Pressemitteilung der Scientists 4 Future Wuppertal: „Der Deutsche Wetterdienst erklärt – jeder Beitrag zur Klimaanpassung in Wuppertal zählt!“

Im Osterholz wird seit über zwei Jahren um 5 Hektar intakten Buchenwald gestritten. Aus wissenschaftlicher Sicht sollte angesichts der Zunahme extremer Wetterereignisse der Wald stehen bleiben. „Diese Aussage ist jetzt vom Deutschen Wetterdienst für Wuppertal bestätigt“, so Dr. Rainer Wackermann von der Scientists 4 Future Ortsgruppe Wuppertal/Bergisches Land.

Der Klimawandel bedeutet in unserer Region vor allem eine Zunahme extremer Wetterereignisse. „Dazu zählen beispielsweise die Dürre- und Hitzesommer der Jahre 2018, 2019 und 2020“, erläutert Dr. Pia Friend von den Scientists. Nun erschien im letzten Jahr 2021 ein Bericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Klima und zur Klimaentwicklung in Wuppertal (https://ris.wuppertal.de/vo0050.php?__kvonr=26005), der bislang in dem Prozess um die Waldrodung keine Rolle gespielt hat. Aus diesem Bericht, in Auftrag gegeben von der Stadt Wuppertal, kann man beispielsweise herauslesen, dass die bestehenden Gruben und Halden Hitzeinseln sind, während das Osterholz einen kühlenden Einfluss hat. Ferner steht in dem Bericht, dass „gesundheitsgefährdende Wärmebelastung, etwa heiße Tage und Tropennächte, zunehmen wird“. Sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur die ganze Nacht über 20 °C beträgt, kamen bis zum Jahr 2000 in Wuppertal im Mittel weniger als einmal pro Jahr vor. Tropennächte treten häufig im Zusammenhang mit Hitzewellen auf. „Sie sind gesundheitlich besonders problematisch, weil Menschen, die bereits tagsüber einer Hitzewelle ausgesetzt sind, sich in tropischen Nächten wegen der fehlenden Nachtkühle nicht mehr erholen können“, erläutert Dr. med. Friederike Sokolowski. Die Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes sehen für Wuppertal bis zum Ende dieses Jahrhunderts eine Zunahme auf bis zu 18 Tropennächte pro Jahr vor. Zum Abschluss steht in dem Bericht, dass „Jeder Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung zählt“. Und Dr. Dieter Braun ergänzt „Intakter Wald kann uns vor der Gesundheitsgefährdung solcher Hitzesommer mit Tropennächten schützen“.

Mit dem aktuellen Bericht erklärt der Deutsche Wetterdienst, dass jeder Beitrag zur Klimaanpassung in Wuppertal zählt. „Aus wissenschaftlicher Sicht sollte der Wald im Osterholz daher stehen bleiben“, so Dr. Rainer Wackermann von den Scientists 4 Future. Wir fordern die Bezirksregierung Düsseldorf auf, den Bericht des Deutschen Wetterdienstes in ihre Entscheidung einzubeziehen.

V.i.S.d.P.: Dr. Pia Friend, Dr. Friederike Sokolowski, Dr. Dieter Braun, Dr. Rainer Wackermann

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