Download:

Karte Waldspaziergang

Routen Planer und größere Karte anzeigen

Geo Punkt für Navis: geo:51.23229,7.02796?z=17

Rad Route Karte (Open Street map):

Größere Karte anzeigen

 

Teile diesen Beitrag

Pressemitteilung 21.06.2019: Rodung des Osterholzer Waldes? – Osterholz Bleibt!

Die Firma Oetelshofen plant Ende des Jahres fünf Hektar Wald in Osterholz zu roden. Osterholz ist ein artenreiches Waldgebiet, wo der besonders schutzwürdige Lebensraumtyp „Waldmeister Buchenwald“ großflächig vertreten ist. Ein Teil des Untergrundes ist aus wasserdurchlässigem Kalkstein bzw. aus Dolomit aufgebaut. Dort haben sich ökologisch wertvolle, seltene Landschaftselemente entwickelt, wie z.B. Fließquellen, Dolinen (Einsturztrichter früherer oberflächennaher Höhlen) und eine Bachversickerung. In dem Gebiet gibt es u.a. auch seltene Kröten und Fledermäuse.
Waldspaziergang

Die Firma Oetelshofen möchte einen Teil des Osterholz Waldes durch eine Abraumhalde ersetzen. Der Osterholzer Wald müsse aus finanzielle Gründen weichen, das Verfrachten von, wie die Firma Oetelshofen es nennt: „unbrauchbarem Material“ zu einem weiter weg gelegenen Ort sei zu kostenspielig. Eine Abraumhalde ist nichts anderes als ein schönes Wort für eine Mülldeponie für „unbrauchbares Material“ das von der Firma Oetelshofen im Kalksteinbruch Osterholz gefördert wurde. Mit alt bewährten „Greenwashing“-Argumenten wie Renaturierung wird das Vorhaben schön geredet, doch es ist bekannt, dass alte Waldbestände wesentlich mehr CO2 aufnehmen können, als neu angepflanzte Wälder. Darüber spricht die Firma Oetelshofen natürlich nicht.

Heute, Freitag den 21.06.2019 endet die Einspruchsfrist gegen die Pläne der Firma Oetelshofen. Diverse Bürger und Bürgerinnen aus Haan und Wuppertal haben bereits Einspruch erhoben. Wir möchten diesen Menschen danken für ihr Engagement. Viele Betroffene haben allerdings erst vor kurzem oder noch gar nicht von dem Vorhaben erfahren.

In einer Zeit, wo die Klimakrise immer spürbarer wird, ist es nicht hinnehmbar, dass weiterhin Wälder gerodet werden, schon garnicht aus Kostengründen. Wir können es nicht länger zulasssen, dass unserer Planet aus wirtschaftlichen Gründen zerstört wird. Aus diesem Grund haben sich einige Menschen aus Haan und Wuppertal zusammengeschlossen und werden sich aktiv einsetzen für den Erhalt des Osterholzer Waldes.

An den beiden Sonntagen, den 30. Juni und den 7. Juli, werden wir einem „Waldspaziergang“ organisieren. Wir treffen uns jeweils um 13:00 Uhr auf dem östlichen Wanderparkplatz Grube 7 (Nähe Kreuzung Hahnenfurther Weg – Habbach, dort steht ein Schild Wanderparkplatz Grube 7), Haan (Gruiten)

Osterholz Bleibt, 21. Juni 2019.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

Teile diesen Beitrag