Pressemitteilung Bürger*inneninitiative Osterholz Bleibt: Osterholz Wald wird im Hinterzimmergespräch zur Rodung freigegeben – Bürger*inneninitiative verlässt runden Tisch

Pressemitteilung 20. Dezember 2021

Wuppertal. 20. Dezember 2021. In der vergangenen Woche gab es ein Hinterzimmergespräch zwischen u.a. die Kalkwerke Oetelshofen, der Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Landrat Thomas Hendele (CDU, Kreis Mettmann) über den Osterholz Wald.

Einer der Sprecher*innen der Bürger*inneninitiative Osterholz Bleibt, René Schuijlenburg sagt dazu: „In der vergangenen Woche wurde von dem Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, dem Landrat vom Kreis Mettmann, CDU Mitglied Thomas Hendele, klassische Hinterzimmerpolitik gemacht. Seit knapp zwei Monaten hat unsere Bürger*inneninitiative um ein neuen Termin für den runden Tisch gebeten, stattdessen entschied sich Uwe Schneidewind hinter verschlossene Türen und ohne die Bürger*inneninitiative für völlig intransparente Gespräche unter anderem mit den Kalkwerken Oetelshofen um dort Fakten zu schaffen. Danach wurde für den 22. Dezember ein Termin für den runden Tisch angeboten, wo der Bürger*inneninitiative die Ergebnisse von diesem Gespräch mitgeteilt werden sollte. Dies führt die Idee um dort über Alternativlösungen zu verhandeln ad absurdum. Wir stehen nicht für eine Alibi Veranstaltung, welche das Geschacher in Hinterzimmern legitimieren soll, zur Verfügung. Den runden Tisch hat die Stadt Wuppertal im Prinzip selbst aufgekündigt, denn es sollte bei den Gesprächen um Alternativlösungen gehen. Die Bürger*inneninitiative wird daher nicht an dem runden Tisch am 22. Dezember teilnehmen, denn wenn in Hinterzimmergesprächen mögliche Alternativlösungen schon vom Tisch gefegt wurden, sind weitere Gespräche am runden Tisch sinnfrei.“

Von Anfang an wirkte Oberbürgermeister Schneidewind in den runden Tisch Gesprächen nicht neutral. Da wir alle Möglichkeiten um den Wald zu retten nützen wollten, haben wir uns immer wieder konstruktiv eingebracht, wussten aber, dass der Oberbürgermeister vorher weder mit Anwohner*innen, noch mit der Bürger*inneninitiative gesprochen hat. Mit der Kalkwerke Oetelshofen hatte er aber schon gesprochen, und dies hat sich nun in der vergangenen Woche fortgesetzt. Erneut wurden Anwohner*innen und Bürger*inneninitiative außen vorgelassen. Dies hat das Vertrauen zwischen die Bürger*inneninitiative und den am Hinterzimmergespräch beteiligten zerstört.

Marjolein Schlüter, Anwohnerin und eine der Sprecher*innen der Bürger*inneninitiative ergänzt: „Der ganze Osterholz Prozess ist mittlerweile so grotesk. Warum hat Herr Schneidewind sich ausschließlich mit Rodungsbefürwortern im Hinterzimmer zusammengesetzt und die Bürger*innen Initiative außen vorgelassen? Die Familie Iseke hat am 12. November geschrieben, dass sie nicht mehr am Runden Tisch teilnehmen werden. Dass dieses Hinterzimmergespräch dann konstruktiv gewesen sein soll, ist nicht mehr ernst zu nehmen. Es gibt immer noch viele offenen Fragen: Wie setzen sich die Mehrkosten für die Alternativlösung Grube Neandertal zusammen? Wird die CO2 Bilanz absichtlich falsch dargestellt? Fragen, die wohl unbeantwortet bleiben werden. Fragen, die zweieinhalb Jahre nicht beantwortet wurden, weil bis 2021 niemand mit uns sprechen wollte! Es wird wohl in der ersten Januarwoche 2022 zu einer Räumung und Rodung vom Wald kommen. Das muss dann Herr Schneidewind verantworten, der als Initiator des Runden Tisches kläglich gescheitert ist.“

Bald könnte also die sovielste Teil-Rodung vom schönen Osterholz Wald vollzogen werden. Auch die Waldbesetzung ist Räumungsbedroht. Noch läuft eine Klage gegen das Vorhaben beim Oberverwaltungsgericht in Münster, sollten die Kläger*innen vor Gericht verlieren, sieht es nicht gut aus für den Wald. Obwohl ein Klima-Gutachten des deutschen Wetterdienstes für Wuppertal besagt, dass in Wuppertal keine Grünflächen mehr verschwinden sollen, wenn wir auch lokal den Klimawandel stoppen wollen, scheint es auch unter Schwarz-Grün in Wuppertal ein weiter so mit der Zerstörung unsere Lebensgrundlagen zu geben.

René Schuijlenburg dazu: „Wir haben nicht vergessen das die Mehrheit des Wuppertaler Stadtrates der Bezirksregierung Düsseldorf in 2019 die Empfehlung gegeben hat, den Rodungen im Osterholz zu zustimmen. Schon damals hätte die Stadt Wuppertal dies ablehnen können, so wie es die Stadt Haan gemacht hat, im Haaner Teil vom Osterholz wird jetzt auch nicht gerodet. Statt der Bezirksregierung zu empfehlen, eine Genehmigung für die Rodung zu erteilen, hätte die Stadt Wuppertal sich also schon damals um alternative Lösungen kümmern müssen. Das jetzt behauptet wird, es wäre zu wenig Zeit für alternative Lösungen ist nur die halbe Wahrheit: die Stadt hat sich schlichtweg lange nicht um alternative Lösungen gekümmert und stattdessen der Rodung damals zugestimmt.“

Die Bürger*inneninititiative wird sich weiterhin für den Wald einsetzen. Von Montag bis Freitag wird es weiterhin jeweils von 06:00 bis 12:00 eine Mahnwache im Osterholz Wald geben. Am 02. Januar, 2022, gibt es eine Demonstration in Wuppertal Vohwinkel. Die Demonstration wird um 14:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz am Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel anfangen und danach zum Osterholz Wald ziehen. Im Falle einer Rodung wird es im Wald Aktionen des zivilen Ungehorsams geben.

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per Email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

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