Rat der Stadt Wuppertal: Wissensdefizite bei Ratsmitglieder*innen

Der Rat der Stadt Wuppertal hat am 11.07. einer Stellungnahme gegenüber der Bezirksregierung zugestimmt, welche die Rodung von ca. 5 Hektar Wald im Osterholz befürwortet. Nur WfW, Linke und Piraten haben dagegen gestimmt.

Die im Nachgang zu der Entscheidung über die Stellungnahme geführten Interviews offenbaren eklatante Wissenslücken bei den Entscheidungsträger*innen. (Siehe im Artikel von Dirk Lotze auf: https://mailchi.mp/d6bef16c581e/2019-07-11-osterholz-bleibt-rat )

Die Kalk- und damit zusammenhängende Zementindustrie sind nach der Verbrennung von fossilen Brennstoffen der größte Emittent von klimaschädlichem CO2. Neben dem CO2, welches beim Brennen aus dem Kalk getrieben wird (ca. 785 kg pro Tonne gebranntem Kalk) benötigt man sehr viel Energie für den Brennvorgang. Dabei wird insgesamt mehr als eine Tonne CO2 pro Tonne gebranntem Kalk freigesetzt.

Oetelshofen im Osterholz.

Wenn wir frühzeitig das Geld, was in die Subventionierung von Kohle geflossen ist, in erneuerbare Energien und Speichertechnologien gesteckt hätten, so müsste schon heute kein Kalk mehr für die Rauchgasreinigung von Kraftwerken oder das Kalken von Wäldern und Böden eingesetzt werden. Denn ohne die Verfeuerung fossiler Brennstoffe gäbe es gar keinen sauren Regen. Kohlekraftwerke gehören zu den größten Abnehmern für Kalk und gebrannten Kalk.

Auch dann, wenn zur Rauchgasreinigung und der Kalkung von Wäldern und Böden ungebrannter Kalk eingesetzt wird, so wird daraus durch den sauren Regen Gips und es wird dabei CO2 freigesetzt.

In dem Prozess  der Stellungnahme gab es für der Rat der Stadt Wuppertal nicht nur die Möglichkeit, für oder gegen den Entwurf der Verwaltung zu stimmen, sondern es hätte auch die Möglichkeit gegeben, die Stellungnahme zu verändern – wenn es denn gewollt wäre. Und die Stellungnahme wird natürlich von der Bezirksregierung Düsseldorf berücksichtigt. Zu behaupten, man habe ja eh keinen Einfluss, ist schlicht falsch.

Und sich für die Industrie zu entscheiden, weil man es ja immer so gemacht hat (es gehe um „den klassischen Widerspruch zwischen Industrie und Umweltschutz“), ist uberhaupt nicht mehr zeitgemäß.

Initiative Osterholz Bleibt, 12. Juli 2019

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