Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Osterholz Bleibt“ – 21. Februar, 2021

 

Die Geschäftsführung der Kalkwerke Oetelshofen hat weiterhin keine Genehmigung für ihre Rodungspläne im Osterholz Wald. Wuppertaler Oberbürgemeister Uwe Schneidewind äußert sich. Waldbesetzer*innen kündigen Barrikadenabbau an

Wuppertal – Haan. Die Pressemitteilung der Kalkwerke Oetelshofen vom vergangenen Freitag klingt fast wie das gute Ende eines Märchens. Sie schreiben: „Aufgrund der aktuell angespannten öffentlichen Diskussion zur geplanten Haldenerweiterung haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal dazu entschlossen, die dafür vorgesehene Rodung zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu forcieren.“

Damit startet die Firma erneut einen PR Vorstoß, der bei näherer Betrachtung erst mal nicht viel mehr ist, als ein Versuch das Image der Firma aufzupolieren. Es ist natürlich erfreulich, dass im Osterholz Wald vorerst nicht flächig gerodet wird, doch die Firma Oetelshofen unterschlug in ihrer Pressemitteilung einen wichtigen Fakt: Die Kalkwerke Oetelshofen dürfen im Moment wegen der fehlenden Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf gar nicht roden, dazu kommt, dass Ende Februar die Rodungssaison endet und dann für einige Monate Rodungen generell untersagt sind.

Einer der Pressesprecher der Bürgerinitiative, René Schuijlenburg sagt dazu: „Die Geschäftsführung der Firma Oetelshofen suggeriert, sie hätten angeboten vorerst auf die Rodung zu verzichten. Das stimmt aber nur bedingt. Fakt ist, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf, Oetelshofen noch gar keine Genehmigung erteilt hat. Oetelshofen darf im Moment also gar nicht roden.“

In einem Post auf seiner Facebook Seite bestätigte Uwe Schneidewind heute, dass er mit der Firma Oetelshoven gesprochen hat. Schneidewind sagte: „In den letzten Wochen habe ich viele Gespräche geführt, um eine drohende Eskalation im Osterholz zu vermeiden.“

René Schuijlenburg dazu: „Wir begrüßen es, dass Herr Schneidewind geschrieben hat, dass er sich einsetzen wird um mögliche Alternativen zur Rodung zu erörtern. Mir persönlich gefällt zwar so einiges nicht was Herr Schneidewind über die Firma Oetelshofen in seinem Statement gesagt hat, einiges trifft meiner Meinung nach auch nicht zu, aber die Kernaussage ist erst mal positiv. Das Suchen nach alternativen Lösungen ist wichtig. Es geht hier um die Frage: Wird ein wertvoller Wald und ein Naherholungsgebiet für die Menschen für die Profitmaximierung einer privaten Firma geopfert oder wird eine Lösung gefunden, die die Natur, die viele Lebewesen im Wald und das Klima schützt, vorzugsweise natürlich eine Lösung der auch für die Firma Oetelshofen tragbar ist. Es wird nicht einfach werden, aber Prinzipiell sind wir Gesprächsbereit.“

Marjolein Schlüter, eine der Sprecher*innen der BI Osterholz Bleibt!: „Herr Schneidewind sagt, dass Wälder in Zeiten des Klimawandels einen besonderen Schutz genießen müssen. Gerade in den letzten Tagen ist berichtet worden, dass die EU Deutschland wegen jahrelanger Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Wichtig ist zu klären, ob das auch auf den Osterholz Wald zutrifft.“

Aktivist*innen besetzen nach wie vor einen Teil des gefährdeten Osterholz Wald. Sie teilten der Bürgerintiative ‚Osterholz bleibt‘ mit, dass die Waldbesetzung fortgeführt wird, bis der Wald sicher ist. Als Zeichen ihres guten Willens werden sie aber am 01. März damit beginnen einige der Barrikaden abzubauen. Damit wollen sie die emotionale Anspannung auf Seiten der Kalkwerke abbauen.

Am Montag den 22. Februar und Donnerstag den 25. Februar 2021 organisiert die Bürgerinitiative Osterholz Bleibt zwischen 8:30 und 16:00 Uhr Mahnwachen. Die Versammlungen finden auf dem Parkplatz Osterholzer Straße, Waldeingang Osterholz, statt.

Osterholz Bleibt, 21. Februar 2021

Für eventuelle Rückfragen oder Interviews stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Per email: OsterholzBleibt@nachhaltig-in-wuppertal.org

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